Heimmacht FC Erfurt Nord: Makellos dank M&M

Erfurt.  Fußball-Thüringenliga: Die Treffer von Maiele und Menz bringen dem Aufsteiger den vierten Sieg im vierten Heimspiel und Tabellenplatz vier.

Dosenöffner: In dieser Szene in der zweiten Halbzeit verfehlt Nord-Stürmer Pascal Maiele das Geraer Tor, doch vor der Pause hatte sich der bullige Angreifer im Kopfballduell durchgesetzt und das 1:0 erzielt.

Dosenöffner: In dieser Szene in der zweiten Halbzeit verfehlt Nord-Stürmer Pascal Maiele das Geraer Tor, doch vor der Pause hatte sich der bullige Angreifer im Kopfballduell durchgesetzt und das 1:0 erzielt.

Foto: Jakob Maschke

M wie makellos – Aufsteiger FC Erfurt Nord gelang gegen Gera-Westvororte in der Fußball-Thüringenliga mit 2:0 im vierten Heimspiel der vierte Sieg. M wie Maiele – der bullige Angreifer hatte sich

gegen zwei Verteidiger durchgesetzt und Fischers Freistoßflanke zum 1:0 eingeköpft (24.). M wie Menz – Nords Linksaußen krönte seine Steigerung nach der Pause zwei Minuten vor Schluss mit dem Treffer zum 2:0-Endstand, verzögerte nach Eckermanns schönem Pass, bis der Torwart lag und schob cool ein.

M wie Metschulat – der Youngster, sonst Außenverteidiger, rückte für den angeschlagenen Eckermann, der erst in der Schlussphase als Stürmer eingewechselt wurde, neben Wetzold ins Zentrum und agierte ebenso kopfballstark und abgeklärt wie der, den er vertrat. M wie Ost – das passt zwar buchstabentechnisch nicht, doch der filigrane Mittelfeldmann ordnete und initiierte das Spiel des Überraschungs-Tabellenvierten auf der Achterposition derart überzeugend, dass er hier mit genannt werden muss. Weil er, um sprachlich im Bild zu bleiben, seinen Gegenspielern mit seinen Haken und Finten immer wieder zeigte, wo Barthel den M-Ost holt.

Fehlerhaft, aber mental und defensiv stark

Besonders bemerkenswert: Die Vorstellung des Gastgebers war über weite Strecken gar nicht besonders gut, weil fehlerbehaftet und offensiv oft ungenau. Dass er dennoch relativ problemlos gewann, zeigt eine Mentalität, eine Zweikampfstärke und ein defensives Selbstverständnis (erst fünf Gegentore nach acht Spielen), die für einen Aufsteiger nicht selbstverständlich sind. „Da macht sich unser

großer Kader bezahlt“, verwies Nord-Coach Christian Stieglitz nicht nur auf Metschulat. Auf mehreren Positionen halfen Spieler aus, die sonst woanders oder nicht mal von Beginn an spielen. „Ich werde gebraucht, also spiele ich“, meinte Serkan Kolpar, der eigentlich aufhören wollte, ob der Verletzungen diverser Stürmerkollegen.

Die, die spielten, bügelten die Mehrzahl ihrer fahrlässigen Ballverluste, die Stieglitz und Co-Trainer Langenhahn an der Seitenlinie mehrfach zur Verzweiflung brachten („Schon wieder weg das Ding!“), selbst wieder aus. Die Handvoll Geraer Möglichkeiten, die sie zuließen, zählten eigentlich allesamt zur Kategorie Halbchancen.

Rückkehrer Weichert jubelt mit über gelungenen Start

Dennoch: Sicher über einen Sieg der Ihren durften sich die Heimfans,

die ein bisschen zu eng und unmaskiert den Kunstrasen in der Grubenstraße säumten, bis zum zweiten Treffer nicht sein. Dafür verfiel die Nord-Elf gerade in der zweiten Halbzeit etwas zu sehr in den Verwaltungsmodus, ließ sich von den engagierten, aber recht ideenlosen Geraern einlullen und musste ein paarmal die Luft anhalten, als Keeper Geoacas bei hohen Bällen der Gäste zu zögerlich agierte. Erst in der Schlussviertelstunde setzte Nord wieder Offensivakzente. Maiele zielte knapp drüber (81.), Fischer, mit starkem Direktspiel auf die Reise geschickt, schob den Ball vorbei, statt ihn auf einen seiner besser positionierten Mitspieler querzulegen (83.). Dann löste Stieglitz’ Schachzug, Eckermann von der Bank nach vorn zu beordern, per dessen Assist doch noch den lange Zeit verhedderten Angriffsknoten.

Da jubelte auch Christoph Weichert kräftig mit. Weichert, einer der wichtigsten Protagonisten der Aufstiegssaison, war im Sommer zum Oberligisten Fahner Höhe gewechselt, kehrte aber schnell wieder zurück. Noch ist er gesperrt – und froh, „dass es die Jungs auch ohne mich gerade so gut hinkriegen“.