Kiesewetter sagt mit Siegtor tschüss

Eisenach  Perfekter Abschied für 26-jährigen Kicker des FC Eisenach. Freistoßtreffer sichert zum Saisonausklang 1:0 gegen FSV Viernau

Vor dem Spiel verabschiedete der FC Eisenach (von links) Tobias Kiesel, Robert Kiesewetter, dem gestern das Siegtor gelang, und Lars Striegl.

Vor dem Spiel verabschiedete der FC Eisenach (von links) Tobias Kiesel, Robert Kiesewetter, dem gestern das Siegtor gelang, und Lars Striegl.

Foto: Mike El Antaki

Als Freistoßspezialist, der den Ball serienmäßig gefühlvoll und platziert über die Mauer hebt, fiel Robert Kiesewetter in den vergangenen Jahren eher nicht auf. Vielleicht auch, weil sich zumeist die vermeintlichen Experten bei den Standards vordrängten. In seinem vorerst letzten Spiel für den FC Eisenach durfte auch der 26-Jährige seine Qualität mit dem ruhenden Ball zeigen. Und wie! Als die bis dahin klar tonangebenden Gastgeber nach 43 Minuten einen Freistoß bekamen, trat Kiesewetter an, zirkelte die Kugel genau am rechten Pfosten in die Maschen und musste beim Jubeln ein paar Tränen wegdrücken.

Besser hätte den Saisonausklang gegen den FSV Viernau keine Regie planen können: Zumal es bis zum Abpfiff bei diesem 1:0 blieb, wodurch sich der FC Eisenach in der Abschlusstabelle noch an Ohrdruf vorbei auf den vierten Rang schob – wer hätte das zu Saisonbeginn prophezeit?

Zusammen mit Robert Kiesewetter (nach Herleshausen) wurden vor dem Anpfiff Tobias Kiesel (nach Bischofroda) und Lars Striegl (zum SV Emsetal) vom Verein verabschiedet. Das Spiel gegen den Tabellenzehnten begann dann eher gemächlich. Zwar hatte der FC mehr Ballbesitz, doch klare Aktionen waren lange Zeit rar.

Glück hatte Viernau allerdings, als sich David Stengel in die Kopfballchance von Niklas Wiesner warf und beinahe ein Eigentor gefallen wäre. Dennoch hieß es wenig später nach Kiesewetters erstem Saisontor 1:0. Bei einem weiteren Freistoß kurz danach drückte Wiesner den Ball nur in die Mauer. Vom Gast, der ohne seinen zweifachen Bob-Weltmeister Maximilian Arndt nach Eisenach kam, ging bis zur Pause so gut wie keine Torgefahr aus.

Nach dem Wechsel bot sich ein anderes Bild auf dem Rasen, denn Viernau stemmte sich nun gegen die Niederlage und bekam mit zunehmender Spielzeit immer mehr Oberwasser. Die Eisenacher gaben durch Kiesel (59./Außennetz) nochmal einen Warnschuss ab, wirkten im 30. Spiel der Saison aber irgendwie platt. Dagegen starteten die im Durchschnitt zehn Jahre älteren Südthüringer in der Schlussphase sogar noch einen echten Sturmlauf. Der Ausgleich wäre verdient gewesen. Dass es beim 1:0 blieb und Eisenach damit elfmal hintereinander gewann, hatte der FC vor allem Schlussmann Hristo Kovachev zu verdanken. Der junge Bulgare zeigte einige starke Paraden mit dem Highlight in der 81. Spielminute, als er eine Doppelchance vom eingewechselten Ludwig Mannhardt sensationell zunichte machte.

Kurz danach ging Robert Kiesewetter vom Feld und bekam den verdienten Applaus. Mit ihm verliert der FC keinen Knipser, keinen Edeltechniker und auch kein Kopfballmonster, aber eine zuverlässige Arbeitsbiene. Und wie man seit gestern weiß, auch einen guten Freistoßschützen.

FC Eisenach: Kovachev – Tikwe (79. Arnold), Müller, N. Wiesner, Zänker, S. Galozy, R. Kiesewetter (82. Neumann), Pohl, Kraiczi, Kiesel (65. Ender), Scholz.FSV 04 Viernau: A. Weisheit – Wedekind, Hannes, Fischer, Verworner, Hoffmann (66. Lukasik), Jahn (79. Mannhardt), Stengel, T. Wolf (55. E. Hoffmann), M. Hofmann, Strucka. SR: T. Fischer, Z: 91, Tor: 1:0 R. Kiesewetter (43.).

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.