Erste Tennishalle im Landkreis

Mit Schal und Mütze will im TV Am Saalebogen keiner spielen

Rudolstadt.  Im Rudolstädter Heinepark wird am Freitag eine Tennishalle eröffnet. Ein Gespräch mit Gunther Batzke, dem Vereinschef beim TV „Am Saalebogen“

Vereinschef Gunther Batzke (rechts) mit Vereinsmitglied Carlo Sergioli. Noch herrscht kaum Betrieb in der Tennishalle, doch das dürfte sich nach der Eröffnung am kommenden Freitag ändern.

Vereinschef Gunther Batzke (rechts) mit Vereinsmitglied Carlo Sergioli. Noch herrscht kaum Betrieb in der Tennishalle, doch das dürfte sich nach der Eröffnung am kommenden Freitag ändern.

Foto: Peter Scholz

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Beim Tennisverein „Am Saalebogen“ in Rudolstadt kann man jetzt das gesamte Jahr Tennis spielen. Während gegenwärtig noch die Außenanlagen gestaltet werden, soll die neue Spielstätte am Freitagnachmittag eingeweiht werden. Über die Idee für eine solche Halle, die Vorteile für eine ganze Region und die Tradition des Tennissportes in Rudolstadt unterhielten wir uns mit Gunther Batzke, dem Vereinschef des Tennisvereins.

Schöne Halle, Herr Batzke. Jetzt muss es nur noch richtig Winter werden, ansonsten könnten Sie ja auf den Freiplätzen weiterspielen beim aktuellen Klimawandel.

(lacht) Die Halle wird bestimmt auch bei milden Wintern gut genutzt werden, davon bin ich überzeugt. Wir haben früher schon auch mal mit Schal und Mütze bei drei Grad gespielt. Glauben Sie mir, das will keiner.

Es ist also die Flucht vor dem schlechten Wetter in die überdachte Halle. Wann beschäftigte man sich denn im Verein erstmals mit dieser Idee?

Das war schon vor zwei Jahren. Gründe dafür gab es dabei mehrere. Zum einen wollten wir unserem Nachwuchs bessere Bedingungen bieten und dafür sorgen, dass die nicht im Herbst mit dem Tennisspielen aufhören und eventuell dann im Frühjahr wieder auftauchen. Viele suchten sich da in den Wintermonaten einfach andere Sportarten, blieben denen dann treu. Zum anderen wollten wir die zeitaufwendigen Fahrten zu anderen Thüringer Tennishallen für unsere Mitglieder reduzieren beziehungsweise ganz beenden.

Bleiben wir mal beim Nachwuchs des Vereins. Konnten die nicht in den Wintermonaten schon in anderen Sporthallen trainieren?

Trainieren ja, aber das hatte nichts mit Tennis zu tun, wenn man wöchentlich fünf Trainingsstunden an zwei Tagen anbieten kann. Und gerade der Nachwuchs ist für uns wichtig. Es gab in den letzten 30 Jahren ein richtiges Nachwuchsloch, da waren die Jüngsten bei uns im Verein um die 40. Wir haben uns, das muss man so sagen, mehr als zwei Jahrzehnte nicht viel um den Nachwuchs gekümmert. Seit fünf Jahren haben wir feste engagierte Tennistrainer, die letztlich entscheidend mit dafür sorgen, dass jetzt etwa 50 Kinder und Jugendliche bei uns Mitglied sind. Das ist mehr als ein Drittel aller Vereinsmitglieder.

Die Halle hat um die 300.000 Euro gekostet. Wie bringt ein Verein so eine Summe auf?

Indem ein Drittel der Summe Sponsoren aufbringen, ein Drittel aus Vereinsrücklagen bezahlt wird und ein Drittel finanziert wird. Und die Finanzierung ist dadurch gesichert, dass wir bereits heute, wo die Halle noch nicht einmal offiziell eröffnet ist, viele Abos für Hallenzeiten verkauft haben. Ein weiterer Faktor war die große Unterstützung der Stadt Rudolstadt als Eigentümerin des Grundstücks.

Ist die Tennishalle nur Mitgliedern vorbehalten?

Nein, auf keinen Fall. Sie steht allen offen, vor allem natürlich den Tennisspielern aus der Region. Deshalb werden am Freitag sicherlich auch viele Mitglieder aus den Tennisvereinen aus, Saalfeld, Bad Blankenburg, Königsee dabei sein. Und wir haben selbst schon Anmeldungen aus Erfurt, Weimar und Jena registriert.

Warum sollten die gerade nach Rudolstadt kommen?

Dafür sprechen vermutlich drei Gründe: Zum einen bekommt man hier wohl noch ganz gut Hallenzeiten, zum anderen ist der Stundentarif günstiger als in den genannten Städten. Und dann haben wir einen patentierten Hallenbelag, der extrem gelenkschonend ist und in den Spieleigenschaften dem eines Sandplatzes entspricht. Ein großer Vorteil und einzigartig in Thüringen. Somit gibt es keine Anpassungsschwierigkeiten zwischen Halle und den Freiplätzen.

Damit dürfte es sportlich im Verein auch deutlich nach oben gehen.

Wir sind schon jetzt sehr zufrieden, aber Sie haben natürlich recht: In diesem Jahr beteiligten sich allein zwölf Vereinsmannschaften am Spielbetrieb. Dass man da in der kommenden Saison auf noch mehr sportliche Erfolge hoffen kann, liegt auf der Hand.

In den nächsten Jahren sollen die Sportstätten im Heinepark grundlegend umgestaltet werden. Warum hat der Verein mit dem Hallenneubau nicht bis dahin gewartet?

Warum sollten wir? Wir wollten keine Zeit verlieren, unsere gute Nachwuchsarbeit so schnell wie möglich ausweiten. Der Hallenneubau hat auch keinen Einfluss auf die Umgestaltung beispielsweise im Bereich des Städtischen Stadions. Zudem haben wir gegenwärtig wirtschaftliche gute Zeiten, so dass wir unser Vorhaben auch umsetzen konnten.

Der Rudolstädter Verein gehört mit über 100 Jahren zu den traditionsreichsten in der Region. Und mit Liesbeth Koch hatte man 1936 sogar eine Olympiasiegern in den Tennis-Demonstrationswettbewerben. Da liegt es fast nahe, dass die Halle nach Frau Koch benannt wird, oder?

(lacht) Nein, das glaube ich nicht. Aber es ist natürlich klar, dass wir der Halle noch einen Namen geben. Da ist auch der eine oder andere im Gespräch, aber noch nichts entschieden.

Verraten Sie uns Ihren Favoriten?

Nein.

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