Mühlhäuser Volleyballerinnen erlaufen 1000 Euro für Hospiz

2300 Kilometer in knapp zwei Monaten haben Mühlhausens Volleyballerinnen zurückgelegt und damit Geld für einen guten Zweck gesammelt.

Die Spielerinnen des Volleyballvereins Mühlhausen haben für den guten Zweck 2300 Kilometer zurückgelegt.

Die Spielerinnen des Volleyballvereins Mühlhausen haben für den guten Zweck 2300 Kilometer zurückgelegt.

Foto: Sandra Windischmann

Mühlhausen. Um ihre interne Lauf-Challenge zu meistern, haben die Verbandsligaspielerinnen des Volleyballvereins Mühlhausen im wahrsten Sinn des Wortes bis zur letzten Sekunde Gas gegeben - und das erfolgreich. Jeweils 170 Kilometer wollten 13 Spielerinnen von Beginn des zweiten Lockdowns an bis Ende des Jahres 2020 zurücklegen. 2210 Kilometer waren das Ziel, 2300 wurden es schließlich - auch, weil drei Akteurinnen am 31. Dezember beim virtuellen Erfurter Silvesterlauf noch insgesamt 30 Kilometer beisteuerten.

"Das war quasi eine Punktlandung", sagt Kapitänin Nadine Hädrich und lacht. Die erfahrene Teamführerin steuerte selber gut 300 Kilometer zum Gesamtergebnis bei, war mit dieser stolzen Zahl jedoch noch nicht mal an der Spitze der mannschaftsinternen Rangliste zu finden. "Damit lag ich eher im Mittelfeld", verrät Hädrich: "Viele von uns joggen regelmäßig und auch längere Distanzen."

Team-Rangliste liefert Extramotivation

Eine eigens gegründete WhatsApp-Gruppe, in der die Spielerinnen Fotos, Einheiten und Ergebnisse posteten, sowie die Angaben in den Sportapps lieferten für die Aktion, die durchaus Fleiß und Disziplin erforderte, noch einmal eine Extraportion Motivation. "Das war für viele ein Ansporn. Wenn man gesehen hat, das man auf Platz drei lag und etwas abgerutscht ist, dann wollte man wieder weiter nach oben klettern", gibt Hädrich mit einem Schmunzeln zu.

Für die langjährige Mühlhäuser Kapitänin waren die Einheiten nichts Außergewöhnliches. Hädrich ist auch ohne Vorgaben regelmäßig aktiv, nicht nur volleyballmäßig. "Ich laufe ohnehin gerne viel und liege nicht so oft auf der Couch", erklärt sie.

Die Kilometer konnten die Volleyballerinnen nicht nur durch Joggingrunden, sondern auf vielfältige Art und Weise sammeln. Ein Spaziergang mit der Familie zählt ebenso mit wie Training auf dem Fahrrad- oder Ruderergometer, Walking, Federball oder Fitness-Einheiten im Garten. Die entsprechenden Daten wurden dabei umgerechnet.

1000 Euro für stationäres Hospiz

Für den guten Zweck spendete jede Spielerinnen einen individuell festgelegten Betrag. 830 Euro kamen so zusammen. Der Verein rundete die Summe auf 1000 Euro auf.

Das Geld kommt einem stationären Mühlhäuser Hospiz zugute, das gerade aufgebaut wird, und soll zeitnah überwiesen werden. "Wir wollten gerne ein Projekt unterstützen, das in unserer Heimatstadt errichtet wird, und freuen uns sehr, so einen Teil dazu beitragen zu können", betont Hädrich.

Aktion wird verlängert

Die Aktion ist damit jedoch nicht zu Ende. "Es hat allen so viel Spaß gemacht, dass wir uns dazu entschieden haben, so lange weiterzumachen, bis wir wieder in die Halle können", berichtet Hädrich. Wann das sein wird, weiß keiner. Mühlhausens Kapitänin kann sich jedenfalls nicht vorstellen, dass die im vergangenen Herbst begonnene Saison weiter- oder gar zu Ende geführt werden kann: "Ich habe noch nichts Offizielles gehört, glaube aber nicht daran."

Bis dahin hält sich das Team anderweitig fit - mit der eigenen, nun verlängerten Lauf-Challenge.