Eisschnelllauf-Meisterschaften in Erfurt nicht gefährdet

Erfurt.  Trotz der Finanzkrise des Eisschnelllauf-Verbandes finden die Junioren-Titelkämpfe statt in Erfurt statt. Der Bundesstützpunkt ist bis 2022 bestätigt.

Zu den deutschen Junioren-Meisterschaften in Erfurt werden Ende des Monats knapp 200 Talente erwartet.

Zu den deutschen Junioren-Meisterschaften in Erfurt werden Ende des Monats knapp 200 Talente erwartet.

Foto: Sascha Fromm / TA

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Trotz der Finanzkrise der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) ist die Austragung der nationalen Meisterschaften des Nachwuchses sowie der Junioren in Erfurt gesichert. Für die Titelkämpfe vom 30. Januar bis 2. Februar haben sich knapp 200 Athleten angesagt. „Die Wettbewerbe finden wie geplant statt“, sagte Marian Thoms, der Geschäftsführer des ausrichtenden ESC Erfurt.

Vor der Europameisterschaft am zweiten Januar-Wochenende in Heerenveen in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass dem Verband möglicherweise der finanzielle Kollaps droht. Nach neuesten Berechnungen könnten die Gelder bis zum Herbst reichen. Verschärft hatte sich die Lage, nachdem der Hauptsponsor (DKB) nach der Neuausrichtung seiner Werbeaktivitäten auch den Eisschnelllauf-Verband nicht mehr förderte.

Aktuell sind die Kaderathleten wie zum Beispiel der Erfurter WM-Medaillenkandidat Patrick Beckert durch die Unterstützung des Leistungssports durch das Bundesinnenministerium abgesichert. Erfurt ist zudem bereits bis 2022 als Bundesstützpunkt bestätigt. Auch der ESC Erfurt erhält von der DESG keine Zuwendungen, sondern finanziert sich selbst durch Mitgliedsbeiträge oder eigene Sponsoren und arbeitet somit autark.

Dennoch könnte die missliche Lage dem ohnehin in der Krise steckenden Eisschnelllaufen zusätzlichen Schaden zufügen. „Unsere Befürchtung ist es, dass es zur Insolvenz des Verbandes kommt und dann natürlich die Frage beantwortet werden muss, wie es generell weitergeht“, sagte Thoms und wies darauf hin, dass in solch einem Fall das Innenministerium für den Spitzensport keine Gelder mehr bereitstellen würde. Auch die Arbeit der Geschäftsstelle des Verbandes in München und damit dann der gesamte Sportbetrieb wären in diesem Falle infrage gestellt.

Neben den finanziellen Turbulenzen sind auch entscheidende personelle Fragen ungeklärt. Nach dem Rücktritt von DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen im November ist der Posten noch vakant. Offenbar gibt es vier Kandidaten. Auch Matthias Große, der Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein, kündigte seine Kandidatur an.

Um den Verband vor dem Absturz zu bewahren, gründete sich im Dezember die Initiative „DESG gemeinsam retten“. Zu den Erstunterzeichnern gehörte Marian Thoms. Als ersten Schritt hat das Gremium für Februar die Sportpolitiker des Bundestages und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu einem Krisengespräch geladen. Es soll darüber beraten werden, welche Zukunft das Eisschnelllaufen hat. In Deutschland und in Erfurt.

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