Einmalige Chance für beide

Sundhausen/Gospenroda  Doppelinterview mit den Kapitänen der Kreispokalfinalisten TSV Sundhausen und SG Gospenroda/Dippach

Fabian Mirtschink (li.) geht mit Gospenroda als Favorit ins Endspiel.

Fabian Mirtschink (li.) geht mit Gospenroda als Favorit ins Endspiel.

Foto: Mike El Antaki

Es wird eine Premiere: Erstmals in der Geschichte des seit 2012/13 ausgespielten Westthüringer Fußball-Kreispokals hat eine Mannschaft ein „Finale daheim“. Pfingstmontag ist Kreisligist TSV Sundhausen im Jürgen-Karstedt-Sportpark (Trügleber Straße 15) Gastgeber und trifft ab 16 Uhr auf Kreisoberligist SG Gospenroda/Dippach, der, sollte Kaltennordheim heute im Punktspiel straucheln, dann das Double perfekt machen könnte. Im Doppelinterview beleuchten wir mit den Kapitänen Michael Stein (30, TSV Sundhausen) und Fabian Mirtschink (27/Gospenroda) Ausgangslage und Chancen im Endspiel „Klein gegen Groß“.

Sowohl Sundhausen als auch Gospenroda stehen erstmals überhaupt im Kreispokalfinale. Was bedeutet Ihnen der Endspieleinzug?

Stein: Für unseren Verein ist das natürlich eine Riesengeschichte, schon weil es ein Finale daheim ist. Das wird es in naher Zukunft für Sundhausen sicher nicht so schnell wieder geben. Allein das dürfte noch einmal für einen Motivationsschub sorgen.

Mirtschink: Für uns als Mannschaft und für das kleine Dorf Gospenroda ist es eine große Sache. Wie sehr der ganze Ort dahintersteht, sieht man daran, dass wir mit zwei Bussen nach Sundhausen fahren werden. So ein Finale ist immer etwas besonderes.

Gospenroda steht kurz vor der Landesklasse, Sundhausen ist in der Kreisliga Tabellenzweiter. Sind die Rollen am Montag klar verteilt oder hat der Pokal eben doch seine eigenen Gesetze?

Stein: Definitiv geht Gospenroda aufgrund des Klassenunterschieds als Favorit ins Spiel. Trotzdem sehe ich für uns realistische Außenseiterchancen. Wir haben unsere Qualitäten und haben gezeigt, dass wir auch Kreisoberligisten bezwingen können. Ein Finale ist ein Finale, da ist alles möglich.

Mirtschink: Von der Papierform sind wir schon der Favorit, aber Sundhausen ist sicher nicht ohne Grund so weit gekommen. Es wird bestimmt ein enges Spiel, aber hoffentlich mit dem besseren Ende für uns.

Was wissen Sie über den Gegner?

Stein: Ich persönlich noch nicht viel. Aber ich weiß, dass wir im Vorfeld noch die eine oder andere Quelle anzapfen werden, um uns Tipps zu holen.

Mirtschink: Unser Trainer Olaf Gabriel ist kürzlich extra nach Gotha gefahren, um sich ein Bild von Sundhausen zu machen. Beim Abschlusstraining am Freitag (gestern nach Redaktionsschluss) wird er uns ganz spezifisch auf die Stärken und Schwächen einstellen.

Welches Spiel oder welcher Moment der bisherigen Pokalrunde ist besonders im Kopf geblieben?

Stein: Auf jeden Fall das Halbfinale. Als Steve Riedel acht Minuten vor Ende das 2:1 schoss, wusste ich, jetzt haben wir unser Finale daheim. Gegen Gumpelstadt war schon die Kulisse von 250 Leuten hervorragend. Ich hoffe, dass am Montag nochmal einige mehr kommen.

Mirtschink: Da fällt mir sofort das erste Spiel bei Fahner Höhe III ein. Im strömenden Regen, die Linien waren kaum noch zu erkennen, haben wir uns mit einer Rumpfelf sehr schwer getan und erst in der letzten Minute das Weiterkommen klar gemacht. Ganz speziell war auch das Achtelfinale gegen Ifta mit dem Elfmeterschießen in der Dämmerung. Den entscheidenden Elfer habe ich verwandelt. Viel länger hätte es nicht gehen dürfen, sonst wäre es zu dunkel gewesen.

Wie sieht es personell aus?

Stein: Meines Wissens nach haben wir alles an Bord, es gibt keine Verletzungsausfälle oder Sperren.

Mirtschink: Leider ist Johannes Scheuch noch gesperrt und Marc Vockenberg im Urlaub. Ansonsten steht noch ein Fragezeichen hinter Benjamin Glock, alle anderen müssten aber dabei sein.

Hand aufs Herz, weshalb gewinnt Ihre Mannschaft?

Stein: Weil wir daheim spielen und diese einmalige Chance unbedingt nutzen wollen. Seit die Meisterschaft für Mühlberg mehr oder weniger entschieden ist, richtet sich unser Fokus zudem komplett auf dieses Finale.

Mirtschink: Ich denke, dass wir insgesamt mehr individuelle Qualität in der Mannschaft haben. Wenn wir das auf den Platz bringen und uns unsere mitreisenden Fans nach vorn pushen, sollten wir das Ding holen.

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