Das G steht für Gefahr: TSV Motor Gispersleben gewinnt deutlich

Gispersleben  Fußball, Thüringenpokal: Gispersleben zeigt vorn wie hinten Spektakel und zieht per 6:2 gegen Viernau in die zweite Pokalrunde ein.

Ich war‘s: Steffen Knabe war beim 6:2-Auftaktsieg seiner Gisperslebener im Thüringenpokal gegen Viernau mit drei Treffern – hier nach seinem dritten zum Endstand – der entscheidende Mann. Sein 4:2 war Marke „Tor des Jahres“.

Ich war‘s: Steffen Knabe war beim 6:2-Auftaktsieg seiner Gisperslebener im Thüringenpokal gegen Viernau mit drei Treffern – hier nach seinem dritten zum Endstand – der entscheidende Mann. Sein 4:2 war Marke „Tor des Jahres“.

Foto: Jakob Maschke

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In der Halbzeitpause angesprochen auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er mit einem 8:4 zufrieden wäre, musste Tobias Geißler schmunzeln. „Im Pokal ist das okay, aber in der Liga müssen wir auf Dauer unsere Anfälligkeit bei Standards in den Griff kriegen, um zu bestehen“, sagte der Trainer des TSV Motor Gispersleben. Sein Team führte im Duell zweier Fußball-Landesklässler in der ersten Runde des Thüringenpokals gegen den FSV Viernau zu diesem Zeitpunkt mit 4:2. Einmal mehr hatten die Gisperslebener mit Nachdruck bewiesen, dass bei ihnen – vorn wie hinten – immer mit Spektakel zu rechnen ist.

Dabei begann die Partie in der Bernauer Straße ziemlich unspektakulär. Eine reichliche Viertelstunde lang deutete nichts auf ein Torfestival hin – beide Teams starteten zerfahren und fehlerhaft. Reichmanns Schuss ans Außennetz (10.) und Viernaus Annäherung nach Preuße-Fehlpass (13.) waren noch nicht wirklich gefährlich. Schuchardts Geistesblitz brachte die Gastgeber in Führung: Der Flügelspieler zog von rechts nach innen und hob den Ball mit dem schwachen Linken sehenswert in den Lauf von Torjäger Knabe, der flach einschob (17.). Drei Minuten später narrte wieder Schuchardt zwei Gästeverteidiger und bediente den freistehenden Fischer, der den Ball allerdings „Richtung Finanzamt“ (Zitat eines Zuschauers) drosch. Das neue Spielgerät legte sich Urbach kurz darauf 30 Meter halblinks vor dem Tor zum Freistoß zurecht – und schlenzte es über Torwart Geier hinweg in den Winkel. „Der war haltbar. Wenn ich nur zwei Zentimeter größer wäre“, meinte der Düpierte später.

Dann nutzte Viernau die vom TSV-Trainer bemängelte Standardschwäche der Einheimischen. Kapitän Schmidt zog einen Freistoß aus 25 Metern auf den langen Pfosten, wo zwei Gisperslebener das Nachsehen hatten und Wedekind eine Kopfballablage ebenfalls per Kopf über die Linie drückte (2:1/29.).

Jetzt war richtig Musik drin. Während der wuchtige Stoßstürmer Strucka dem defensiv mitunter sorglosen Landesklasse-Aufsteiger zunehmend Probleme bereitete, zeigte Gispersleben offensiv abermals seine spielerische Klasse. Nach schönem Direktspiel landete der Ball per Heber an der Latte, Reichmann stand goldrichtig und staubte zum 3:1 ab (33.). Wieder nur drei Minuten später Slapstick pur auf der anderen Seite: Nach einem Pressschlag entschied der Referee zunächst auf Elfmeter, nach Rücksprache mit seinem Assistenten aber doch auf Ecke. Viernau war‘s egal: Nach eben jener Ecke brachte Schönherr eindeutig den Gegner zu Fall – diesmal blieb es beim Strafstoß. Wieder war es Abwehrmann Wedekind, der die Südthüringer auf die Anzeigetafel brachte (3:2/36.).

Krönender Abschluss der Offensivshow in Hälfte eins war Knabes absoluter Ausnahmetreffer. Schon Fischers Vorbereitung per Tunnel und 20-Meter-Chipball war künstlerisch wertvoll. Doch wie der Angriffsschlaks den aufspringenden Ball zum 4:2 aus spitzem Winkel ins rechte Dreiangel schoss (38.), erinnerte an Marco van Basten anno 1988.

Die zweite Hälfte ist schnell erzählt: Viernau hielt anfangs noch mit, schaffte es aber nicht mehr gefährlich vors Gisperslebener Tor. Ihre zwei-Tore-Hypothek zur Halbzeit erwies sich letztlich als zu groß. Die Lücken in der Gästeabwehr wurden von Minute zu Minute größer, und die Gisperslebener hätten die Führung mit etwas mehr Konsequenz weit höher als auf das letztendliche 6:2 ausbauen können.

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