Peters Tagebuch aus dem FCC-Trainingscamp: Diesmal wird kein Schaf geschlachtet

Peter Hagen ist mit dem FC Carl Zeiss Jena ins Trainingslager in die Türkei geflogen. Über Fotos fürs Vereinsalbum und solche, die niemand in seiner Chronik sehen will.

Die Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena mit Trainern, Betreuern, Sponsoren und mitgereistem Anhang auf dem Übungsplatz in Antalya.

Die Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena mit Trainern, Betreuern, Sponsoren und mitgereistem Anhang auf dem Übungsplatz in Antalya.

Foto: Peter Hagen

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Foto fürs Vereinsalbum: Als Rico Schmitt am Sonntagmorgen zum Training bittet, drückt er ein Auge zu. Mannschaft, Betreuer, Präsidiums-Vertreter, angereiste Sponsoren und Anhänger des Drittligisten dürfen sich aufstellen zum Gruppenbild. Mitten auf der „Produktionsstätte“, die bei Schmitt ansonsten eine Tabu-Zone ist für alle, die kein Trikot mit Rückennummer tragen. Doch wenn im Mai einmal mehr das Unmögliche möglich gemacht und der Klassenerhalt geschafft worden ist, dürfte die Erinnerung an dieses Camp umso schöner sein.

Dem Fototermin folgt eine kleine Tradition, die am Ende solcher Trainingslager steht. Pressevertreter und Sponsoren schnappen sich einen Ball, um auf dem Nachbarplatz einige jener Pfunde loszuwerden, die sich täglich nach dem Hotel-Büfett an die Hüften heften. Schließlich heißt es ja Büfett und nicht Büdünn. Die erste Spielvariante nennt sich „einmal berühren“, was als „One-Touch-Kombinationsspiel“ natürlich professioneller klingt, hier aber nicht ganz so gelungen aussieht. Dem schließt sich noch ein Kleinfeld-Kick mit Mini-Toren an. Zumachende Muskeln, Adduktorenprobleme, Zerrungen, Kreuzbandriss – plötzlich schießen einem Dinge durch den Kopf, die man bislang nie mit dem eigenen Körper in Verbindung gebracht hätte.

Es endet für alle ohne Sanitäter-Einsatz. Was hoffentlich auch am Montag der Fall sein wird, wenn um 17 Uhr Ortszeit im Maranda Spor Kompleksi der Drittliga-Tabellenletzte auf Schachtjor Qaraghandy, aktuell Tabellenneunter der kasachischen Erstliga, trifft. Übrigens ist nicht zu befürchten, dass die Kasachen vor dem Anpfiff im Stadion ein Schaf schlachten werden, wie das noch 2013 beim Hinspiel gegen Celtic Glasgow in den Champions-League-Playoffs der Fall war. Die Europäische Fußball-Union hatte nach diesem Vorfall ihr Veto eingelegt und vor der Wiederholung derartiger religiösen Rituale gewarnt. Solche Bilder will auch niemand in seiner Chronik wirklich sehen.

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