FC Rot-Weiß: Fußball-Verband kritisiert Insolvenzverwalter

Erfurt.  Ehemaliger Regionalligist hätte im Landespokal-Halbfinale mit Junioren antreten können.

Joachim Zeng (links), Sachgebietsleiter Spielbetrieb, Schiedsrichter und stellvertretender Geschäftsführer vom Thüringer Fußball-Verband, hier mit  Christian Fothe (Geschäftsführer der Arena Erfurt GmbH), kritisiert den FC Rot-Weiß Erfurt.

Joachim Zeng (links), Sachgebietsleiter Spielbetrieb, Schiedsrichter und stellvertretender Geschäftsführer vom Thüringer Fußball-Verband, hier mit Christian Fothe (Geschäftsführer der Arena Erfurt GmbH), kritisiert den FC Rot-Weiß Erfurt.

Foto: Frank Steinhorst

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Der Thüringer Fußball-Verband (TFV) hat die Informationspolitik von Insolvenzverwalter Volker Reinhardt kritisiert und angedeutet, dass der Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt aus der Regionalliga nicht zwangsläufig zum Ausschluss aus dem Landespokal hätte führen müssen. „Die Kommunikation ist schlecht“, sagte Joachim Zeng, der Leiter Spielbetrieb des Verbandes, beim „Sporttalk im Steigerwaldstadion“.

So sei vom Insolvenzverwalter des FC Rot-Weiß Erfurt zu wenig ausgelotet worden, was trotz der Abmeldung aus der vierten Liga im Thüringer Pokal möglich gewesen wäre. „Es gibt ja noch eine A-Juniorenmannschaft. Da sind genügend Spieler, die die Voraussetzungen haben, auch wenn sie das sogenannte vorzeitige Herrenspielrecht noch gebraucht hätten“, erklärte Zeng. Vielleicht wäre es trotzdem machbar gewesen, dass der FC Rot-Weiß im Halbfinale antritt. Der Insolvenzverwalter jedoch habe erst gar nicht den Versuch unternommen, hier eine Lösung zu finden. So aber ist der Thüringer Fußball-Verband in die Bredouille geraten, wie das Halbfinale zu besetzen ist. Er muss nun vor dem Sportgericht die Frage klären, ob der FSV Martinroda kampflos ins Endspiel einzieht oder ob der SV 1879 Ehrenhain als Verlierer des Viertelfinal-Duells gegen den damaligen Regionalligisten doch eine Chance bekommt.

Unverständnis herrscht bei Zeng auch darüber, dass beim FC Rot-Weiß Erfurt das im März 2018 eingeleitete Insolvenzverfahren noch immer nicht abgeschlossen und auch ein Ende nicht in Sicht ist. Es habe in den vergangenen Jahren schon mehrfach Insolvenzen im Thüringer Fußball gegeben, wie zum Beispiel im November 2011 beim 1. FC Gera 03 oder im Jahre 1999 beim damaligen FV Zeulenroda. „Aber die waren innerhalb von einem Jahr abgearbeitet worden“, sagte Zeng. Er hat die Hoffnung, dass nun auch bei Regionalligist FSV Wacker Nordhausen das Insolvenzverfahren zügig zum Abschluss gebracht wird und der Verein wieder auf gesunden Füßen stehen kann. „Es läuft besser als in Erfurt. Mein Eindruck ist, dass hier mehr Fußballsachverstand vorhanden ist“, erklärte der TFV-Funktionär.

Zwar hat der FC Rot-Weiß fristgerecht zum 5. März beim Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) die Meldung für die Oberliga-Saison 2020/2021 abgegeben. Eine Mannschaft oder gar einen Trainer gibt es allerdings noch nicht. Angeblich verhandelt Insolvenzverwalter Reinhardt mit möglichen Investoren. Ein Ergebnis liegt aber nicht auf dem Tisch.

Allerdings kündigte er an, dass es demnächst zu einer Einigung kommen soll. „Es werden weiterhin Gespräche mit Investoren geführt, die möglichst im März abgeschlossen werden sollen“, erklärte Reinhardt auf Anfrage unserer Zeitung.

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