Neuschl kommt und trifft für Struth

Struth.  Fußball-Landesklasse: 18-Jähriger entscheidet gutes Derby gegen Grün-Weiß Siemerode zugunsten seiner DJK Struth.

Struths guter Schlussmann Michael Jakobi klärt die brenzlige Situation vor seinem Teamkameraden Niklas Engelhardt (Mitte) und dem zu Boden stürzenden Siemeröder Innenverteidiger Dominik Lukac.

Struths guter Schlussmann Michael Jakobi klärt die brenzlige Situation vor seinem Teamkameraden Niklas Engelhardt (Mitte) und dem zu Boden stürzenden Siemeröder Innenverteidiger Dominik Lukac.

Foto: Klaus Dreischerf

Knapp mit 1:0 (0:0) gewann die SG DJK Struth in der Fußball-Landesklasse II das Verfolgerduell gegen Grün-Weiß Siemerode.

Es herrschte eine seltsame Atmosphäre am Samstagnachmittag auf dem Annaberg in der Eichsfeldgemeinde. Erwartungsfrohe Spannung aufs Spitzenspiel mischte sich mit gleichzeitiger Gewissheit, dass es für längere Zeit das letzte Live-Fußballspiel sein würde. Das maximal erlaubte Zuschauerkontingent wurde problemlos ausgeschöpft und beide Vertretungen boten den Besuchern eine starke Vorstellung.

Vor der Pause neutralisierten sich beide Teams auf hohem Niveau, weder Hausherr mit seinen Standard- Innenverteidigern Mock und Engelhardt noch die Gäste um Top- Verteidiger Dominik Lukac und den sehr präsenten Mittelfeldabräumer Abdoul Aziz gaben sich viele Blößen. Ein Volleyheber von Siemerodes Mittelfeldakteur Jens Hoffmann auf das Tordach eröffnete die wenigen Chancen. Später lenkte Struths Alexander Käppler eine scharfe Eingabe von Norman Wohlfeld am leeren Tor vorbei. Kurz vor der Pause lief Siemerodes rumänischer Stürmer Cristian Todericiu allein aufs Tor zu, Keeper Michael Jakobi blieb lange stehen und parierte den Schuss in glänzendem Stil.

Gastgeber nach der Pause deutlich aktiver

Nach dem Wiederbeginn zog die Begegnung an, vor allem die Gastgeber waren deutlich aktiver. Besonders der erst 18-jährige Jonas Fischer zog am linken Flügel immer wieder das Tempo an und brillierte mit präzisen Flanken. Eine davon flog Richtung langer Pfosten, wo Käppler per Kopf das Tor nur um Zentimeter verfehlte. Struth dominierte immer mehr, die Grün-Weißen beschränkten sich auf die Defensive und überzogen die Härte zumindest einmal heftig. Der eingewechselte Spielertrainer Karsten Wellmann versuchte seinen Gegner zweimal vergeblich zu foulen, ehe er von hinten heftig und rüde nachzog. Mit Gelb wurde diese unnötige Aktion noch sehr wohlwollend geahndet. In Anbetracht des Spielverlaufs war eine Struther Führung inzwischen verdient, doch es dauerte bis zur 78. Minute.

Trainer Andreas Seipel hatte inzwischen für den 17-jährigen Vinzent Krieger den 18-jährigen Niko Neuschl eingewechselt, der einen Traumeinstand erlebte. Fischers Schuss aus 16 Metern konnte Keeper Christoph Tauber nur abklatschen, Neuschl stand richtig und drückte die Kugel ins Tor. Kurz vor Schluss hatte der Torschütze noch einmal Glück, allerdings in umgekehrter Weise. Als er mit offener Sohle in den liegenden Keeper Tauber hineinrutschte und dieser nachtrat, hätte manch anderer Schiedsrichter wohl beide Akteure des Feldes verwiesen. Er beließ es bei Gelb und hatte damit angesichts einer fairen Partie wohl eine weise Entscheidung getroffen. So gingen am Ende 22 Spieler vom Platz, am verdienten Struther Sieg gab es keinen Zweifel.

Auch Trainer Andreas Seipel wertete es so. „Wir haben gegen einen guten Gegner verdient gewonnen, weil wir in der zweiten Halbzeit aktiver waren. Natürlich freue ich mich besonders, dass Niko Neuschl direkt nach seiner Einwechslung traf“, sagte der emotionale Coach und genoss seinen gelungenen Wechselcoup. Seine Elf bleibt im Spitzenfeld, aber nach dem Spiel bewegte Spieler und Fans nur die Hoffnung, dass es mit dem Fußball bald weitergehen möge – irgendwann auch wieder ganz normal. Denn normal war nichts an diesem Nachmittag auf dem Annaberg.