Ein Erfolgserlebnis für alle: Thüringer HC ist eine Runde weiter

Nordhausen.  Die Thüringer sind locker weiter: Die THC-Handballerinnen stehen nach dem 42:21 gegen Atzgersdorf in der dritten Runde der European League.

Gut gezielt: Meike Schmelzer war beim 42:21 gegen Atzgersdorf mit acht Toren die beste Werferin des Thüringer HC.

Gut gezielt: Meike Schmelzer war beim 42:21 gegen Atzgersdorf mit acht Toren die beste Werferin des Thüringer HC.

Foto: Christoph Keil

Gegen Oldenburg am Mittwoch (30:29) hat sie von der Bank aus mitgefiebert, auch mitgelitten und das Team im Last-minute-Sieg bis zuletzt unterstützt. Im Rückspiel der Europa-League-Qualifikation ging Ina Großmann auf dem Feld voran und durfte sich mit ihren THC-Handballerinnen nach dem 42:21 (19:12) über einen ungefährdeten Einzug in die dritte Qualifikationsrunde des neu gestalteten früheren EHF-Cups freuen.

„Wir haben heute gezeigt, dass wir auch in der Breite viel Qualität haben“, zog die Linksaußen ein Fazit und nahm einen Schub mit. Mit zwei Toren und längeren Einsatzzeiten konnte sie sich Schwung und Selbstvertrauen holen, bevor es mit Meike Schmelzer als herausragende Werferin des Tages (8 Tore) am Montag in einer Woche zum nächsten Nationalmannschaftslehrgang geht. Am Dienstag aber ist sie zunächst gespannt, wer der Gegner in der dritten Qualifikation sein wird. Mögliche Kontrahenten sind auch die gesetzten deutschen Teams von Metzingen und Blomberg. Infolge der Corona-Lage und kurzer Strecken wäre Ina Großmann einer der beiden gar nicht so unrecht.

„Wir werden das Spiel nicht mit 16 Toren Unterschied verlieren“, war sich Helfried Müller vor dem Rückspiel gegen Atzgersdorf sicher. Er sagte es mit Respekt vorm Gegner, in dessen Reihen vier Nachwuchstalente stehen, die er in der Junioren-Auswahl Österreichs betreut. Er sagte es aber auch mit dem Wissen, dass der Vorsprung aus dem Hinspiel (39:24) groß genug ist, um Formationen und Spielformen zu probieren, die unter anderen Voraussetzungen schwer möglich sind. Mit Asli Iskit zunächst im rechten Rückraum und Ina Großmann auf Linksaußen für die zuletzt oft spielende Nina Neidhart trug der THC-Coach dem Ansinnen in der Startformation Rechnung.

Wien geriet in Bedrängnis, versuchte aber tapfer, sich zu wehren

Und Ina Großmann nutzte die Chance. Zum ersten THC-Tor veredelte sie ein Zuspiel Marketa Jerabkovas und warf im Tempogegenstoß mit dem zweiten Abschluss ein Drei-Tore-Plus heraus (6:3/10.). „Als Außen ist man immer abhängig von Zuspielen, aber wenn man Bälle bekommt und sie reinmacht, ist es das Beste, was einem passieren kann“, freute sich die 30-Jährige über den gelungenen Auftritt.

Wenn der THC schnell in den Vorwärtsgang schaltete, geriet das junge Team aus Wien in Bedrängnis, versuchte aber, sich tapfer zu wehren. Angeführt von Johanna Reichert und ihrer Auswahlkollegin Kristina Dramac kamen die Österreicherinnen zu ansprechenden Toren. Besonders Reicherts Hüftwurf in den Winkel (11:17, 28.) gefiel.

Indes: Auch ihre sieben Treffer besaßen statistischen Wert. Zu dominant agierte der THC, wenn er Fahrt aufnahm. Deutlich fiel der Pausenvorsprung beim 19:12 aus, wobei sich fast alle Spielerinnen in die Trefferliste eintragen konnten. Am Ende hatten ausnahmslos alle getroffen und alle drei Torhüterinnen kamen zum Einsatz. Laura Kuske hielt dabei zwei Siebenmeter.

Leichtsinnsfehler zum Ende der ersten Hälfte stießen Helfried Müller dennoch auf. Ein energischer Appell an die Truppe noch auf dem Feld war die Folge. Und auch ein anerkennender Klaps als Lob für Ina Großmann und Nationalmannschaftskollegin Meike Schmelzer, die verlässlich ihre Aufgaben lösten.

Spaß am Handball gezeigt

Die Kreisläuferin ragte in Summe heraus, sie beendete u.a. später die von Fehlern geprägte Auftaktphase der zweiten Hälfte. Nach schönem Zuspiel an den Kreis leitete Schmelzer mit dem 21:15 einen Zwischenspurt zur ersten Zehn-Tore-Führung ein (25:15, 39.). Sehenswert und Ausdruck der Spielfreude war ihr Dreher im Flug nach Gegenstoß zum 31:17. „Wir haben heute gezeigt, dass wir Spaß am Handball haben“, sagte sie.

Der Rest ein Variieren und Warmwerfen für den ersten Fernsehauftritt am Freitag in der Eurosportübertragung der Partie gegen Leverkusen. Nach fünf Spielen in zwei Wochen dürfen die THC-Frauen aber erstmal verschnaufen. Nach einem Erfolgserlebnis für alle.