FC Carl Zeiss Jena: Das Achtungszeichen von Moabit

Berlin.  Beim 5:1-Erfolg beim BAK setzt Fußball-Regionalligist FC Carl Zeiss Jena eine erste Duftmarke. Trainer Kunert sieht noch Luft nach oben

Die Jenaer mit Dennis Slamar, Can Düzel und Maximilian Oesterhelweg (vorn von links) feiern den Treffer zum 5:1-Endstand von Düzel.

Die Jenaer mit Dennis Slamar, Can Düzel und Maximilian Oesterhelweg (vorn von links) feiern den Treffer zum 5:1-Endstand von Düzel.

Foto: dedepress / Matthias Koch

Als Maximilian Oesterhelweg nach feiner Vorarbeit von René Eckardt beim Berliner AK zum 3:0 traf, hatte der FC Carl Zeiss Jena die Fußball-Regionalligapartie im dicht besiedelten Ortsteil Moabit am Sonnabend entschieden. Gerade einmal 32. Minuten brauchten die Thüringer dafür im unter Denkmalschutz stehenden altehrwürdigen Poststadion.

Nach dem souveränen 5:1-Erfolg sangen die knapp 200 mitgereisten FCC-Fans, die die Begegnung atmosphärisch in ein Heimspiel verwandelt hatten, begeistert: „Der FC Carl Zeiss ist wieder da!“

Auch Trainer Dirk Kunert war „absolut zufrieden“ und lobte: „Die Tore kann man fast nicht besser rausspielen.“ Jenas Sturmspitze Pasqual Verkamp, einmal nach Traumpass von Marius Grösch (6. Minute) und einmal nach Flanke des agilen Thomas Steinherr (26.), hatte die ersten beiden Treffer für die Gäste markiert. „Das Team wächst einfach immer mehr zusammen. Wir trainieren hart und diszipliniert. Das zahlt sich dann alles auf dem Platz aus“, nannte der Doppeltorschütze den Grund für den Erfolg.

Konkurrenzkampf auf allen Positionen

Dass angesichts seiner blitzsauberen Leistung die bisher erfolglos verlaufende Stürmersuche des FC Carl Zeiss vielleicht gar nicht so dringlich sei, wollte Kunert nach dem Sieg aber nicht gelten lassen. „Wir brauchen Konkurrenzkampf auf allen Positionen.“

Seines Stammplatzes sicher sein darf sich aber Oesterhelweg. Nicht nur wegen seines Lupfers zum 3:0. Auch das 4:0 (78.) und das 5:1 (86.) trugen maßgeblich die Handschrift des 30-jährigen Rechtsaußens. In einer Begegnung, die nicht nur aufgrund des Spielstandes, sondern auch wegen der bevorstehenden englischen Woche in der zweiten Halbzeit etwas an Schwung verlor, setzte sich Oesterhelweg zweimal auf seiner rechten Seite durch und passte scharf gen langen Pfosten. Beim 4:0 war Eckardt der Nutznießer, beim 5:1 der eingewechselte Can Düzel.

Einziger kleiner Wermutstropfen am Sonnabend war der Ehrentreffer durch den eingewechselten Ali Abu-Alfa, der einen Foulelfmeter in der 83. Minute sicher verwandelte. „Es ist ärgerlich, dass wir nicht zu null gespielt haben“, sagte Kunert, der bei seiner Rückkehr zum BAK, den er aufgrund einer Ausstiegsklausel im Sommer gen Jena verlassen hatte, nicht nur auf freundliche Gesichter traf. Kein Wunder, wenn der Ex-Coach, den man gern gehalten hätte, mit seinem neuen Club das eigene Team vorführt.

„Weiter Gas geben“

Überschwänglich wurde Jenas Trainer ob dieser ersten Saison-Duftmarke in Richtung anderer Spitzenteams nicht. Vielmehr legte er auch in der Stunde des Erfolges den Finger in die Wunde. „Ich denke, dass wir noch viel besser Fußball spielen können“, sagte er. „Eine gute Mannschaft, und die sind wir noch lange nicht, gibt immer weiter Gas“, warnte er seine Mannen, die schon am Mittwoch bei Chemie Leipzig wieder gefordert sind, dass sie nicht nachlassen dürfen.

Spieler-Noten

Sedlak 2,5

Wolf 3,0

Slamar 2,0

Grösch 2,5

Lange 2,5

Schau 2,5

Oesterhelweg 1,5

Eckardt 2,0

Bergmann 2,5

Steinherr 2,5

Verkamp 1,5

Stauffer (ab 46. Minute) 3,0

Bock (ab 67. Minute) 3,0

Jahn (ab 71. Minute) –

Düzel (ab 79. Minute) –

Kommentar: Weiter hungrig bleiben