FC Carl Zeiss Jena: Achtungserfolg zum Klingbeil-Debüt

Jena.  FC Carl Zeiss Jena gewinnt das erste Spiel unter dem Interimstrainer mit 2:1 gegen den FSV Zwickau.

Bodenkampf im Ernst-Abbe-Sportfeld: Zwickaus Morris Schröter (links) gegen Jenas Jannis Kübler.

Bodenkampf im Ernst-Abbe-Sportfeld: Zwickaus Morris Schröter (links) gegen Jenas Jannis Kübler.

Foto: Tino Zippel

Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena hat am Montagabend das erste Spiel nach der Entlassung von Trainer Rico Schmitt mit 2:1 gegen den FSV Zwickau gewonnen. Maximilian Rohr erlöste die Thüringer mit seinem Kopfballtor in der 88. Minute. Es war erst der vierte Saisonsieg der Thüringer, die jetzt elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer haben. „Die Jungs haben sich wirklich zerrissen. Es ist sehr beeindruckend, dass die Mannschaft das Spiel in der zweiten Halbzeit noch gedreht hat“, sagte Jenas Interimstrainer René Klingbeil.

Unschöne Szenen gab es nach dem Spiel. Fans beider Lager stürmten in den Innenraum. Den körperlichen Meinungsaustausch konnten die Ordner nur mit großer Mühe verhindern. Erst die Polizei, die hart einschritt, beruhigte die Situation.

Dabei hatte vor der Begegnung noch Einigkeit unter den Fans hinsichtlich der Unerwünschtheit von Montagspielen geherrscht. Im Stadion waren dementsprechend viele Transparente zusehen. Die Jenaer Südkurve verzichtete in der Anfangsviertelstunde auf Anfeuerungsrufe, während sich die Fans der Sachsen über 30 Minuten in einem nerv tötenden Trillerpfeifen-Konzert probierten.

Klingbeil musste derweil mit Kilian Pagliuca, Ole Käuper und Meris Skenderovic gleich auf drei gesperrte Spieler verzichten. Der Interimstrainer machte seine Ankündigung wahr, den 34-jährigen ehemaligen Bundesliga-Spieler Aytac Sulu von Beginn an zu bringen.

Das Spiel passte sich zu Beginn aber der Stimmung auf den Rängen an. Es war mies, was den 5876 Zuschauern beim Flutlichtspiel geboten wurde.

Auf Seiten der Hausherren hätte eigentlich Julian Günther-Schmidt für die Führung sorgen müssen. Doch erst entschärfte Johannes Brinkies im FSV-Tor seinen Schuss zur Ecke (38.). Dann brachte Jenas Stürmer das Kunststück fertig, beim anschließenden Standard das Spielgerät bei seinem Drehschuss aus fünf Metern neben das Tor zu schießen.

Das leichtfertige Auslassen dieser Großchance sollte sich nur wenige Minuten später rächen. Pierre Fassnacht ließ sich auf der Außenbahn von Zwickaus Morris Schröter austanzen. Der zog in den FCC-Strafraum, Fassnacht trat zu – Elfmeter für die Sachsen. Jo Coppens im Zeiss-Tor war trotz Zettels von Klingbeil, auf dem vermutlich die Vorlieben von FSV-Schütze Fabio Viteritti standen, machtlos (43.). Mit 0:1 ging es auch in die Kabinen.

Das große Aufbäumen der Thüringer nach der Pause blieb aus, das Spielniveau war weiter im Keller. Nachdem Coppens zuvor noch schön gegen Zwickaus Gerrit Wegkampp gerettet hatte, reagierte Klingbeil, brachte für den glücklosen Bock Anton Donkor (60.). Von Aufwind für Jenas ideenlosen Sturm war bis auf einen Schuss von Günther-Schmidt (61.) aber nichts zu spüren.Für den Ausgleich musste deshalb ein Standard her. Sulu war nach einer Ecke von Daniele Gabriele mit dem Kopf zur Stelle – 1:1 (76.). Und Jena wollte mehr. Freistoß Jannis Kübler, Kopfball Rohr – 2:1 (88.). Das Stadion lag sich in den Armen.

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