Erst Rouladen, dann die Unterschrift für Joschka Ferner von Science City Jena

Jena.  Der Basketballer Joschka Ferner will mit Science City Jena zurück in die Bundesliga. Dafür investiert er viel.

Bereits in der vergangenen Saison zeigte Joschka Ferner im Spiel gegen Bayer Leverkusen eine starke Leistung.

Bereits in der vergangenen Saison zeigte Joschka Ferner im Spiel gegen Bayer Leverkusen eine starke Leistung.

Foto: Christoph Worsch

Letztlich war es Cheftrainer Frank Menz, der mit Klößen und Rouladen überzeugte. Vor dem Saisonstart 2019/2020 lud er Joschka Ferner zum Essen ein, hoch oben auf dem Jenaer Fuchsturm. Es folgte die Vertragsunterschrift des 2,01 Meter großen Flügelspielers, der von den Crailsheim Merlins zunächst für zwei Jahre an die Saale wechselte.

Natürlich waren die kulinarischen Gründe nicht die einzigen für den heute 24-Jährigen. „In Jena passen Teamchemie und Umfeld, alles ist sehr professionell und das Trainerteam um Frank und Steven Clauss ist unglaublich erfahren. Beide haben eine große Laufbahn vorzuweisen“, sagt der aus dem bayerischen Nördlingen stammende Basketballer mit der 17 auf dem Rücken.

„Fußball fand ich immer blöd.“

Auch die Vita von Joschka Ferner kann sich bereits sehen lassen. Mit sieben Jahren ging es los mit Basketballspielen, da er „Fußball immer blöd fand“. Joschka nutzte bereits damals seine Größenvorteile, wechselte als Jugendlicher gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Lukas nach Ulm und spielte dort U19-Bundesliga. Mit der deutschen Nachwuchsnationalmannschaft schaffte er einen fünften Platz bei der EM-Endrunde 2012, vier Jahre später wurde er Vierter mit dem U20-Nationalteam bei der EM in Finnland.

Angelangt im Männerbereich, feierte der Bayer mit der Ulmer Ausbildungsmannschaft Weißenhorn Youngsters die Meisterschaft in der Pro B, stieg in die Pro A auf und bekam seine ersten Einsätze im BBL-Team von Ratiopharm Ulm. Eine Zeit, die er nicht vergessen wird: „Das Miteinander mit den Ulmer Jungs war sehr prägend für mich. Mit einigen Mitspielern von damals habe ich noch Kontakt. Beim Aufstieg in die Pro A waren wir fast alles Jugendspieler, ohne einen Legionär aus dem Ausland. Das schweißt zusammen.“

Topscorer gegen Bayer Leverkusen

Über die Station Crailsheim fand der Mann mit Schuhgröße 49,5 schließlich ins Team von Science City, hatte dort in seiner ersten Saison allerdings häufiger mit Verletzungen zu kämpfen. Auch zu Beginn dieser Spielzeit stoppte ihn zunächst ein Hexenschuss, bevor er im vergangenen Spiel gegen die Bayer Giants Leverkusen mit 13 Punkten als Topscorer im Team Selbstvertrauen tanken konnte.

Fragt man seine Trainer, das Team um ihn herum, so wird der Fan von Leonardo DiCaprio und Lachslasagne als ein ruhiger, entspannter Charakter beschrieben. Kein Mann für den Mittelpunkt, ein Typ, mit dem jeder gut kann.

Dirk Nowitzki als Vorbild

Selbst schätzt sich Joschka Ferner als guten Teamspieler ein, der auf dem Parkett kommuniziert und einen stabilen Wurf hat. Im Spiel zum Korb und an der Physis sieht der Bewunderer von Dirk Nowitzki noch Nachholebedarf. „Dafür habe ich im Sommer viel getan, war oft im Kraftraum und habe mit den Coaches analysiert.“

Wie für alle Spieler sei diese besondere Saison ohne Zuschauer und mit wenig Training nicht leicht für die Psyche, doch „das betrifft ja alle Teams, sich dahinter verstecken gilt also nicht.“

Sein großes Ziel ist wieder BBL-Luft zu schnuppern, am liebsten mit Science City. Und vielleicht sieht man Joschka Ferner dann auch weiterhin in Jena spazieren, am Fuchsturm, hoch oben beim Steinkreuz.