Leinefelder mit Ehrgeiz und Willen in die vierte Fußballliga

Leinefelde.  Leinefelder Martin Wiederhold spielt im Herbst seiner Fußballkarriere in der Fußball-Regionalliga.

In der Kabine des SC Leinefelde 1912 kennt sich Martin Wiederhold bestens aus. Die Spiele seines Heimatvereins besucht er regelmäßig und nimmt auch ab und an Platz in der Kabine der Leinefelder.

In der Kabine des SC Leinefelde 1912 kennt sich Martin Wiederhold bestens aus. Die Spiele seines Heimatvereins besucht er regelmäßig und nimmt auch ab und an Platz in der Kabine der Leinefelder.

Foto: Sebastian Grimm

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Er zählte zu den größten Fußballtalenten des Leinefelder Sportclubs. Seinen Traum vom Profifußball musste er schnell begraben, sagt der 32-Jährige Martin Wiederhold heute. Doch zumindest den Sprung in den halbprofessionellen Fußball hat der gebürtige Leinefelder im Herbst seiner Fußballerkarriere geschafft. Seit Beginn der laufenden Saison schnürt er seine Schuhe für den HSC Hannover in der Fußball-Regionalliga Nord.

Einen langen Weg, immer wieder zurückgeworfen von Verletzungen, musste Wiederhold zurücklegen. Doch schon früh erkannte man in Leinefelde das Talent. Bereits mit fünf Jahren spielte Wiederhold in der F-Jugend des SC Leinefelde. Und nur zwei Jahre später feierte er mit sieben Jahren seinen ersten Erfolg. Mit der E-Junioren, also bei den zehn- und elfjährigen Nachwuchsfußballern, setzte ihn sein damaliger Trainer Jochen Scheerbaum ein. Am Ende der Saison stand der Bezirksmeistertitel zu Buche. „Meine beste Saison, war in der D-Jugend. Da hatte ich in der Hinrunde bereits 40 Tore geschossen“, blickt Martin Wiederhold zurück.

Wiederhold kann auch auf bedeutende Meistertitel verweisen: Mit den A-Junioren des Sportclubs feierte der Leinefelder den Pokalsieg in Thüringen und wurde Thüringer Landesmeister. „In die Landesauswahl Thüringens habe ich es nie so richtig geschafft, vielleicht auch weil ich im entscheidenden Moment vor den Lehrgängen meist verletzt war“, sagt Wiederhold mit Blick auf seine Zeit im Leinefelder Nachwuchsdress.

Mit 17 Jahren zählt der dribbelstarke Akteur zu den jüngsten Spielern die je in der Männermannschaft des SC Leinefelde in der Thüringenliga eingesetzt wurden. Feierte hier den Hallenlandesmeistertitel, erlebte als junger Mann alle Höhen und Tiefen des Leinefelder Fußballs. Stieg in die Landesklasse ab und auch wieder in die Thüringenliga auf. Heute zieht es ihn, wenn er in seiner Geburtsstadt ist, an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich komme gern her. Treffe ehemalige Weggefährten und auch Freunde“, sagt Wiederhold, der auch hofft, dass der SC Leinefelde irgendwann einmal wieder in der Verbandsliga Thüringen aufläuft.

Im Jahr 2013 schein seine Karriere beendet zu sein. Davor probierte er sich bei der SVG Göttingen, gab ein Kurzintermezzo in der Oberliga Hamburg und stand auch beim FSV Wacker Nordhausen unter Vertrag. „Ich hatte damals schon abgeschlossen. Habe viel Zeit investiert, damit ich wieder einigermaßen Fit werde“, blickt Wiederhold auf die schwerste Zeit seiner Laufbahn zurück, als ihm immer wieder eines seiner Knie Sorgen bereitete.

Sein Ehrgeiz und Wille brachten ihn nach mehrjähriger Verletzungspause wieder zurück auf den grünen Rasen. „Ich wollte in Leinefelde beim Training nur mitkicken. Dann hat mich der damalige Trainer der ersten Mannschaft, Thomas Stang, überzeugt es einfach noch einmal zu probieren.“ Das Experiment gelang, denn das Knie hielt über die gesamte Spielzeit.

Es hielt auch bei der Teilnahme an der Kleinfeld-Soccer-Weltmeisterschaft im Jahr 2016. „Das war eines meiner größten Erlebnisse, was ich mit dem Fußball verbinde“, blickt Wiederhold auf ein Turnier zurück, zu dem er sich mit Freunden bei einer Vorrunde in Göttingen qualifiziert hatte. „In der Vorrunde sind wir Thailand leider ausgeschieden.“ Wiederhold wechselte zu Markranstädt in die Oberliga. Nach kurzer Zeit zog es ihn dann zur SVG Göttingen zurück und schließlich nach anderthalb Jahren in Göttingen zu Eintracht Northeim. In der vergangenen Saison, Wiederholds zweite Spielserie bei der Eintracht, schoss er vier Treffer und scheiterte knapp in der Aufstiegsqualifikation zur Regionalliga Nord mit seinem Team.

Und dann kam das Angebot vor der laufenden Saison vom HSC Hannover. „Ich musste nicht lange überlegen. So ein Angebot bekommt man in meinem Alter nicht noch einmal“, sagt Wiederhold.

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