Fahner-Höhe-Kicker ohne Durchblick im Nebel

Erfurt.  Fußball-Thüringenliga: Trotz guter Chancen und Überzahl spielt der FC An der Fahner Höhe gegen Sonneberg nur 1:1. Herbstmeisterschaft fast sicher.

Wo ist der Ball? Diese Frage war im Nebel am Wustrower Weg nicht immer leicht zu beantworten.

Wo ist der Ball? Diese Frage war im Nebel am Wustrower Weg nicht immer leicht zu beantworten.

Foto: Jakob Maschke

Fast wichtiger als die Augen waren am Sonntagnachmittag die Ohren. Das hatten auch die Spieler verstanden. Von Beginn an drangen laute Rufe durch den Nebel, der über den Kunstrasen am Wustrower Weg in Erfurt waberte. Dort trug der FC An der Fahner Höhe sein Heimspiel in der Fußball-Thüringenliga gegen den starken Aufsteiger 1. FC Sonneberg aus. Auch im 13. Saisonspiel wollte das Team aus Dachwig ungeschlagen bleiben. Schon ein Punkt gegen den Fünften hätte dem Spitzenreiter fast sicher zur Herbstmeisterschaft gereicht.

Der erste metallene Knall zeugte nach neun Minuten von diesem Vorhaben. Fahner-Kapitän Machts hatte einen Freistoß aus 25 Metern an die Latte genagelt (9.). Zwei Minuten später klang es nach Schienbein – diesmal war der eigentliche Abwehrchef an dem des Sonneberger Keepers Gheorghiu gescheitert. Auch Aliyevs Flachschuss konnte Gheorghiu parieren (15.). Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, die sich einige Mal gut durchkombinierten, etwa bei Martins Abseitstreffer (25.). Doch auch die einsatz- und lauffreudigen Südthüringer, die vier ihrer letzten fünf Spiele gewonnen hatten, waren gleich gut im Spiel, aber vorn zu zaghaft.

Nach einer halben Stunde teilte der Torschrei eines Fahner-Fans den Nebel. Es war aber nur das Außennetz, das Raffel getroffen hatte. Die folgende Ecke brachte seinem Team dann doch die Führung: Der nicht eben große Torwart Gheorghiu traute sich ohne Nebelscheinwerfer nicht hinaus, Preller nahm den Ball am Fünfer runter und wuchtete ihn ins Tor (31.).

Kurz darauf hatten die etwa 20 Gästefans ein paar Meter weiter links zum ersten Mal ein „Aaahhh“ auf der Zunge, doch weil Schreck zu hoch zielte, wurde nur ein „Ooohhh“ draus (35.).

Preller trifft Pfosten des leeren Tores

Selbst das blieb Sekunden nach Wiederbeginn allen im Halse stecken: Preller hatte Schreck nach kurzem Abstoß im Strafraum robust den Ball abgeluchst und noch den Torwart ausgespielt, dann mit dem schwachen Rechten aber nur den Pfosten des leeren Tores getroffen. Obwohl sich der Nebel kurzzeitig etwas gelichtet hatte, fehlte dem Torjäger hier der klare Blick für den verständlicherweise fluchenden Nebenmann Aliyev.

Nach dieser Aktion wurden die Fahnerschen unerklärlich passiv. Trainer Tobias Busse konnte nicht mahnend eingreifen, er lag mit Fieber im Bett. Sonneberg wurde mutiger und glich ebenfalls nach einem Eckball aus. Hopf zog diesen herrlich auf den zweiten Pfosten, Kapitän Schreck köpfte wuchtig ein (60.). Gerade als der Favorit den Faden verloren hatte, hob ihn Pfeiffer wieder auf: Sonnebergs Mittelfeldmann kam gegen Raffel zu spät und sah Gelb-Rot (77.). Doch Sonneberg blieb im Konter gefährlich und hatte durch Hopf die große Chance auf die Führung, aber Schorch parierte im kurzen Eck (70.).

In der Schlussphase halbierte sich das Spielfeld. Heim und Raffel sicherten an der Mittellinie ab, alle anderen waren damit beschäftigt, den gelb-schwarzen Abwehrriegel zu knacken. Aber Preller und Lischke bekamen nach zwei starken Kruse-Flanken ihre Füße nicht sortiert (80./81.). Die Rufe drinnen und draußen wurden verzweifelter, die Zeit spielte den Gästen in die Karten. Fahner brachte nur noch eine Halbchance durch Kruse zustande, das Sonneberger Bollwerk hielt. Ihr Siegerschrei nach dem Schlusspfiff war der lauteste des Tages.

Beim Spitzenreiter konnte sich dagegen niemand so recht über das Remis freuen, das ihnen diese Position über den Winter sichert (sofern Ehrenhain nicht in einem Spiel drei Zähler und sechs Tore aufholt). Das Busse-Team hatte sich ohne seinen Chef an der Seitenlinie im vorletzten Spiel des Jahres eine Nebelkerze geleistet. Zum Abschluss wartet nun das Derby in Bad Langensalza.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.