Spielertrainer Effenberger-Kiel: „Uns Sportler trifft es hart“

Nordhausen.  Der Handball-Landesligist Nordhäuser SV muss aufgrund des Coronavirus pausieren. Spielertrainer Marcel-Effenberger spricht über die Unterbrechung.

Gezwungenermaßen muss auch Marcel Effenberger-Kiel den Handball abgeben.  

Gezwungenermaßen muss auch Marcel Effenberger-Kiel den Handball abgeben.  

Foto: Christoph Keil

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Er ist der Motor der Mannschaft, geht mit gutem Beispiel voran und muss nun auch die Gegebenheiten aufgrund des Coronavirus hinnehmen: Marcel Effenberger-Kiel vom Handball-Landesligist Nordhäuser SV. Nach der Mini-Serie von drei Siegen in Folge war die Mannschaft des Spielertrainers wieder mitten im Geschäft im Kampf um den Klassenerhalt. Doch nun wurde die Saison gestoppt.

Wie ist die Lage im Verein?

Dass die gesamte Situation ziemlich angespannt ist, ist nicht von der Hand zu weisen und jeder im Verein möchte gern weiter Handball spielen, von klein bis groß. So eine Pause, in der Phase einer Saison, ist der schlechteste Zeitpunkt, davon abgesehen, dass so ein Virus nie ein richtigen Zeitpunkt hat.

Wie haltet ihr euch fit?

Die Situation des Fithaltens ist eine gespaltene Sache. Einerseits darf man in die Halle, andererseits dürfen es nicht mehr als zehn Personen sein. Es ist jeder auf eine gewisse Art und Weise selbst verpflichtet, seinen Fitnessstand zu halten. Es ist für alle eine Ausnahmesituation, für die es kein Rezept gibt. Wir wollten uns eigentlich zusammensetzen und einen Plan erarbeiten. Nun bin ich am überlegen, ob wir es nur per Mail oder in der WhatsApp-Gruppe lösen können.

Ist es die richtige Maßnahme, dass alle Hallen geschlossen sind?

Hallenschließung hin oder her, ob übertrieben oder nicht, es ist eine Anweisung, der Folge zu leisten ist. Die Spieler nach Zeit X wieder auf das zurückliegende Level zu bekommen, wird für jeden Verein und jede Mannschaft schwierig. Es wird auch meiner Meinung nach, falls es weitergehen sollte, eine kritische und grenzwertige Situation bleiben. Auch für alle Verantwortlichen, die die Entscheidungen zu treffen haben, wird es noch ein schwieriger Weg, der nicht zu beneiden ist. Jede Entscheidung findet zu keiner Zeit bei allen Zuspruch. Die Entscheidungen zu treffen und zu akzeptieren, wird noch einmal eine große Welle lostreten auf sportlicher Ebene in allen Sportarten und Ligen.

Wie gehen Sie als Sportler damit um?

Uns als Sportler trifft es hart, egal in welcher Sportart. In erster Linie heißt es gesund bleiben, in allen weiteren Steps sind wir Freizeit- sowie Profisportler nicht in der Position, über den weiteren Werdegang zu entscheiden. Wir können nur für den Sport und uns Sportler hoffen, bald wieder unserer Leidenschaft und unseren Beruf wieder ausüben zu dürfen.

Wenn Sie die Wahl hätten, die Saison zu Ende spielen oder abbrechen?

Als Sportler möchte man doch immer spielen und es auf dem Parkett austragen. Wir hatten nun einen Lauf mit drei Siegen in Folge. Rechnerisch ist es möglich, dass wir die Klasse halten. Das hätte ich auch gerne so ausgetragen. Falls aber doch die Saison vorzeitig beendet wird, dann darf diese nicht zählen und es keine Auf- und Absteiger geben. Alles andere wäre nicht realistisch und unfair allen gegenüber.

Was ist Ihr Empfinden? Wird die Saison fortgesetzt?

50:50. Ich kann es echt nicht sagen. Ich hoffe es natürlich, bin aber auch froh, dass ich solch eine Entscheidung nicht treffen muss, sondern sie dann, egal in welche Richtung, befolgen muss.

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