Oberhof setzt Schneekanonen in Gang

Oberhof.  Oberhof freut sich über die aktuellen Temperaturen in der Nacht. Das Depot ist mit 12.500 Kubikmeter Schnee randvoll gefüllt.

Die Schneekanonen sind in Oberhof aktiv.

Die Schneekanonen sind in Oberhof aktiv.

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

Selbst Jörg Peter ist verblüfft. „Ich wüsste nicht, dass wir jemals Ende März so viel Schnee produzieren konnten“, sagt der technische Leiter beim Thüringer Wintersportzentrum in Oberhof zufrieden. Das Hoch „Jürgen“ mit seiner arktischen, trockenen Polarluft und nächtlichen Temperaturen von bis zu minus zehn Grad hat dafür gesorgt, dass just einen Tag nach dem kalendarischen Frühlingsanfang in der Skiarena am Grenzadler die Schneekanonen in Gang gesetzt wurden.

Im Januar – mitten im Winter – hatten dagegen Regenfälle den Weltcup der Biathleten erheblich gestört. Die Strecken mussten verändert werden, um faire Bedingungen zu schaffen. Weil damals kein Schnee im Thüringer Wald lag und die Produktion der 37 Schneekanonen nicht reichte, wurde der für die World Challenge in Gelsenkirchen hergestellte Kunstschnee in mehr als 30 Lkw-Ladungen nach Oberhof transportiert.

Nun aber ist – trotz der das ganze Land lähmenden Corona-Krise – vor allem im Hinblick auf den Weltcup der Skijäger vom 6. bis 10. Januar 2021 zumindest ein gutes Polster geschaffen. Das Depot ist nämlich mit 12.500 Kubikmeter der weißen Pracht randvoll gefüllt. Allerdings ist auch das keine Garantie. Im vergangenen Jahr sorgte der warme Sommer dafür, dass mehr als zwei Drittel des Vorrates einfach weggeschmolzen sind.

Um allerdings genau dieses Szenario zu verhindern, wurden an den Seitenwänden nun zusätzliche Dämmplatten installiert. Von oben soll eine Schutzfolie den gebunkerten Schnee sichern. Um das Depot zu füllen, liefen die Kanonen zuletzt täglich zwischen 22 Uhr und dem nächsten Morgen.

„Ich bin froh und stolz, dass unser Team die zurückliegenden Tage – die in der aktuellen Situation alles andere als einfach waren und sind – so effektiv nutzen konnte", sagte Hartmut Schubert, Vorsitzender des Zweckverbandes TWZ und Oberhof-Beauftragte der Landesregierung.

Weitere Schneedepots in Planung

Um Oberhof für die Weltmeisterschaft im Jahr 2023 fit zu machen, sind nun weitere Schneedepots in der Planung. So soll eine zusätzliche Anlage direkt an der Strecke entstehen und eine weitere Lagerstätte an der Skihalle gebaut werden. Wenn alles fertig ist, könnten im besten Fall an die 50.000 Kubikmeter Schnee gelagert und damit die Vorgaben der Internationalen Biathlon-Union erfüllt werden.

Nun allerdings könnte der Thüringer Wald ausgerechnet da ein Problem bekommen, wo explizit gar kein Schnee gewünscht ist. In diesem Jahr sind Oberhof und Steinbach-Hallenberg von 21. bis 23. August erneut die Gastgeber für den Sommer-Grand-Prix in der Nordischen Kombination. Aber eben nur dann, wenn die Corona-Krise bis dahin überstanden ist.