„Es zählen Erfolge, keine Bestzeiten“

Erfurt.  Interview der Woche: Mittelstrecklerin Lena Posniak über das Ziel Junioren-WM und den Traum Olympia, ihre Anfänge beim SV Sömmerda und Hobbys

Schnelle Beine, sympathisches Lächeln: Lena Posniak vom LAC Erfurt Top-Team.

Schnelle Beine, sympathisches Lächeln: Lena Posniak vom LAC Erfurt Top-Team.

Foto: Theo Schwabe

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Dass sich die 18-jährige Mittelstrecklerin Lena Posniak vom LAC Erfurt Top-Team für das Jahr 2020 neue ehrgeizige Ziele gesteckt hat, stellte sie zum Saisonauftakt beim 11. TLV-Hallenmeeting unter Beweis. Die mehrfache deutsche Jugendmeisterin, U20-EM-Starterin 2019 und Teilnehmerin der Europaspiele 2017 knackte über 400 Meter in 57,93 Sekunden und 800 Meter in 2:14,51 Minuten die Norm für die deutschen U20-Hallenmeisterschaften am 15./16. Februar in Neubrandenburg. Doch die U20-Hallen-DM ist für Posniak eigentlich nur eine der Zwischenstation auf dem Weg zu den Juniorenweltmeisterschaften in Kenias Hauptstadt Nairobi im Juli.

Wir sprachen mit der ehrgeizigen Leichtathletin, die den Weg vom SV Sömmerda nach Erfurt fand.

Wie optimistisch sind Sie, über 800 Meter die Norm für Ihren nächsten Karriere-Höhepunkt, die Junioren-WM, zu schaffen?

Ohne Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen läuft nichts. Die JWM-Norm von 2:06,00 Minuten ist angesichts meiner bisherigen Bestzeit von 2:06,58 Minuten realistisch. Auch, wenn ich diese Bestzeit letztes Jahr im weiteren Saisonverlauf nicht noch einmal toppen konnte.

Warum nicht?

Na ja, bei den deutschen Meisterschaften und internationalen Höhepunkten setzt man sich nicht das Ziel, eine sehr schnelle Zeit zu laufen. Da wird, im Kampf um den Titel und Medaillen, mehr taktiert. In der Sportlerkarriere zählen schließlich Erfolge, keine Bestzeiten.

Erfolge haben Sie in ihrer noch jungen Karriere schon einige vorzuweisen. Bereits 2017 wurden sie erstmals deutsche Meisterin über 800 Meter in der Altersklasse U17 und wurden damit für die Europaspiele im ungarischen Györ nominiert.

Eine schöne Erinnerung. Schade, dass ich damals als Vorlaufdritte das Finale um sechs Hundertstel verpasst habe. Zum Glück ging es mit Medaillen bei deutschen Meisterschaften gut für mich weiter und ich konnte weiterhin das Niveau in der weiblichen Jugend in Deutschland mitbestimmen. Mit der Qualifikation zur U20-EM im schwedischen Boras 2019 schaffte ich meinen zweiten großen internationalen Einsatz. Auch wenn es dort nicht für einen Top-Ten-Platz gereicht hat, hat es mir gezeigt, dass ich mit den besten europäischen Mittelstrecklerinnen meiner Altersklasse mithalten kann.

Wie sind Sie überhaupt zur Leichtathletik und insbesondere zum Ausdauerlauf gekommen?

Daran haben meine Eltern einen großen Anteil. Stand der Crosslauf der Deutschen Einheit in Weißensee auf dem Programm, waren wir dabei. Da ich schon als Kind zu den schnellsten Läuferinnen gehörte, sprach mich Trainer Bernd Krannich vom SV Sömmerda an, ob ich nicht mal zum Training kommen möchte. Der nächste Schritt folgte 2013, als ich ans Coubertin-Sportgymnasium nach Erfurt wechselte und fortan von Alexander Fromm und Enrico Aßmus trainiert wurde.

Der richtige Schritt?

Absolut. Ich konnte mich stetig weiterentwickeln. Plötzlich waren Zeiten unter 2:10,00 Minuten keine Sensation mehr, auch meine Bestzeit von 2:06,58 Minuten beim Meeting in Dessau nicht.

Stacheln Sie die Leistungen der männlichen Mittelstreckler in ihrer Trainingsgruppe an?

Na klar. Viele Trainingseinheiten absolviere ich mit Tim Lungmuß, der auf den längeren Distanzen zuhause ist. Aber auch mit meiner Trainingspartnerin Alina Schönherr, die ja schon einmal bei der Junioren-WM dabei war, pushe ich mich zu Bestleistungen. Pro Woche kommen schon so an die 90 bis 100 Trainingskilometer zusammen.

Mit dem großen Ziel Olympia im Hinterkopf?

Ja, das ist mein Traum.

Haben Sie ein Vorbild?

Tina Donder, die einst auch vom SV Sömmerda nach Erfurt kam und in der Jugend zu den besten Mittelstrecklerinnen gehörte.

Und gibt es neben dem Laufen ein Hobby?

Fußball finde ich cool. Oft zocken wir nach dem Training noch eine Runde.

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