Kommentar: Chancengleich ist anders

Steffen Eß
Steffen Ess

Steffen Ess

Foto: Sascha Fromm

Steffen Eß über ein Nachholspiel nach dem letzten Spieltag.

Da sind es noch neun Feldspielerinnen. Und ihre Aufgaben könnten schwerer kaum sein. Vizemeister, Dritter, Meister: Für die Handballerinnen des THC endet die Serie 2021/22 mit einem Spitzenspiel-Hattrick. Deren Dichte besitzt einen Beigeschmack.

Die coronabedingt abgesagte Partie bei Buxtehude soll zwischen letztem Spieltag und Final Four um den DHB-Pokal nachgeholt werden. Das stellt die Thüringerinnen vor eine noch größere Belastungsprobe als ohnehin schon. Anstatt sich nach dem Heimfinale gegen den Zweiten Dortmund in Ruhe eine Woche auf das Pokalhalbfinale gegen Bietigheims Übermannschaft vorzubereiten, heißt es, unter der Woche zu einer entscheidenden Partie durch die halbe Republik zu reisen.

Das nachgeschobene Spiel widerspricht dem sportlichen Grundsatz, dass die Punkterunde für alle Mannschaften zur gleichen Zeit enden sollte. Für den THC fügt es sich in eine Serie zum Verzweifeln.

Vor allem personell stand der Verein vor immer neuen Erschwernissen. Nun fällt mit Anika Niederwieser eine weitere wichtige Spielerin aus dem Innenblock aus. Der ausgekugelte Finger muss zwei Wochen komplett ruhen.

Ginge es nicht um einen internationalen Startplatz, könnten die Thüringer über die Umstände hinweglächeln. So heißt es für die Verbliebenen, die bittere Pille zu schlucke und sich in der Hammerwoche durchzubeißen.

Die Nöte sind groß. Eine Alternative hat das kleine Zeitfenster nicht geboten. Chancengleichheit sieht dennoch anders aus.