Kommentar: Beifall für Nordhausen

Dirk Pille darüber, dass Thüringen beim Fußball endlich mal Vorreiter ist.

Dirk Pille

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Foto: Andreas Wetzel

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Eintausendfünfhundert Fans – immerhin. Nordhausen will dem Fußball die Türen öffnen. Das verdient Beifall.

Gegen Aue sorgten vor einem Jahr 4300 Zuschauer im DFB-Pokal für eine prächtige Atmosphäre im Albert-Kuntz-Sportpark. Im Landespokal gegen Jena waren es 2480 beim gefeierten Wacker-Sieg im Halbfinale. Nun also 1500 – auf Abstand. Wieder gegen Jena. Gelingt das Spiel mit so vielen Fans, wären Verein und seine Anhänger überglücklich. Schließlich muss der enorme Aufwand mit mehr Ordnern, Toiletten, Markierungen, vielleicht sogar Fiebermessen durch den Verkauf der Tickets, von Bier und Bratwürsten bezahlt werden.

Thüringen ist beim Fußball endlich mal Vorreiter. Aber auch in Sachsen sollen am gleichen Tag im Pokal in Eilenburg eintausend Fans eingelassen werden.

Wie hoch ist das Risiko? Beherrschbar, wenn sich die Leute an die Regeln halten. Spätestens seit dem einleuchtenden Zuschauer-Konzept der Meuselwitzer für 1500 Fans ist das klar. Der Landkreis Nordhausen ist coronafrei. Das hiesige 8000-Mann-Stadion ist groß genug, um Abstände zu Leuten, die man nicht kennt, einzuhalten. Fußballschauen ist nicht gefährlicher, als einkaufen oder essen zu gehen oder sich mit den besten Kumpels zu treffen. Und auf das Umarmen Wildfremder kann man schon mal verzichten, selbst wenn Wacker die eher unwahrscheinliche Pokal-Sensation schaffen sollte.

Für die Anhänger heißt es künftig, der frühe Vogel fängt den Wurm. Eintrittskarten werden in Corona-Zeiten nun nicht nur bei Knallern wie Bayern gegen Dortmund zur raren Ware.

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