Pham vom FC Erfurt Nord schockt Favorit SV 09 Arnstadt

Erfurt.  Aufsteiger FC Erfurt Nord rockt dank des goldenen Treffers weiter die Fußball-Thüringenliga und grüßt nach drei Spieltagen von Platz zwei.

Flankiert von Dustin Messing, schiebt Tam-Long Pham den Ball an Arnstadts Keeper Christopher Sünkel vorbei zum Goldenen.

Flankiert von Dustin Messing, schiebt Tam-Long Pham den Ball an Arnstadts Keeper Christopher Sünkel vorbei zum Goldenen.

Foto: Georg Leonhardt

80 Minuten das Spiel gemacht, 80 Minuten die Kontrolle gehabt, 80 Minuten lang ein Muster ohne Wert. „Ein Muster ohne Tor“, korrigierte Martin Skaba sichtlich bedient. Egal, wie man es nennen wollte, den Nachmittag an der Grubenstraße machte es für den Kapitän und seine Arnstädter kein bisschen angenehmer.

Optisch durften sie sich überlegen fühlen. Bis Tam-Long Pham den ambitionierten Gast mit seinem Tor (80.) schockte und die Nord-Männer nach ihrem Überraschungscoup gegen Eisenberg (2:0) erneut vor Freude hüpfen ließ. Es schien, als liefe es auf ein torloses Gipfeltreffen hinaus. Da zeigte sich Nords Mittelfeldmann gnadenlos effektiv. Ein langer Ball auf Serkan Kolpar, eine Hereingabe in die Mitte in den Rücken der Geleitschutz gebenden Arnstädter Abwehr auf Pham, und plötzlich trudelte der Ball vom Innenpfosten ins Tor. Ein Treffer wie aus dem Bilderbuch für einen Aufsteiger wie den FC Nord, der sieben Punkte aus den ersten drei Partien mitgenommen hat. Und der K.o. für die danach nichts mehr zuwege bringenden Gäste.

Stieglitz: „Eine Chance kriegen wir immer“

„Genau so haben wir es noch am Donnerstag trainiert“, meinte Nord-Coach Christian Stieglitz und grinste. Gegen den hoch gehandelten Gast war sein Matchplan aufgegangen. Das Spiel hat er den gefällig agierenden Arnstädtern überlassen, deren Top-Leute Dustin Messing oder Silvano Varnhagen ordentlich beharken und mit Eifer verteidigen lassen. Reagieren, um dann da zu sein, wenn sich der Raum bietet. „Eine Chance kriegen wir immer, gegen jede Mannschaft“, war Stieglitz überzeugt. Er durfte sich durch „Iceman“ Pham bestätigt fühlen, während sich die Gäste wie im falschen Film vorkamen.

„Wenn, hätten wir wenigstens 0:0 spielen müssen. Das Tor darf so einfach nicht passieren“, machte Martin Skaba klar. Dass der Druck seiner Elf gefehlt hatte, war die eine Seite. Dass sie sich habe „ein bisschen einlullen lassen“ habe, machte die Niederlage umso bitterer für den Erfurter, der seit fünf Jahren bei Arnstadt spielt.

Schließlich war sein Team nicht an die Grubenstraße gekommen, um Unterricht in Sachen Effektivität zu erhalten. Die Elf von Trainer Martin Hauswald wollte dem aufmüpfigen Neuling vielmehr selber eine Lektion erteilen.

Nur ein Pfostenschuss von Reinemann

So trat sie auch auf, ließ Ball wie Gegner laufen. Vor allem in der ersten Hälfte besaß Arnstadt viele Aktionen. „Aber wir haben die Konsequenz vermissen lassen“, sagte Skaba. Vor der Pause blieb es bei gefährlichen Ansätzen. Mehr als ein Pfostenschuss von Kevin Reinemann (50.) sprang auch nach der Pause nicht heraus für den Favoriten, der nach einer Stunde das Tempo verlangsamte und nachlässig wurde.

Dass Kolpar wenige Minuten vor dem Treffer bei dem ersten gefährlichen Konter die Sprunghöhe gefehlt hatte, um den Kopfball aufs Tor zu bringen, schien die Gäste nicht zu beeindrucken. Umso mehr waren sie es nach Phams Goldenem. Und die anderen Teams der Liga wohl mit.