Papst würde gern Heiligenstadts Cheftrainer werden

Heiligenstadt.  Daniel Papst hat bei Fußball-Verbandsligist SC Heiligenstadt zum zweiten Mal das Sagen übernommen und will für die Wende sorgen.

Daniel Papst (links) hat bei Fußball-Verbandsligist SC Heiligenstadt Ronny Löwentraut als Trainer abgelöst.

Daniel Papst (links) hat bei Fußball-Verbandsligist SC Heiligenstadt Ronny Löwentraut als Trainer abgelöst.

Foto: Henning Most

Als Interimscoach nach der Trennung von Trainer Ronny Löwentraut mit der Betreuung der Elf des Fußball-Verbandsligisten SC Heiligenstadt betraut, trainierte Daniel Papst die Mannschaft nur einige Male und stand als Verantwortlicher nur beim Auswärtsspiel gegen Thüringen Weida (1:2) verantwortlich an der Außenlinie, bis der zweite Lockdown die Saison 2020/2021 vorerst unterbrach. Im Interview der Woche spricht der 44-jährige Familienvater, der viele Jahre als emsiger und spielerisch starker Mittelfeldspieler für die Kreisstädter in der höchsten thüringischen Spielklasse im Einsatz war, über den avisierten Klassenerhalt, Veränderungen in Training und Spiel sowie über ein längeres Engagement als Cheftrainer beim Eichsfelder Traditionsklub.

Sie haben nur kurz mit der Mannschaft trainieren können und erst ein Spiel mit ihr ausgetragen, dann kam erneut der Lockdown. Ist das für Sie ein Vor- oder Nachteil?

Für mich ist das ein Nachteil. Die Mannschaft hat trotz der 1:2-Niederlage in Weida ein gutes Spiel gezeigt und respektablen Fußball gespielt, erst in der 90. Spielminute durch einen Foulelfmeter verloren. Die Spieler haben gespürt, dass sie viel erreichen können, wenn sie an ihre Leistungsgrenzen gehen.

Glauben Sie, dass die Saison noch fortgesetzt werden kann oder rechnen Sie erneut mit einem Abbruch?

Ich bin angesichts der momentanen Situation der Meinung, dass die Serie nicht zu Ende gespielt werden kann. Vielleicht wird die Hinrunde noch beendet und damit gewertet oder mit Play-Offs entschieden. Wir haben noch acht Spiele in der Hinserie zu absolvieren.

Für wie lange hat Sie der Vorstand des SC Heiligenstadt mit der verantwortlichen Aufgabe als Cheftrainer betraut?

Mir wurde mitgeteilt, dass ich zunächst einmal die alleinige Verantwortung übernehmen soll. Wie lange diese Interimszeit dauern soll, weiß ich nicht. Vielleicht wird irgendwann ein neuer Cheftrainer von außen verpflichtet.

Sie sind bereits zum zweiten Mal in die Rolle des Cheftrainers geschlüpft nach der Ablösung von Axel Merfert vor zwei Jahren. Würden Sie diesmal gern für einen längeren Zeitraum die Verantwortung beim Verbandsligisten übernehmen?

Das würde ich gern machen. Beim ersten Mal als Interimscoach vor zwei Jahren habe ich es mir noch nicht zugetraut. Jetzt fühle ich mich aber stark und gereift genug, es dauerhaft zu machen.

Sie haben noch mit vielen aktuellen Spielern wie die beiden Routiniers Sebastian Möhlhenrich und Christoph Sternadel zusammengespielt. Ist das von Vorteil für ihre Arbeit als Trainer?

Ich sehe dies als vorteilhaft an. Ich habe mit wenigen Ausnahmen mit allen Akteuren des momentanen Kaders zusammengespielt. Ich bin weiter gereift und habe mich auch weiterentwickelt, daher habe ich auch das Gefühl, dass die Spieler großes Vertrauen und Akzeptanz zu mir haben und im Training und beim Spiel voll mitziehen.

Trauen Sie sich zu, die Mannschaft zum Klassenerhalt in der Verbandsliga zu führen?

Es sind momentan vier Punkte bis zu einem sicheren Nichtabstiegsplatz. Ich bin voll überzeugt, dass die Mannschaft es schafft, den Klassenerhalt zu realisieren. Sie verfügt über das spielerische Potenzial und besitzt den notwendigen Willen. Das Team ist wesentlich besser als es der augenblickliche 16. Tabellenplatz unter 18 Vereinen in der Verbandsliga ausdrückt.

Werden Sie Änderungen in den Trainingseinheiten oder in der taktischen Ausrichtung in den Spielen vornehmen?

Wenn ich weiter als alleinverantwortlicher Coach arbeiten darf, werde ich Einiges gegenüber dem Training von Ronny Löwentraut ändern. Dann wird das Spielerische mit läuferischen Elementen vielmehr im Vordergrund stehen, viele spielerische Situationen und Formen mit Über- und Unterzahl sowie vorgegebenen Ballkontakten in den Trainingsprozess einfließen. Allerdings werde ich das 4-4-2-System als taktisches Mittel im Spiel beibehalten, es je nach Situation aber mehr oder weniger verändern. Das beherrschen die Spieler am besten. In den 90 Minuten auf dem Spielfeld sollen sie den Ballbesitz optimieren und noch variabler agieren.

Trainieren Sie zukünftig die Mannschaft allein oder haben Sie noch Unterstützung in Form eines Co-Trainers an der Seite?

Wenn ich das Amt länger machen darf, werde ich mir noch einen passenden Assistenztrainer an die Seite nehmen. Mit ihm kann man fußballspezifische Dinge besprechen oder erhält auch konstruktive Kritik. So habe ich in meiner langen Zeit als Co-Trainer auch verfahren.