Thüringer HC muss im EHF-Rückspiel vier Tore aufholen

Koprivnica.  Die Handball-Frauen vom Thüringer HC müssen im Viertelfinal-Rückspiel des EHF-Pokals einen Vier-Tore-Rückstand aufholen. Beim HC Podravka unterlagen sie mit 23:27.

Beate Scheffknecht (links, hier in einer früheren Szene) war in Koprivnica mit acht Toren die beste THC-Werferin.

Beate Scheffknecht (links, hier in einer früheren Szene) war in Koprivnica mit acht Toren die beste THC-Werferin.

Foto: Sascha Fromm

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Herbert Müller konnte in der Startphase einfach nicht mehr hinsehen. „Die ersten 15 Minuten haben wir uns alle im Hotel vergessen. Das war ein Auftakt, der nicht schlechter hätte sein können. Ein katastrophaler Beginn“, sagte der Trainer des Thüringer HC, der durch seine eigenen Fehler nun um den Einzug ins Halbfinale des EHF-Cups bangen muss.

„Das ist ein grenzwertiges Ergebnis, das wir durch die eigene Leistung besser hätten gestalten können“, sagte Müller nach dem 23:27 (12:14) im Viertelfinal-Hinspiel ge-gen den kroatischen Meister HC Po-dravka Vegeta. Schon einmal musste der Bundesligist im laufenden Wettbewerb einen Rückstand aufholen. In der dritten Qualifikationsrunde unterlag der THC in Astrachan mit 25:28, um im Rückspiel in Nordhausen mit einem Fünf-Tore-Sieg (30:25) doch noch in die Gruppenphase einzuziehen.

„Nun erneut so einen Rückstand aufzuholen wird schwieriger, weil Podravka eine Mannschaft ist, die sehr kompakt agiert“, sagte Müller. Genau jenes Kunststück müssen die THC-Frauen aber am kommenden Sonntag in Nordhausen (14 Uhr, Wiedigsburghalle) vollbringen.

Obwohl es in der zweiten Halbzeit noch einmal eng wurde für die Gastgeberinnen, der fatale Fehlstart hallte lange nach. In der Offensive bekamen die Thüringerinnen kein Bein auf den Boden, in der Defensive spazierte der Gegner mühelos durch die Abwehrreihen – und zwang Müller angesichts des unterirdischen 0:4-Auftakts schnell zur ersten Auszeit (4.). Als das Spiel nicht besser wurde, beorderte der Trainer seine Spielerinnen in der neunten Minute erneut zur Aussprache: „Spätestens jetzt sollte allen klar sein, dass wir kämpfen müssen“, appellierte er an die Mannschaft: „Zu diesem Zeitpunkt musste man mit dem Schlimmsten rechnen“, erklärte er hinterher.

Scheffknecht und Lopes mit je sechs Treffern die besten THC-Werferinnen

Aber es dauerte noch bis zur 20. Minute, ehe beim deutschen Pokalsieger ein Ruck durch die Mannschaft ging. Bis dahin hielt Beate Scheffknecht, die mit sechs Treffern neben Mariana Lopes die beste THC-Werferin war, durch ihre verwandelten Strafwürfe den Thüringer HC im Spiel. Mikaela Mässing gelang derweil beim 3:8 (10.) das erste Tor aus dem Feld heraus. Beim 3:10 (15.) nach einer Viertelstunde war der Rückstand jedoch gar auf sieben Treffer angewachsen.

Weil sich nun die bis dahin von ihren Teamkolleginnen im Stich gelassene Ann-Cathrin Giegerich im Tor steigerte, sogar einen Strafwurf entschärfte und Podravka später einen weiteren Siebenmeter an die Querlatte jagte, verringerte sich der Rückstand zusehends (11:13/28.).

Zehn Minuten vor dem Ende schien plötzlich sogar ein Auswärtssieg in greifbarer Nähe, als Lydia Jakubisova zum 21:22-Anschluss traf. Auf dem Weg dahin hatte sich vor allem Mariana Lopes ausgezeichnet, die im Angriff zu einfachen Toren kam und zum Beispiel auf 18:20 (44.) verkürzte. Das Problem in dieser Phase des Spiels war einmal mehr, dass sich keine Spielerin zu einer echten Führungsfigur aufschwang und alle mitriss.

Auch die Fehlerquote im THC-Spiel blieb bis zum Schlusspfiff hoch. Mikaela Mässing hämmerte einen Wurf an den Pfosten und die zuvor bei ihren Strafwürfen stets sichere Beate Scheffknecht scheiterte ausgerechnet in jener brisanten Phase, als ihre Mannschaft 21:24 (51.) hinten lag. Die quirlige Lopes traf schließlich zum Endstand und damit zu jenem Resultat, welches dem Bundesligisten für das Rückspiel am kommenden Sonntag zumindest noch leise Hoffnung auf das Weiterkommen offen lässt.

„Wir müssen die leichten Fehler abstellen und 60 Minuten eine konstante Leistung bringen. Dann haben wir auch die Chance, fünf Tore aufzuholen“, sagte Müller.

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