Lotta Bergedieck kratzt an der DM-Norm

Dirk Reddmann
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Lotta Bergedieck vom KSSV Victoria Weimar.

Lotta Bergedieck vom KSSV Victoria Weimar.

Foto: Dirk Reddmann

Erfurt.  Leichtathletik: Gelungener Saisoneinstieg in Erfurt für Tom Recke und Lotta Bergedieck

Am Ende wusste Lotta Bergedieck vom KSSV Victoria Weimar nicht, ob sie sich freuen oder ärgern sollte. Die 100 Meter Hürden hatte sie beim Erfurter Abendsportfest in 15,32 Sekunden bewältigt. Eine hervorragende Zeit, wenn man bedenkt, dass sie in den vergangenen 24 Monaten lediglich zwei Wettkämpfe absolvieren konnte. Jedoch fehlten der ambitionierten Athletin zwölf Hundertstelsekunden zu ihrem Ziel, der Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften Mitte Juli in Rostock. Ihr Trainer Tom Holley sah das Ergebnis aber positiv, schließlich wussten sie vorher nicht genau wo sie stehen. Zudem erkannte er auch noch Optimierungspotenzial: „Die Spritzigkeit hat heute ein wenig gefehlt. Daran werden wir in den kommenden zwei Wochen arbeiten.“

Danach hat die Hürdensprinterin die nächste Gelegenheit, sich ihre DM-Qualifikation zu sichern. Lotta Bergedieck befindet seit gut einem Jahr wieder im Training. Davor war sie als Gastschülerin in New Mexico. Geplant war ein ganzes Schuljahr, Corona machte aber einen Strich durch die Rechnung. Nach gut acht Monaten musste sie ihre Zelte abbrechen und kam im März des vergangenen Jahres zurück nach Weimar.

Aus sportlicher Sicht erwies sich dies für die Achtzehnjährige als Glücksfall. Während es an ihrer Schule in Albuquerque keine Möglichkeit gab, aktiv Leichtathletik zu trainieren, fand sich nach ihrer Rückkehr in ihrem Heimatverein KSSV Victoria eine Gruppe ambitionierter Sportlerinnen im Alter zwischen 17 und 23 Jahren aus dem Bereich Sprint/Sprung zusammen und stieg intensiv in das Training ein. Bereits im vergangenen Sommer deutete sich bei der Gymnasiastin ein Leistungssprung an. Mangels Wettkämpfen fehlten die Gelegenheiten, diesen auch mit Zeiten zu untermauern. In den letzten Monaten konnte die Trainingsgruppe durch die gegebenen Einschränkungen nicht mehr gemeinsam trainieren und sich gegenseitig zu neuen Leistungen pushen.

Trotzdem gelang es der Hürdensprinterin, ihr Trainingslevel durchgehend hoch zu halten. In der vergangenen Woche startete endlich wieder das gemeinsame Training mit ihren Vereinskameradinnen.

Als zweiter Teilnehmer vom KSSV konnte auch Hochspringer Tom Recke (U18) einen gelungenen Saisoneinstand feiern. Der Fünfte der deutschen Freiluftbestenliste des vergangenen Jahres befindet sich erst seit einem Monat im wieder im Vereinstraining. Vor diesem Hintergrund war er mit den übersprungenen 1,75 Mehr zufrieden. Trainer Holley lobte seine Technik über der Latte, sah aber noch Verbesserungspotenzial im Bereich des Anlaufes. Hier wird wohl ein Schwerpunkt der Trainingsarbeit der kommenden Wochen liegen.