Krenz mit Top-Zeiten beim Anschubtest

Oberhof.  Die deutschen Bobfahrer überprüften in Oberhof ihre Form am Start mit einem Anschubtest. Ein Thüringer lag ganz vorn.

Paul Krenz aus Henschleben kam auf Platz eins und zwei im Duell mit den besten deutschen Bobanschiebern.

Paul Krenz aus Henschleben kam auf Platz eins und zwei im Duell mit den besten deutschen Bobanschiebern.

Foto: privat

Fast alle deutschen Bobfahrer versammelten sich am Wochenende zum Anschubtest in Oberhof. Zuvor wurde bei jedem Sportler und Trainer ein Coronatest durchgeführt. „Es war ein großer Aufwand. Doch wir hatten glücklichweise keinen einzigen positiven Fall“, freute sich Bundestrainer René Spies. Schließlich hätte ein Corona-Fall ganze Teams in Quarantäne geschickt.

Nach 48 Stunden hatte am Freitag auch Paul Krenz seine Freifahrtschein vom Labor. Der Thüringer Anschieber aus Henschleben bei Gebesee zeigte eine starke Leistung, gewann beim Seitenanschub und wurde hinter Alexander Schüller (Team Friedrich) Zweiter auf der Bremse. „Ich bin zufrieden, etwas schneller als im Vorjahr. Darauf lässt sich aufbauen“, so der 28 Jahre alte ehemalige Judoka, der aus Heringen bei Nordhausen stammt. Auch der Gießener Issam Amour war unter den Top-3 und gehört wie Krenz zum Team des Dresdners Richard Oelsner, der sich wieder für die WM im Februar in Altenberg qualifizieren will.

Nicht unerwartet war auch die gute Leistung von Hürdensprinter Georg Fleischhauer, der auf der Seite Rang vier belegte. Der Dresdner Leichtathlet mit Bob-Ambitionen wird von Falk Balzer trainiert und startet für das Nachwuchsteam Illmann. „Georg hat gezeigt, dass er ein Kandidat für Olympia in Peking 2022 ist“, so der Bundestrainer.

Bei den weiblichen Piloten lag mit Lisa Buckwitz aus Potsdam eine Olympiasiegerin vorn. 2018 hatte sie Mariama Jamanka zum Sensationssieg geschoben, jetzt sitzt Buckwitz selbst an den Lenkseilen. Jamanka demonstrierte mit Rang vier ihre ordentliche Form. „Sie hat im Vergleich zum letzten Jahr am Start einen Schritt nach vorn gemacht. Mit Altenberg hat sie nach ihrer WM ohne Medaille eine Rechnung offen“, so Spies.

Beste Anschieberin im Feld war überraschend Talent Deborah Levy (Winterberg) vor Jamankas Stammkraft Annika Drazek.

Zurückgekehrt ist Routinier Alexander Rödiger. Im Wettkampf der zweiten Reihe präsentierte sich der 35-Jährige mit vernünftigen Leistungen. „Körperlich bin ich fit, aber es fehlt an der Kraftübertragung auf das Eis. wichtig war, dass das Knie gehalten hat“, so der Oberhofer, der nun das Thüringer Talent Philipp Zielasko in der Weltcup-Selektion unterstützt und auf ein WM-Ticket für Altenberg als Ersatzmann hofft.

Talentierte Thüringer Pilotenbrauchen Verstärkungen am Start

Zielasko war stärkster Pilot beim Anschub hinter Serien-Weltmeister Francesco Friedrich. Verletzt fehlte der WM-Zweite Johannes Locher. „Wir haben drei recht gute Piloten, aber bei den Mannschaftsfahrern fehlt uns die Qualität. Etliche Startzeiten waren schon ein bisschen enttäuschend“, ärgert sich Matthias Trübner, der einst André Lange als Trainer zur Legende machte. Einzig Erec Bruckert und Bastian Heber überzeugten den Coach. Am 10. Oktober hofft Trübner auf etwas bessere Ergebnisse, wenn in Oberhof beim traditionellen Startwettkampf -- leider ohne Zuschauer – als Mannschaft geschoben wird.

Bundestrainer Spies ist dann wieder in Oberhof. Die WM hätte er lieber in Lake Placid gefahren, „wo Medaille für uns schwerer zu gewinnen sind. So müssen wir eben wieder in Altenberg zeigen, das wir für Peking bereit sind“, sagte Spies.