Fußball: Sierigs Angebot an seine Apoldaer Kicker

Apolda/Jena.  Zwei Spielen in drei Tagen: die Kreisoberliga-Fußballer des VfB Apolda testeten an diesem Wochenende fleißig.

Torgefährlich präsentierte sich der Apoldaer Matin Afshar, hier rechts gegen den Jenaer Philipp Thielemann.

Torgefährlich präsentierte sich der Apoldaer Matin Afshar, hier rechts gegen den Jenaer Philipp Thielemann.

Foto: Jürgen Scheere

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Nein, nein, nein, nein! Er werde das Wort mit dem großen ‘A’ jetzt nicht in den Mund nehmen. Gordon Sierig, der Trainer des Fußball-Kreisoberligisten VfB Apolda, weiß zu genau, dass zur Schau gestellte Ambitionen gern auch als Schuss nach hinten losgehen. Deshalb vermeidet jedweden verbalen Kontakt zu Titelträumen – verfolgt jenes Ziel lieber, ohne es selbst beim Namen zu nennen.

Das vergangene Wochenende apostrophiert Sierig deshalb gern als „Vorgeschmack“ auf das, was seine Schützlinge in dieser Woche erwartet. Am Freitagabend verlor man gegen den SV Schott Jena II, wir berichteten, um am gestrigen Sonntag gleich wieder 90 Minuten auf dem Platz zu stehen. Diesmal war der SV Thalbürgel der Gegner, ein Verein der Kreisoberliga Jena. „Gegen Schott kann man verlieren, zumal uns fünf Stammkräfte fehlten“, sagt Sierig. Schott kickt dort, wo Sierig gern hin möchte: in der Landesklasse. Der Erfolg gestern gegen Thalbürgel hätte aus seiner Sicht noch höher ausfallen müssen. Doch man schluderte mit den eigenen Gelegenheiten. So ist es beim 2:1 aus VfB-Optik geblieben. Matin Afshar und Tim Grune besorgten die Treffer.

Nun folgt die wohl härteste Woche der Vorbereitung. „Ab Dienstag geht’s scharf“, sagt Sierig, dem die Vorfreude dabei durchaus anzumerken ist. Zwei straffe Einheiten morgen und am Donnerstag sind erst der Anfang: „Wir fahren am Freitag nach Bad Blankenburg ins Trainingslager“, erzählt der VfB-Coach. Dort stünde sogleich die erste Trainingsform an, ehe es am Abend unter Flutlicht ein Testspiel gegen Union Erfurt gibt. Am Samstag wird dann zweimal trainiert, Sonntagvormittag noch einmal – und wer dann noch ein paar Körner übrig hat, der darf im anstehenden Freundschaftsvergleich der eigenen Reserve mitmischen. Die empfangen am Sonntag, 14 Uhr, den SV Wöllmisse, ein Verein aus dem Südosten Jenas.

Derlei Aufwand betreibt man natürlich nur, wenn man Ziele hat. Ja, Sierig, will das gar nicht verhehlen. „Ich kann nur nicht in anderer Namen sprechen“, sagt der Übungsleiter. Er sehe all die Mühen als ein Angebot an seine Jungs. „Wenn sie es annehmen, dann können wir erreichen, worüber wir nicht reden“, sagt der VfB-Trainer und lacht.

Der Verantwortungsträger weiß um die große Chance, die sich seinem Verein in dieser Saison bietet. Man steht punktgleich hinter dem Tabellenprimus SV Gehren, dem so überraschend starken Novizen in dieser Kreisoberliga. Neun Tore im Verhältnis machen gerade den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften aus. In knapp zwei Wochen beginnt die Rückrunde, beginnt der Kampf um den Titel. Für den VfB mit der Dienstreise nach Oberweißbach. „Danach folgt schon das Spitzenspiel gegen Gehren“, erzählt Sierig. Zuhause, vor eigener Kulisse, könnte man dann die Gelegenheit haben, die Spitze zu erklimmen. Und das gehe eben nur, wenn man bestens präpariert ist.

Genau dafür fordert er seine Schützlinge derzeit sehr. Und die Jungs zögen mit, wie es Sierig sagt. Der Eifer, er ist da – hinterher, das ist sicher, werde man sich nicht vorwerfen lassen können, nicht alles probiert zu haben, um das Ziel, das man nicht benennt, möglich zu machen. Gordon Sierig arbeitet akribisch an seinem Erfolgsplan. „Ich selbst habe ein Ziel, was ich erreichen möchte“, sagt er – ohne auch dieses Mal das Wort ‘A’ in den Mund zu nehmen. Man wolle dann doch lieber einen Schritt nach dem nächsten machen, sich von Einheit zu Einheit, von Spiel zu Spiel fokussieren. Klar sei aber auch, dass man nach dem Topduell gegen Gehren, was am 29. Februar steigt, schon eine Tendenz werde erkennen können. Vielleicht wird schon dann aus dem ‘Nein, nein, nein, nein’ vielleicht schon ein kleines ‘Ja, ja, ja, ja’ ...

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