Geburtsstunde eines neuen Erfurter Fußballvereins per Videokonferenz

Erfurt.  Obwohl die Coronakrise gerade die komplette Sportwelt lahmlegt, wollen einige Fans des insolventen FC Rot-Weiß Erfurt wie geplant einen Plan B auf den Weg bringen.

Unter welchem Vereinsnamen und in welcher Liga künftig der Fußball in Erfurt rollt, ist noch ungewiss.

Unter welchem Vereinsnamen und in welcher Liga künftig der Fußball in Erfurt rollt, ist noch ungewiss.

Foto: Marco Kneise

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Dazu soll schon am morgigen Samstag mit dem SC Rot-Weiß ein neuer Verein gegründet werden – per Videokonferenz. „Damit stellen wir sicher, dass wir in Zeiten von Corona unserer Verantwortung gerecht werden und alle Auflagen einhalten“, sagt Markus Hirche, einer der zwölf Initiatoren. Dass die Neugründung hinterher per Unterschrift rechtsgültig besiegelt wird, sei ebenso unter Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften lösbar.

Hirche betonte erneut, man wolle den neuen Verein gründen, um für den Fall eines Scheiterns des Insolvenzplanes und im schlimmsten Fall einer Löschung des FC Rot-Weiß aus dem Vereinsregister gewappnet zu sein. Nur bei jenem Szenario würde der SC Rot-Weiß den Spielbetrieb zum Start der Saison 2020/2021 am 1. Juli aufnehmen.

Bislang konnte der einstige Regionalligist jedoch noch keinen Investor oder Sponsor präsentieren, der die Fortführung des Spielbetriebs in der Oberliga sowie der Jugendabteilung garantiert. Die Coronakrise und die damit verbundene Unsicherheit bei vielen Unternehmen dürfte die Suche nach Geldgebern nicht erleichtern. Insolvenzverwalter Volker Reinhardt hatte am 16. März erklärt, man wolle möglichst noch in diesem Monat Ergebnisse präsentieren.

Zunächst war die Neugründung des SC Rot-Weiß für den 30. März vorgesehen. Man wollte die außerordentliche Mitgliederversammlung zwei Tage zuvor abwarten und dort das Konzept vorstellen. Weil die Veranstaltung wegen des aktuellen Verbots von Versammlungen jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, wird schon am Samstag der neue Verein aus der Taufe gehoben und eine Satzung beschlossen.

Am Montag will man beim Notar die Neugründung beglaubigen lassen, einen Tag später könnte der SC Rot-Weiß ins Vereinsregister eingetragen werden. Mit alldem soll sichergestellt werden, dass unter anderem bis zum 31. Mai die Spielrechte beim Thüringer Fußball-Verband (TFV) beantragt werden können. Zudem will man die Kooperation mit dem Sportgymnasium fortführen und das Trainingszentrum „Gebreite“ weiter nutzen.

Nicht angestrebt wird, mit jenem Akt auch offiziell um Mitglieder zu werben. „So etwas forcieren wir im Augenblick nicht“, sagt Markus Hirche. Denn oberste Priorität haben nach wie vor alle Bemühungen, den 1966 gegründeten FC Rot-Weiß trotz aller finanziellen Schwierigkeiten doch noch zu retten.

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