Greizer Ringer bejubeln Unentschieden wie einen Sieg

Schorndorf/Greiz.  Die Mannschaft von Trainer Tino Hempel gewinnt besiegt am Sonnabend Hallbergmoos mit 21:10 und erkämpft in Schorndorf ein 12:12

Der Greizer Dawid Karecinski wirft Yannick Ketterer und kommt zu einem vorzeitigen Sieg.

Der Greizer Dawid Karecinski wirft Yannick Ketterer und kommt zu einem vorzeitigen Sieg.

Foto: Sascha Fromm

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Die Greizer Bundesligaringer bleiben mit einem Sieg gegen Hallbergmoos am Sonnabendabend und einem 12:12 gestern beim ASV Schorndorf auf Kurs Playoff-Runde. In der Tabelle der Bundesligavorrunde Südost liegt der RSV Rotation bei noch zwei ausstehenden Kämpfen einen Punkt vor dem gestrigen Gegner.

Den Hinkampf hatten die Greizer gegen den ambitionierten Aufsteiger mit 19:17 gewonnen und es war klar: Schorndorf wird die stärkste Mannschaft aufbieten – denn auch der Deutsche Meister von 1975/76 will sich die Chance auf die Meisterschaftsendrunde erhalten. Wie im Hinkampf gewannen die Greizer fünf Kämpfe, doch fielen die Siege nicht so hoch aus.

Daniel Sartakov im letzten Kampf des Abends versuchte alles, gewann 10:0. Zurab Matcharashvili fehlte beim 8:1 eine Wertung um drei Mannschaftspunkte zu erzielen. Martin Obst hatte den früheren Pausaer Zalik Sultanov im Griff, doch fehlten beim 8:0 noch sieben Punkte, um wie im Hinkampf mit 15:0 zu gewinnen. Dawid Karecinski holte einen 5:2-Sieg. Igor Besleaga merkte man die Doppelbelastung und das „Gewicht machen“ an. Früh um fünf drehte er gestern schon wieder seine Runden, um abzuschwitzen aufs Gewichtslimit von 75 kg – er erkämpfte mit einer Energieleistung einen 6:1-Erfolg.

„Es ist müßig, den einen oder anderen Kampf herauszunehmen, zu schauen, wo wir vielleicht den einen Punkt zum Sieg liegen gelassen haben“, sagt Trainer Tino Hempel. Wichtig sei, „dass wir Schorndorf hinter uns gelassen haben“. Und: „Der Bundesligavergleich war umkämpft, aber alles verlief fair ab. Es waren tolle Kämpfe. Unsere Fans haben getrommelt, die Mannschaft angefeuert.“ Im Vorfeld hatte die örtliche Presse gegen die Greizer getrommelt, doch am Ende können sich die Greizer wie die Sieger fühlen. Das sieht auch der Trainer so: „Im Ringen geht nicht jeder Kampf auf. Dafür ist die Sportart zu komplex. Aber jeder hat seinen Anteil am Unentschieden geleistet.“

Zuvor hatten die Greizer vor 796 Zuschauern in der Sporthalle im Aubachtal den SV Siegfried Hallbergmoos mit 21:10 nach Hause geschickt. Ein klarer Sieg, aber Freude wollte bei Trainer Tino Hempel nicht aufkommen, er sprach sogar vor einem schwierigen Kampf. Warum? „Schon an der Waage war uns klar: Wir werden gewinnen. Hallbergmoos war nicht mit der stärksten Mannschaft angereist, hatte sechs Nachwuchsringer aufgeboten, die gegen die Greizer Top-Ringer auf verlorenem Posten standen. „Greiz hat eine starke Mannschaft. Wir hätten selbst mit unserer besten Truppe verloren“, sagt Mannschaftsführer Markus Niedermair und bestätigte, was schon die Runde gemacht hatte. „Ja, wir planen den Rückzug aus der Bundesliga.“ In der zweiten Mannschaft würden viele Talente aus den eigenen Reihen kämpfen, „die wollen wir fördern“. In der Oberliga, die zweithöchste Kampfklasse im deutschen Ringen, kämpft Hallbergmoos II zum Beispiel gegen den TSV Westendorf, den SC Anger und den TSV Berchtesgaden.

Greizer Ringer siegen vor Heimpublikum

Die Greizer nahmen das Statement zur Kenntnis, der RSV Rotation strebt nach Platz vier im vergangenen Jahr, den dritten Platz in der Bundesligavorrunde an. „Weil uns der Sieg eigentlich nicht mehr zu nehmen war, da war die Luft bei einigen raus. Nicht alle haben das gezeigt, was sie können“, sagte Tino Hempel und spielte auf die Niederlagen von Magomedgadji Nurov und Daniel Sartakov an, auch Martin Obst tat sich bei seinem Sieg schwer und Mateusz Wolny steckte noch das Trainingscamp mit der polnischen Nationalmannschaft in den Knochen. Auch wenn Magomedgadji Nurov in der für ihn nächst höheren Gewichtsklasse gegen den Ungarn Richard Csercsics mit 4:6 Punkten verlor, war es ein klasse Freistil-Schwergewichtskampf. Dem Hallbergmooser gelang gegen den WM-Dritten 2019 im Limit bis 98 kg mit einem Überwurf nach einem Beinangriff eine Vierer-Wertung und der Sieg. Der Pößnecker Joel Wrensch kam mit 15:0 zu seinem ersten Bundesligasieg. Neben Obst, Wolny und Wrensch erkämpften Zurab Matcharashvili, Dawid Karecinski und Igor Besleaga mit Abbruchsiegen nach kurzer Kampfzeit die Greizer Punkte zum 21:10-Erfolg.

Nun kam es darauf an, den Fokus auf den Kampf in Schorndorf zu legen. „Das wird ein ganz anderes Kaliber. Da wird es heiß hergehen. Da müssen wir alles raushauen.“ Es gelang. Der RSV Rotation Greiz verteidigte vor den letzten beiden Vorrundenkämpfen beim Meister in Burghausen (14.12.) und Nürnberg (21.12.) Platz drei, der die Chance auf einen Start in der Playoff-Runde bringt. Unmittelbar nach dem Kampf gegen Nürnberg wird ausgelost, wobei nur zwei der drei Drittplatzierten der drei Vorrundengruppe in die K.-o.-Runde einziehen.

Im Vorjahr hatten die Nürnberger Lospech. Würden die Greizer ins Bundesligafinale der besten acht Mannschaften gelost, könnten sich die Fans am 28. Dezember auf den Playoff-Viertelfinalkampf in eigener Halle freuen.

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