Nach Abschied vom Leistungssport: Ein Besuch bei Katja Demut in Jena

Jena.  Die Jenaer Dreisprung-Athletin Katja Demut hat vor drei Jahren ihre Karriere beendet - heute hat sie andere Aufgaben.

Dreispringerin Katja Demut aus Jena mit ihrem am 12. Dezember 2019 geborenen Sohn Fynn.

Dreispringerin Katja Demut aus Jena mit ihrem am 12. Dezember 2019 geborenen Sohn Fynn.

Foto: Jens Henning

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Sie bestimmte über ein Jahrzehnt den Dreisprung in Deutschland. Sie gewann zwischen 2003 und 2011 neun deutsche Meistertitel in der Halle und im Freien. Sie war Inhaberin der deutschen Rekorde. Vor drei Jahren verkündete sie ihren Rücktritt vom Leistungssport. Die Rede ist von Katja Demut. Was macht die 36-Jährige eigentlich heute?

Wir besuchten sie in Jena. Und sie war nicht allein. Katja Demut ist im Dezember Mutter geworden. Am 12. Dezember brachte sie im Jenaer Universitätsklinikum ihren Sohn Fynn zur Welt. Und der kleine Fynn bestimmt seitdem ihr Leben.

Parallel steht die ehemalige Leistungssportlerin vor dem Abschluss ihres dualen Studiums im Fach Gesundheitsmanagement an der Internationalen Hochschule in Erfurt. Im März will sie alle Prüfungen geschafft haben und den Hochschul-Abschluss in den Händen halten. „Ich habe gute, verständnisvolle Partner beim Studium, die mich gerade jetzt als junge Mutter unterstützen. Ich bin frei gestellt von bestimmten Vorlesungen. Die Prüfungen sind für mich trotzdem Pflicht“, sagte Demut.

Kapitel Leistungssport ist für sie abgeschlossen

Auch drei Jahre nach ihrem Abschied vom Leistungssport hat sie ihr Lächeln bewahrt. Verändert hat sich ihr gesamter Auftritt. Sie wirkt gelassener, entspannter, fast schon tiefen entspannt. „Ja, das stimmt. Ich mache heute viele Dinge mit mehr Ruhe. In der Zeit als Leistungssportler stand man schon gehörig unter Druck. Das war eine schöne Zeit, es war aber auch eine anstrengende. Ich kann verstehen, wenn andere Sportler über Druck erzählen und die damit verbundenen Probleme und Schwierigkeiten. Im Nachhinein habe ich mir oft gedacht, ob es vielleicht nicht besser gewesen wäre, wenn ich damals mal ein Jahr Pause eingelegt hätte, um neue Kraft zu tanken. Das wäre aber nicht möglich gewesen, da man dann keine Leistungen erbracht hätte“, sagte Demut.

Das Kapitel Leistungssport hat sie für sich abgeschlossen. Vom Sport kann sie aber nicht lassen. „Ich halte mich schon fit. Ich laufe regelmäßig mit Fynn. Er liegt im Kinderwagen und ich schiebe ihn, während ich jogge.“

2021 beginnt neues Kapitel in ihrem Leben

Montags trainiert sie zusammen mit Sophie Krauel und Anja Schippel Jenaer Studenten. „Wir wechseln uns da ab, das klappt sehr gut. Im Moment muss ich durch Fynn aussetzen. Ich gehöre aber weiter dazu. Ich freue mich, wenn ich da wieder mit einsteigen kann.“

Nach ihrem Studium nimmt sie die Elternzeit in Anspruch. 2021 beginnt ein neues Kapitel in ihrem Leben. Dann ist Fynn ein Jahr alt. Dann will Katja Demut ihren Mann im Beruf stehen. „Mit dem Studienabschluss sehe ich gute Chancen, auch beruflich voll durchzustarten. Ich könnte mir vorstellen, vielleicht für eine Krankenkasse zu arbeiten oder in einer Reha-Einrichtung.“

Ihre aktive Zeit als Leistungssportlerin will sie nicht missen. „Man hört oft, dass Sport den Menschen formt und entwickelt. Ich kann für mich sagen, dass ich durch den Sport viel gelernt habe fürs Leben. Es sind bestimmte Eigenschaften, die man auch im ganz normalen Alltag braucht, auch jetzt als junge Mutter.“

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