Hattrick für Neele Krech

Gera.  An Neele Krech kam wieder einmal niemand vorbei. Die elfjährige deutsche Meisterin war auch im Hofwiesenbad nicht zu schlagen.

Ludger Schindler und Neele Krech (v.l.) müssen sich im C2 Mix-Finale der Schüler B mächtig strecken, um sich gegen das tschechische Duo durchzusetzen.

Ludger Schindler und Neele Krech (v.l.) müssen sich im C2 Mix-Finale der Schüler B mächtig strecken, um sich gegen das tschechische Duo durchzusetzen.

Foto: Jens Lohse

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An Neele Krech kam wieder einmal niemand vorbei. Die elfjährige deutsche Meisterin der Schüler B von Haynsburg in diesem Jahr war auch in der Halle nicht zu bezwingen. Gleich drei Siege fuhr die Sechstklässlerin von der Integrierten Gesamtschule ein.

„Am Sonnabend konnte ich noch Kraft sparen, weil ich in jedem meiner drei Läufe die Schnellste war und damit immer gleich im Finale stand. Am Sonntag war es mit sechs Starts innerhalb einer guten Stunde schon anstrengender. Da haben mir immer mal die Schultern gebrannt“, verriet sie hinterher. Hunger hatte sie zudem. „Ich habe heute noch nichts gegessen. Vor dem Wettkampf frühstücke ich nie. Sonst erledige ich das immer zwischendurch. Aber durch die vielen Läufe habe ich dafür keine Zeit“, meinte Neele Krech etwas aufgeregt. Nach den drei Goldmedaillen dürfte sich aber auch dieses Ärgernis für sie erledigt gehabt haben. Im K1 der weiblichen Schüler B war sie gegen die Jenaerin Julia Böhm zweimal schneller, auch wenn sie jeweils eine Torstange berührte und dafür zwei Strafsekunden kassierte. Im C1-Finale gegen Lena Gerigk aus Magdeburg legte Neele Krech den Grundstein zum Erfolg im ersten Lauf, in dem sie fast sechs Sekunden Vorsprung herausfuhr und anschließend nicht mehr in Gefahr geriet. Die engste Entscheidung wurde im C2 Mix erwartet. „Gegen die Tschechen bin ich noch nie gefahren“, war Neele Krech vor dem Endlauf etwas unsicher.

Mit ihrem Partner Ludger Schindler absolvierte sie aber zwei fehlerfreie Fuhren. Das war Voraussetzung für den dritten Sieg, denn es ging sehr knapp zu. Nach dem ersten Lauf betrug der Vorsprung des Zwötzener Duos gerade einmal 0,32 s. Beide bewiesen Nervenstärke, blieben auch im zweiten Durchgang ohne Stangenberührung und brachten nochmals 1,48 s zwischen sich und Magdalena Saifrtova/Ondra Venc.

„Wir mussten alles geben. Es war sehr knapp“, meinte Ludger Schindler nach dem zweiten Lauf. Der Zwölfjährige vom Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 steht immer etwas im Schatten von Neele Krech. Im K1 der männlichen Schüler B verpasste er als Siebenter unter 32 Teilnehmern nur knapp den Direktausscheid. Für einen weiteren Erfolg des Gastgebers sorgten Yannick Reichenbach/Erik Haußner im Junioren C2, die sich mit toller Moral und enormen Siegeswillen um gut vier Zehntelsekunden gegen Josef Prochazka/Josef Kudrna aus Brandys durchsetzten.

„Das war mein einziges Finale, was aber nicht schlimm war, weil ich so mehr Zeit für Neele hatte und sie bei ihren Endläufen unterstützen konnte“, so Yannick Reichenbach, der im C1 der Junioren noch Bronze geholt hatte. Erik Haußner hatte zuvor die Medaillen im C1 der männlichen Schüler A als Vierter knapp verpasst. Das fünfte TSV-Gold gab es für Jana Diebler, die im K1-Finale der Damen-Altersklasse gegen die Magdeburgerin Yvonne Mädel die Oberhand behielt. Unterlegen war hingegen Torsten Klakow im K1-Endlauf der Herren-Altersklasse dem Tschechen Michal Sramek. „Wenn man nicht mehr im Training steht, ist es schon Wahnsinn, wie schnell die Muskeln zumachen“, berichtete er hinterher.

Der Vereinspokal ging diesmal an die tschechischen Gäste vom SC Dukla Brandys, die sich mit großem Vorsprung vor dem Leipziger Kanuclub und Gastgeber TSV 1880 Zwötzen behaupteten. Mit ihren Schützlingen von Leipziger KC machte auch Mandy Benzien wieder einen Abstecher nach Gera. Die zweifache Olympia-Teilnehmerin, die hier das Kanu-Abc vermittelt bekam, kommt immer wieder gern ins Hofwiesenbad. Sohn Mika wurde zweimal Zweiter. „Es ist schön zu sehen, wie sich selbst die Kleinsten nichts schenken. Im Finale ist das aber auch nicht anders zu erwarten“, so die 44-Jährige.Wilfried Möller vom Organisationsteam sprach anschließend von einem reibungslosen Ablauf.

„Nach 24 Jahren weiß jeder Bescheid, was er zu tun hat. Der Hallenslalom ist gerade für die jungen Sportler im Winterhalbjahr ein Segen. Schön ist, dass wir immer wieder neue junge Leute in die Organisation einbinden können. Da ist dann auch die Zukunft des Wettkampfs gesichert“, so Möller. Nächstes Jahr feiert die Abteilung „90 Jahre Kanu in Gera“. Dabei bezieht man sich auf ein Foto, das nachweislich aus dem Jahr 1930 stammt, aber einen Steg und ein Bootshaus zeigt, die nicht neu sind. Die Anfänge der Sportart in der Stadt könnten also noch weiter zurück liegen. „Die Zeitzeugen sind alle schon tot. Aber vielleicht weiß ja jemand von einem Opa oder Uropa, der einst auf der Weißen Elster gefahren ist. Wenn man das noch mit Bildern belegen könnte, wäre unser Glück perfekt“, so Wilfried Möller, der dann gern kontaktiert werden würde.

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