„Für einen Trainer ist das eine Traumsituation“

Worbis.  Matthias Wulff hat den SV Einheit Worbis zum Titel in der Regionsliga geführt. Im Interview spricht er unter anderem über das Erfolgsgeheimnis.

Meistertrainer des SV Einheit Worbis: Matthias Wulff.

Meistertrainer des SV Einheit Worbis: Matthias Wulff.

Foto: Uwe Petzl

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Den kommenden Wochen kann Matthias Wulff ganz gelassen entgegensehen: Seine Handballer stehen bereits als Meister der Regionsliga fest.

Meister im März in eigener Halle – wie ist die Feier ausgefallen?

So früh Meister zu sein, ist schon etwas Besonderes. Es ist immerhin die erste Meisterschaft einer Männermannschaft in Worbis generell. Alle Aufstiege vorher sind durch Vizemeisterschaften gelungen. Es gab nach dem Spiel Freibier für die Fans, in der Kabine wurde gefeiert, aber eine größere Party ist erst zum Fanturnier am 28. März geplant.

War die Meisterschaft nach Jahren in der Regionsoberliga von Anfang an das Ziel?

Nein, für uns stand die Integration junger Spieler und der Umbau erfahrenerer Akteure auf Schlüsselpositionen im Vordergrund. Dies wäre in der Regionsoberliga nicht möglich gewesen. Vom Ergebnis waren wir dann selbst überrascht. Das wir mithalten können, war uns klar, allerdings war schon beeindruckend, wie wir die Schwächephasen der Gegner konsequent genutzt haben. Das war der entscheidende Faktor für die Siege.

Was macht ihre Mannschaft so stark?

Die Flexibilität auf den Angriffspositionen und die sehr gute Mischung aus Jung und Alt ist derzeit unsere Stärke. Wir sind immer in der Lage, 30+X Tore zu werfen. Ausfälle können wir im Angriff mittlerweile sehr gut kompensieren. In anderen Mannschaften konzentrieren sich die Tore meist auf zwei bis drei Spieler. Unsere Treffer beschränken sich nicht mehr auf Einzelne, sondern verteilen sich über das ganze Team. Das ist für den Gegner schon schwer zu verteidigen.

Welcher Spieler hat sie im bisherigen Saisonverlauf positiv überrascht?

Die größten Fortschritte in den letzten Wochen haben definitiv Pascal Kullmann und Kai Fasse gemacht. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass so gut wie alle Spieler eine gute Entwicklung hingelegt haben, sichtbar besonders an der verbesserten Torverteilung im Team und der persönlichen Trefferausbeute jedes einzelnen Spielers. Dies war in den ersten Saisonspielen noch nicht so sichtbar. Allerdings ist bei einigen auch noch deutlich Luft nach oben. Entscheidend für die Entwicklung ist aber, dass erfahrene Spieler wie Mark Tetzlaff und Daniel Schäfer den Prozess mitgegangen sind, und ihre jetzt noch wichtigere Führungs- und Spielgestalterrolle angenommen haben, und das heißt eben nicht nur Tore werfen.

Das Team ist nach wie vor ohne Punktverlust – wie lauten die Ziele bis Saisonende?

Für einen Trainer in einer Entwicklungsphase ist dies jetzt natürlich eine Traumsituation. Und im Kopf muss man als Trainer weiter sein als in der aktuellen Saison. Jetzt kommen fünf Spiele, in denen man probieren kann und jungen Spielern größere Einsatzzeiten und somit Selbstvertrauen geben kann. Und einige Probleme gerade in der Chancenverwertung und im Abwehrverband haben wir ja noch. Schön wäre es, die Flexibilität, die wir im Angriff zeigen, auch in der Abwehr sehen zu können. Und wenn wir trotzdem noch ein paar Siege holen, umso besser.

Und wie soll die Zukunft aussehen?

Langfristiges Ziel ist und bleibt, Männerhandball in Worbis mit zwei Mannschaften für die nächsten Jahrzehnte anbieten zu können, und das geht nur mit permanenter Integration eigener Jugendspieler. Erste Schritte sind erfolgreich gemacht, aber weitere sind nötig.

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