Kommentar: Traditionelle Spätzünder

Marco Alles über den Saisonstart der deutschen Biathleten.

Marco Alles

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Foto: Sascha Fromm

Stimmungswandel in Östersund. Neun Monate nach den umjubelten WM-Festtagen herrscht derzeit Tristesse im schwedischen Jämtland. Arnd Peiffer steht sinnbildlich dafür. Erst stoppte den Weltmeister ein Magen-Darm-Infekt, dann stürzte er bei seinem Einstand so heftig, dass sein Gewehr brach und er aufgeben musste. Die deutschen Biathleten stolperten förmlich in die Saison. Noch gab es keinen Podestplatz in einem Einzelrennen; der Abstand zur Spitze ist teils enorm. Deshalb pegelt sich die Gemütslage irgendwo zwischen Ernüchterung und Zweckoptimismus ein.

Grund zu großer Sorge besteht jedoch nicht. Bei allem Potenzial, das in Denise Herrmann und Franziska Preuß steckt: Dass niemand auf Anhieb die zurückgetretene Laura Dahlmeier ersetzen kann, sollte allen bewusst gewesen sein. In den vergangenen Jahren überdeckten die Erfolge der Partenkirchnerin nicht selten mäßige Leistungen der Teamkolleginnen. Bei den Männern müssen beispielsweise Erik Lesser und Simon Schempp mehrwöchige Trainingsausfälle erst noch kompensieren.

Ohnehin gelten die deutschen Skijäger traditionell als Spätzünder. Zu Saisonbeginn ist es meist die Konkurrenz, die den Ton angibt. Bundestrainer Mark Kirchner versteht es allerdings wie kaum ein anderer, seine Schützlinge zum Saison-Höhepunkt in Top-Form zu bekommen. Neben Peiffer hatte sich in diesem Jahr auch Herrmann zur Weltmeisterin gekrönt. Ein Coup, der beiden im Februar bei der WM in Antholz wieder zuzutrauen ist. Zumal das Südtiroler Biathlon-Mekka dank der vielen deutschen Fans ein Heimspiel werden dürfte.

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