Vorschusslorbeeren und Schulterklopfen für neues Präsidium des Thüringer Ringerverbandes

Greiz/Apolda.  Mit einigen Vorschusslorbeeren wurde das neue Präsidium des Thüringer Ringerverbandes bedacht. Greco-DM 2020 in Zella-Mehlis Wettkampfhöhepunkt

Susanne Wrensch und Bela Olah in der Greizer Ringerhalle.

Susanne Wrensch und Bela Olah in der Greizer Ringerhalle.

Foto: Sascha Fromm

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Zum Bundesligaringen nach Greiz schaffte es Bela Olah nicht zum ersten Kampf – sein Verein stand am Nachmittag auch auf der Matte. Susanne Wrensch ließ sich den Bundesligavergleich des RSV Rotation gegen den SV Siegfried Hallbergmoos nicht entgehen. Die gebürtige Greizerin hatte Ehemann Johannes – selbst vor Jahren Ringkämpfer in Greiz – und die Kinder in die Sporthalle im Aubachtal mitgebracht.

Bela Olah und Susanne Wrensch stehen als Präsident und Vizepräsidentin Sport für das neue Präsidium des Thüringer Ringerverbandes. Als Vizepräsident Verbandsentwicklung wurde Ronny Jurke gewählt. Sabine Laufer ist alte und neue Schatzmeisterin.

Für Susanne Wrensch, in Greiz aufgewachsen, war der Sonnabend ein besonderer Tag: Ihr Sohn Joel, in diesem Jahr Silbermedaillengewinner der deutschen Freistil-Juniorenmeisterschaften, kam zu seinem ersten Bundesligasieg. Entsprechend groß der Jubel auf und neben der Matte. „Die Bundesliga ist die Krone des Thüringer Ringens. Sie zieht die Zuschauer“, sagt Bela Olah, der Name verrät es, der Vater ist Ungar. Die Bundesliga sei wichtig, das Ringen bekomme mediale Beachtung, „aber für die Arbeit des Verbandes spielt sie nicht die tragende Rolle“. Der Landesverband sieht sich als Schnittstelle zwischen Deutschem Ringerbund und den Thüringer Vereinen. „Wir wollen als Ratgeber erster Ansprechpartner für die Vereine sein“, sagt Susanne Wrensch. „Doch dieses Vertrauen in uns als Landesverband müssen wir uns immer wieder erarbeiten.“

Das Votum für das neue Präsidium fiel eindeutig aus. Vorschusslorbeeren und Schulterklopfen inklusive. „Wir müssen uns in die Aufgaben einarbeiten. Wir wollen die Vereine besuchen, uns nach den Problemen erkundigen“, sagt Bela Olah. Der 43-Jährige weiß um die Sorgen und Nöte der Thüringer Ringer. Sein Heimatverein ist der KSC Deutsche Eiche Apolda.

Susanne Wrensch hat maßgeblichen Anteil daran, dass das Ringen in Pößneck wieder einen Aufschwung genommen hat. Dass Bela Olah und Susanne Wrensch von der Basis kommen, ist ein Grund des großen Zuspruchs. „Wir müssen uns einen Überblick verschaffen“, sagt Bela Olah. Übersichtlich ist die Zahl der Thüringer Kaderathleten. Mit Joel Wrensch, der zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehört, sind es die Ringerinnen Maria Selmaier, Anne Nürnberger und Eyleen Sewina, die sich den Kaderstatus erkämpft haben. „Viele Ringervereine werden kaum wahrgenommen, weil sie keine Männermannschaft haben oder noch keine Kaderathleten. Es dauert eben Jahre, bis eines der Talente oben ankommt. Doch viele Vereine leisten hervorragende Arbeit und sollten wertgeschätzt werden“, sagt Bela Olah. Und um diese Wertschätzung, ums Zuhören, ums Probleme benennen, gehe es, sagt der Apoldaer, selbst einige Jahre an der Sportschule in Jena.

„Wir begrüßen das sehr, wenn die Nachwuchsringer sich für das Sportgymnasium entscheiden. Sicher sei es eine Umstellung, vom vertrauten Umfeld hin zu neuen Trainern – doch die Sportschule ist eine Schule des Lebens. „Ich habe sehr viel mitgenommen für meinen späteren Weg. Der Apoldaer erinnert sich genau, dass in Jena die Erfolge der Germer, Möbius, Strumpf, Reich, Schröder und Neupert allgegenwärtig waren. „Das brauchen wir. Vorbilder, an denen sich der Nachwuchs orientieren kann.“

Die Gelegenheit, an die großen Ringererfolge mit EM- und WM-Titeln zu erinnern, bringt das Jahr 2020. Dann wird der Thüringer Ringerverband, erster Präsident nach der Wende war der Jenaer Gunter Plonka, 30 Jahre alt und mit ihm alle Vereine. „Das brachte die Wende mit sich, dass wir uns komplett neu gründen mussten.“ Und in einem der Thüringer Traditionsstandorte zeigt sich im März 2020 Deutschlands bester Nachwuchs. In Zella Mehlis finden die Greco-Titelkämpfe der Kadetten statt.

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