Ernüchterung beim FC Carl Zeiss Jena zum Rückrundenstart

Jena.  Das neue Jahr beginnt für den FC Carl Zeiss wie das alte endete – mit einer Pflichtspiel-Niederlage.

Schiedsrichter Mitja Stegemann zeigt Meris Skenderovic  (links) die Rote Karte –  Ole Käuper und Julian Günther-Schmidt protestieren.

Schiedsrichter Mitja Stegemann zeigt Meris Skenderovic (links) die Rote Karte – Ole Käuper und Julian Günther-Schmidt protestieren.

Foto: Tino Zippel

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Das Gesicht von Jan Löhmannsröben zeigte deutliche Spuren von der unfreiwilligen Bekanntschaft mit der Unterseite des Stollenschuhs von Meris Skenderovic. „Mein Kopf fühlt sich schlimmer als nach einem Heavy-Metal-Konzert an“, sagte der neue Abwehrchef von Preußen Münster, der freilich überglücklich war, dass ihm im Kellerduell der 3. Liga am Samstagnachmittag gerade ein 2:1-Sieg beim Ex-Club FC Carl Zeiss Jena geglückt war.

„Wir wollten es mehr als Jena“, schätzte Löhmannsröben ein und traf den Nagel damit auf den Kopf. Als ihm Skenderovic in der 76. Minute unbeabsichtigt ins Gesicht trat, war eine für den FC Carl Zeiss bis dahin ohnehin schon sehr enttäuschende Partie komplett gelaufen. Schiedsrichter Mitja Stegemann, der schon die Gelbe in der Hand hatte, entschied sich beim Blick aufs blutende Haupt Löhmannsröbens auch für Rot als Farbe der Karte und die Thüringer mussten vor 4840 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld ein 1:2 aufholen, was nicht mehr gelang.

Bei seiner Entscheidung lag Stegemann, der sich durch seine ansonsten unausgewogene Spielauslegung den Frust der Jenaer Fans zuzog, übrigens genauso richtig wie bei seinem Elfmeterpfiff in der 32. Minute. „Das war ein klares Handspiel“, gab sogar Jenas Trainer Rico Schmitt unumwunden zu. Übeltäter war ausgerechnet Abwehrchef und FCC-Kapitän Dominic Volkmer

Zehn starke Jenaer Anfangsminuten

Preußen Münster, das nach zehn starken Jenaer Anfangsminuten besser in die Begegnung gefunden hatte, und dennoch über weite Strecken ähnlich dem Gastgeber fußballerische Magerkost kredenzte, ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen. Lucas Cueto, bester Mann an diesem frostigen Sonnabend auf dem Platz, traf zum 1:0.

„Wir waren immer einen Schritt hinterher. Haben vor der Abwehr zu viel klein klein gespielt“, kritisierte Trainer Schmitt. Das wurde zunächst auch nicht besser, als er für die gelb-vorbelasteten Volkmer und René Eckardt nach der Pause Dominik Bock und Skenderovic brachte. Dass ausgerechnet zwei eigentliche Führungsspieler nach 45. Minuten vom Feld ohne Verletzungsgrund gingen, spricht Bände für das Bild, was die Hausherren abgaben. Ein schwaches – wie Schmitt eingestehen musste. „Wir hatten heute zu viele Spieler, die unter Schnitt gespielt haben und keinen, der über Schnitt gespielt hat.“

Umso überraschender war dann aber der Ausgleich durch Julian Günther-Schmidt (61. Minute), der einen abgewehrten Schuss von Kilian Pagliuca einschob. Und fast schien es so, als könnte nach miserablem Start das Spiel doch noch zu Gunsten des FC Carl Zeiss kippen.

Zehn Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz

Doch nahezu naiv mutete das weite Aufrücken nach dem 1:1 an und wurde böse bestraft. Als die Jenaer auf der Außenbahn in der Preußen-Hälfte den Ball verloren, konterte Münster blitzschnell. Cueto durfte mit dem Ball am Fuß ungehindert über den halben Platz marschieren und traf per sattem Fernschuss zum 1:2-Endstand aus Jenaer Sicht (68.).

Wie geht es nun weiter angesichts von zehn Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beim FC Carl Zeiss? „Wir haben noch genug Spiele in dieser Rückrunde. Wir haben keine Zeit, Trübsal zu blasen. Ab morgen geht es weiter“, gab sich Pierre Fassnacht kämpferisch. „Es ist noch nichts entschieden. Wir werden nach einem Spiel nicht alles zerreden“, meinte Nico Hammann.

Jan Löhmannsröben freute sich derweil, dass der Preußen-Adler „wieder ins Fliegen gekommen ist“. Und wünscht das auch seinem Ex-Verein von ganzem Herzen. Ohne signifikante Leistungssteigerung droht am Ende aber der FCC-Totalabsturz.

Spieler-Zeugnis

  • Coppens 2,5
  • Grösch 4,0
  • Volkmer 5,0
  • Hammann 4,0
  • Obermair 4,0
  • Stanese 3,5
  • Eckardt 5,0
  • Fassnacht 3,0
  • Gabriele 4,5
  • Pagliuca 4,5
  • Günther-Schmidt 3,5
  • Bock (ab 46. Minute) 4,0
  • Skenderovic (ab 46. Minute) 4,5
  • Käuper (ab 75. Minute) –

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