In fünfeinhalb Jahren 300 Seiten starke Chronik verfasst

Leinefelde.  Fünfeinhalb Jahre lang hat Manfred Hantke recherchiert und geschrieben. Nun ist seine Chronik über den Leinefelder Sport so gut wie fertig.

Jahrelang fleißig recherchiert: Gerhard Hantke vor seinem Computer.

Jahrelang fleißig recherchiert: Gerhard Hantke vor seinem Computer.

Foto: Christian Roeben

Bevor noch etwas schiefgehen kann, drückt Manfred Hantke schnell auf den „Speichern“-Button. Vor ihm, auf seinem Computerbildschirm, blinkt einem das mehrseitige Inhaltsverzeichnis entgegen. Hantke hat in den vergangenen fünfeinhalb Jahren eine Chronik geschrieben, die den Sport – speziell den Fußball – und den SC in Leinefelde im Zeitraum von 1887 bis 2017 beleuchtet. Sein umfassendes, 300 Seiten starkes Werk soll noch in diesem oder Anfang des kommenden Jahres veröffentlicht werden.

„Eigentlich wollte ich schon aufgeben“, erklärt Hantke, der früher beruflich als Verantwortlicher in der Produktion bei der Leinefelder Baumwollspinnerei beschäftigt war. Denn eine Chronik zu schreiben, die dann sogar publik gemacht werden soll, ist alles andere als einfach. Neben dem enormen Arbeitsaufwand („Ich habe fünfeinhalb Jahre lang fast jeden Tag recherchiert und daran geschrieben“) kamen auch noch andere Hürden auf den Autor, der in Heiligenstadt aufgewachsen ist, zu.

„Jetzt erst recht“

So manches, was der 78-Jährige in gewissenhafter Kleinarbeit zu Tage förderte, passte thematisch oder historisch bedingt nicht jedem. „Geschrieben habe ich es aber trotzdem, sofern ich es verifizieren konnte. Da habe ich mir gedacht: Jetzt erst recht“, erklärt Hantke, der sich auch nicht davon beirren ließ, dass ihm ab und an Informationen verweigert wurden.

Um sein Werk möglichst genau schreiben zu können und mit belegbaren Fakten zu füttern, sprach Hantke, der von 1962 bis 1967 selber in Leinefelde Fußball spielte und über Jahrzehnte sowohl stellvertretender als auch hauptverantwortlicher Fußball-Abteilungsleiter beim SC war,, „mit Hunderten von Leuten“, forschte in Staats-, Stadt- und Kreisarchiven, unter anderem in Gotha und Weimar, fuhr auch nach Erfurt, um dort im Archiv des Deutschen Fußball-Bundes zu recherchieren.

„Ich wollte keine gewöhnliche Fußball-Chronik, wie sie fast jeder Verein hat, schreiben. In denen größtenteils aufgezählt wird, wann wer wie gegen wen gespielt hat“, erläutert Hantke.

SC 1912 war nicht der erste Verein

Dem Rentner ging es vielmehr darum, auch Tendenzen und Probleme hinsichtlich der fußballerischen und gesamtsportlichen Entwicklung in Leinefelde vor, während und nach den beiden Weltkriegen bis nahezu in die Gegenwart aufzuzeigen: „Dabei habe ich gemerkt, dass einiges, was woanders geschrieben steht, gar nicht stimmt. Zum Beispiel, dass der SC 1912 der erste Verein in Leinefelde gewesen sein soll.“

Eine Chronik zu schreiben habe er nie geplant. „Aber als ich damals auf der Abschlussfeier der Leinefelder Traditionsmannschaft eine Bilderschau gezeigt habe, war die Resonanz so groß, dass ich sogar auf der Straße darauf angesprochen worden bin“, verrät Hantke den Auslöser. Alle Informationen zu erhalten und sicher zu verwahren, war gar nicht so leicht: „Manchmal hat meine Frau beim Aufräumen wichtige Notizen aus Versehen weggeworfen.“