Eisenacher Handballtalente mit Geduld und Ehrgeiz

Eisenach.  Obwohl die weibliche B-Jugend der HSG Erbstromtal-Eisenach seit März kein Punktspiel mehr absolviert hat, sind die Spielerinnen weiter voller Eifer.

Die B-Mädchen der HSG Erbstromtal-Eisenach (von links: Amelie Hasert, Johanna Reinhardt, Simaf Hamo und Lara Landgraf) können seit Monaten nur trainieren – donnerstags dürfen sie in die Werner-Aßmann-Halle.

Die B-Mädchen der HSG Erbstromtal-Eisenach (von links: Amelie Hasert, Johanna Reinhardt, Simaf Hamo und Lara Landgraf) können seit Monaten nur trainieren – donnerstags dürfen sie in die Werner-Aßmann-Halle.

Foto: Mike El Antaki

„Ich will doch nur spielen...“, heißt es in einem bekannten Song der deutschen Musikerin Annett Louisan. Genau das geht den Handball-Mädchen der HSG Erbstromtal-Eisenach durch den Kopf. Seit dem 7. März, als sie damals noch als SV Wartburgstadt 34:21 gegen Schlotheim siegten, hat die weibliche B-Jugend kein Punktspiel mehr absolviert. „Das ist schon ziemlich nervig, aber zumindest können wir derzeit trainieren“, spricht Torhüterin Amelie Sophie Hasert das aus, was wohl alle ihre Mitspielerinnen denken.

Die Saison in der Landesliga Staffel 3, die nach dem Rückzug der JSG Nazza/Großburschla/Schnellmannshausen auf fünf Teams geschrumpft ist, sollte für die HSG ursprünglich am 7. November mit dem Heimspiel gegen den HV Merkers starten. Bevor der erste Ball gespielt war, folgte nun die erneute Zwangspause. Verbunden mit der Entscheidung des Thüringer Handball-Verbandes, dass der Spielbetrieb nicht mehr vor dem Jahreswechsel wieder aufgenommen wird. Mit diesem ständig Hin und Her, mit der langen Phase ohne Wettkampf gehen die Mädchen erstaunlich gut um. „Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr waren alle mit großem Ehrgeiz und Trainingseifer bei der Sache. Es hat auch erfreulicherweise noch keine Spielerin aufgehört, im Gegenteil, es sind sogar einige neue dazugekommen“, sagt Thomas Stegmann. Der Vater von Spielerin Gina-Lauren, bislang Co von Eckhard Schwarz, hat vorerst das Traineramt übernommen, da der langjährige SVW-Nachwuchscoach erkrankt ausfällt.

Es sind aber nicht nur die Corona-Auswirkungen, die Eisenachs Nachwuchshandballerinnen zu spüren bekommen. Nebenbei verlor die Mannschaft im September auch noch ihre Haupttrainings- und Heimspielstätte. Wegen baulicher Mängel musste die in die Jahre gekommene Jahnsporthalle gesperrt werden. „Die Stadt hat uns aber andere Hallen zur Verfügung gestellt. Diesbezüglich können wir uns nicht beschweren“, meint Stegmann, wenngleich sein Team nun wie ein Wanderzirkus durch Eisenach zieht. Dienstags sind die Mädchen in Eisenach Nord, donnerstags teilen sie sich die Spielfläche in der Werner-Aßmann-Halle mit dem Nachwuchs des ThSV und freitags folgt eine weitere Einheit in der Sporthalle in der Stedtfelder Straße. Mit drei Trainingszeiten pro Woche ist die HSG die einzige leistungsorientierte weibliche Jugendmannschaft in der Wartburgstadt, wie Stegmann hervorhebt.

Doch einfach nur trainieren, trainieren, trainieren reicht auf Dauer nicht. „Irgendwann wollen die Mädchen auch mal wieder einen richtigen Wettkampf bestreiten“, weiß Stegmann. Seinen Optimismus hat er diesbezüglich nicht verloren. „Ich rechne damit, dass es Ende Januar oder Anfang Februar losgehen wird.“ Ihre Heimspiele wird die B der im Sommer von Petkus Wutha-Farnroda und dem SV Wartburgstadt gegründeten HSG dann vermutlich in der Hörselberghalle in Wutha-Farnroda austragen. Ob im geplanten Modus mit Hin- und Rückspiel und anschließender Finalrunde gespielt wird, ist jedoch ungewiss. Klar definiert ist nur das Saisonziel der B-Jugend der HSG Erbstromtal-Eisenach, die Gruppensieg und einen Medaillenplatz in Thüringen anpeilt. Stegmann: „Wenn die Saison endlich beginnt, werden unsere Mädchen hochmotiviert sein. Sie haben sich viel vorgenommen und wollen für ihren erkrankten Trainer spielen.“

Wie bei Eisenachs B-Mädchen wird im Thüringer Nachwuchshandball bei ganz vielen Teams Geduld benötigt. Auch die A-, B- und C-Jungen des HSG-Partners Wutha-Farnroda warten weiter auf den Saisonstart. Klickt man die Tabellen von der D- bis zur A-Jugend durch, dann zählt man 27 Mannschaften, die in der Saison 2020/21 noch kein einziges Spiel absolviert haben. Und etliche in anderen Kreisen dürfen noch nicht einmal trainieren.