FCC-Trainer Klingbeil: „Wir sind in der Pflicht“

Jena.  Der FC Carl Zeiss Jena will sich am Sonnabend gegen 1860 München verbessert präsentieren und trotz Corona gemeinsam jubeln.

René Klingbeil konnte mit der Leistung seiner Mannschaft gegen Magdeburg nicht zufrieden sein.

René Klingbeil konnte mit der Leistung seiner Mannschaft gegen Magdeburg nicht zufrieden sein.

Foto: Tino Zippel

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Der FC Carl Zeiss trotzt der Ansteckungsgefahr. „Eng umarmen, machen wir trotzdem, wenn wir ein Tor schießen“, sagt Teamchef René Klingbeil. Klar, als abgeschlagener Tabellenletzter hat der FC Carl Zeiss Jena in dieser Saison der 3. Fußball-Liga auch nicht viel Grund zum Feiern gehabt. Und sollte es im Heimspiel am Sonnabend gegen 1860 München dann doch mal klappen, spielt auch das Corona-Virus keine Rolle mehr.

Präventivmaßnahmen gibt es freilich dennoch. Klingbeil macht extra eine neue Begrüßungsform vor, bei der sich die Treffenden zum Anschein die Hand geben, um im letzten Moment diese wegzuziehen und sich stattdessen mit den Füßen berühren. Passt ja auch irgendwie besser zum Fußball und könnte in „normalen“ Zeiten bei den Kickern beibehalten werden. Ansonsten „machen wir das, was wir in einer normalen Grippephase auch tun“, erklärt Klingbeil. Also aufs Händeschütteln verzichten, an Infekten leidende Spieler – aktuell sind es Niklas Jahn und Max Gottwald – nach Hause schicken.

Auch der gelb-gesperrte Marius Grösch, Anton Donkor (Oberschenkelprobleme) und René Eckardt (Wade) werden gegen die bärenstarken Münchner fehlen. Auch ohne die Ausfälle hätte Klingbeil vermutlich das eine oder andere gegenüber dem 2:6 im Ost-Duell beim 1. FC Magdeburg geändert. Zu schmerzhaft war die Niederlage, zu gering die Gegenwehr in der Schlussphase. Der 38-Jährige habe eine Weile gebraucht, um sich von dieser Schmach zu erholen.

Dann habe er mit der Mannschaft das gemacht, was allein noch bleibt in dieser Saison: „Arbeiten, arbeiten, arbeiten.“ Dass der Zug Klassenerhalt augenscheinlich abgefahren ist, haben die Thüringer realisiert. „Es macht aktuell keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen“, sagt Klingbeil. Da hat er recht. Welche Motivation kann daraus gezogen werden, zwölf Spieltage vor Schluss 15 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer zu haben?

Die restlichen Spiele herschenken, das wollen und werden sie beim FC Carl Zeiss nicht. „Wir sind in der Pflicht gegenüber den Fans und dem Club“, appelliert René Klingbeil. Gerade in Heimspielen gelte es, sich sehr gut zu präsentieren. Und vielleicht ist ja sogar was drin. „Auf dieser Bühne dritte Liga ist alles möglich, es kann jeder jeden schlagen“, sagt der FCC-Teamchef und erinnert an den Sieg der Thüringer gegen Zwickau, die am nächsten Spieltag wiederum Tabellenführer Duisburg besiegten.

Und die Spieler haben zudem die Aufgabe, sich zu zeigen. Schließlich geht es für viele um neue Verträge, ob nun in Jena oder anderswo. „Es liegt ja in der Natur des Sportlers, immer eine Topleistung zu zeigen“, sagt Klingbeil. „Wir müssen es nur hinkriegen, dass die, die auf dem Platz stehen, und die, die eingewechselt werden, an ihre Grenzen kommen.“

Das wird auch nötig sein gegen 1860. Die Mannschaft ist seit Oktober ungeschlagen, hat nur vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Der FC Carl Zeiss will sich bei allem Respekt aber nicht „einigeln“, keinen „Beton anmischen“. Hinten sicher, aber immer wieder auch mutig nach vorn, lautet die Devise, um den Großteil der zirka 6000 Zuschauer versöhnlich zu stimmen.

FC Carl Zeiss Jena – 1860 München, Sonnabend, 14 Uhr, Abbe-Sportfeld

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