HV Arterns Chef Saxe: „Müssen es so nehmen, wie es ist“

Artern.  Im Interview spricht Stefan Saxe, Präsident beim HV Artern, über den Umzug mit dem Verein.

Nicht mehr viel da am Königsstuhl in Artern. Derzeit wird die Halle abgerissen.

Nicht mehr viel da am Königsstuhl in Artern. Derzeit wird die Halle abgerissen.

Foto: Stefan Saxe

Bald ist sie dem Erdboden gleich. Nichts mehr zu sehen von glorreichen „Schlachten“ und bitteren Niederlagen der Handballer des HV 90 Artern. Die Halle Am Königsstuhl in Artern wird abgerissen. Es wird Platz gemacht für eine neue Halle, die Ende 2022 fertig sein soll. Deshalb musste sich der Handballverein etwas überlegen. Präsident Stefan Saxe, der seit sieben Jahren im Amt ist, spricht im Interview über die ungewöhnliche Situation.

Wie geht es Ihnen, wenn sie an den Abriss der Halle denken?

Da schwingt schon Wehmut mit. Es hängen viele Erinnerungen dran. Aber bei mir überwiegt die Vorfreude auf die neue Halle und die daraus neuen Möglichkeiten, die wir dann haben werden.

Seit wann ist für ihren Verein die Halle tabu?

Seit Anfang der Sommerferien. Da wurde sie gesperrt. Und nun wird sie abgerissen. So wie ich es gehört habe, soll sie noch in den Herbstferien komplett weg sein.

Nun mussten Sie handeln. War es schwer, eine neue Halle zu finden?

Na ja, leicht war es nicht unbedingt. Aber wir haben schnell eine Lösung gefunden. Es gab auch nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Halle in Bad Frankenhausen oder die in Bottendorf.

Und welche ist es geworden?

Die in Bottendorf. In Bad Frankenhausen war es nicht möglich, Zeiten zu bekommen. Die Halle ist ausgelastet. So blieb nur Bottendorf, worüber wir sehr glücklich sind. Dort können wir uns voll entfalten und unsere Heimspiele austragen. Die Formalitäten dafür gingen unkompliziert. Mit der Stadt Roßleben waren wir uns schnell einig und auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis hat reibungslos funktioniert. Das ist nicht selbstverständlich.

Dürfen Sie dort das bei Handballern so beliebte Harz benutzen?

Ja, das dürfen wir. Es ist eine Art Testphase. Wir müssen die Halle nach den Spielen oder den Trainingszeiten wieder säubern. So lange das funktioniert – und das tut es – haben wir grünes Licht für Harz.

Und in dieser Halle spielt sich alles ab vom HV Artern?

Nicht ganz. Unser Nachwuchs trainiert hier in Artern. Die E- und D-Jugend in der Halle in der Sangerhäuser Straße und die B- und C-Jugend ist zum Training in der Borlachhalle. Beide Hallen sind aber zu klein für den Spielbetrieb, weshalb wir nach Bottendorf gegangen sind.

Seid wann sind Sie in der Bottendorfer Halle?

Die Männer und Frauen sind seit September dort. Ab und an trainieren die Männer auch in der Borlachhalle.

Zwei Jahre soll der Neubau nun dauern. Eine lange Zeit…

Ja, das stimmt schon. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir müssen es eben so nehmen, wie es ist. Die Vorfreude überwiegt auf jeden Fall.

Ist es eine große Umstellung gewesen? Für Spieler und Verantwortliche?

Es ging. Wenn man es nüchtern betrachtet, nicht. Der Fahrtweg von ungefähr 15 Minuten ist auch zu verschmerzen. Und es ziehen alle mit. Da gibt es niemanden im Verein, der deswegen mit dem Handball aufgehört hat oder ähnliches. Es war ja auch für alle lange bekannt, dass die Halle in Artern abgerissen wird.

Nun steht am Wochenende der erste Heimspieltag auf dem Programm. Was ist alles geplant und sind Zuschauer erlaubt?

Zuschauer sind leider nicht erlaubt in Bottendorf. Deswegen haben wir uns was überlegt. Wir werden einen Livestream haben. Dieser wird in eine Gaststätte in Artern übertragen oder jeder kann sich die Spiele der Frauen und Männer zu Hause ansehen. Es bleibt uns auch gar nichts anderes übrig, sonst verlieren wir den Kontakt zur Basis. Und das wäre fatal. Wenn es gut anläuft und diese Möglichkeit praktikabel ist, werden wir es ausbauen und an weiteren Standorten ausstrahlen und auch die Jugend mit einbeziehen.

Was sind die Ziele bei den Erwachsenenteams?

Bei den Männern sollte am Ende schon ein Platz im oberen Drittel rauskommen. Bei den Frauen steht der Wettkampfgedanke nicht an vorderster Stelle, sondern eher der Spaß.