„Hammer-Urteil“: Behringer Spieler sechs Monate gesperrt

Behringen.  Nach dem Spielabbruch bei der Westthüringer Futsal-Zwischenrunde greift das Sportgericht hart durch.

Julian Faske (re.) wurde vom Sportgericht für sechs Monate gesperrt.

Julian Faske (re.) wurde vom Sportgericht für sechs Monate gesperrt.

Foto: Mike El Antaki / TLZ

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Die Futsal-Kreismeisterschaft der Männer 2020 ist Geschichte, hatte nun aber noch ein Nachspiel. Das Westthüringer Sportgericht beschäftigte sich mit dem Spielabbruch einer Zwischenrundenpartie, als Julian Faske (FSV Behringen) im Duell mit Reinhardsbrunn nach Gelb-Rot für einen Eklat gesorgt hatte.

Das Fehlverhalten kommt ihm nun sehr teuer zu stehen: Das Gremium um den Vorsitzenden Mario Franke verhängte gegen den 23-Jährigen eine 6-monatige Sperre (zählend ab dem 25. Januar) und eine Geldstrafe in Höhe von 150 Euro. Hinzu kommen noch 100 Euro Verfahrenskosten, die Spieler und Verein berappen müssen. „Das ist ein Hammer-Urteil“, zeigte sich Uwe Schmidt, der Trainer des FSV Behringen, geschockt. Mit einer Strafe hatte er gerechnet, nicht jedoch in dieser Dimension. „Er hat einen Fehler gemacht, aber er hat niemanden geschlagen oder anders tätlich attackiert, da ist ein halbes Jahr Sperre ungerecht“, kommentierte Schmidt. Mildernd hätte nach seiner Meinung berücksichtigt werden sollen, dass Faske bislang stets als „ganz fairer Spieler“ in Erscheinung trat. „Er ist noch nie vom Platz geflogen oder irgendwie negativ aufgefallen“.

Was war in Goldbach eigentlich genau geschehen? In der Partie gegen den späteren Kreismeister FSV Reinhardsbrunn war Faske zunächst wegen Trikothaltens verwarnt worden. Kurz vor dem Ende, es stand 1:1, kam es zu einem Zweikampf direkt vor dem Kampfrichter-Tisch. Kein Foul an Faske, meinte der Schiedsrichter und ließ weiterspielen. Im direkten Gegenzug dann ein Foul der Behringer so dass es für den Gegner einen 10-Meter-Strafstoß gab. Faske war sauer, fragte am Zeitnehmertisch nach, weshalb dieses Foul, jedoch nicht jenes an ihm geahndet wurde. Referee Stefe Kropfelder kam hinzu, erhielt von Turnierleiter Thomas Philippsen ein Zeichen und zückte abermals Gelb, also Gelb-Rot, wie der Vorfall vom Sportgericht geschildert wird. Weil Faske trotz zweimaliger Aufforderung das Feld nicht verließ und auf die Frage, ob das Verbleiben auf dem Parkett seine letzte Antwort sei, „ja“ gesagt habe, brach der Schiri das Spiel ab.

Im Urteil heißt es nun, dass „der Spieler Julian Faske mit seinem Verhalten den Abbruch des gegenständlichen Spiels schuldhaft verursacht hat.“ Dementsprechend sei dem Gremium bei der Straf-Bemessung wenig Spielraum geblieben. Denn die Rechts- und Verfahrensordnung des Thüringer Fußballverbandes sieht bei diesem Delikt mindestens eine sechsmonatige Sperre vor. „Eine geringere Strafe ist aus Sicht des Sportgerichtes nicht vertretbar. Strafmildernde Umstände sind nicht erkennbar“, heißt es abschließend. Der FSV Behringen kann noch Rechtsmittel einlegen. Unabhängig davon hat Trainer Schmidt schon eine Konsequenz gezogen: „Nächste Saison findet die Futsal-Kreismeisterschaft definitiv ohne uns statt.“

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