PSV Eisenach knüpft starkes Netz gegen Gewalt

Eisenach.  Der Deutsche Olympische Sportbund würdigt Eisenacher Projekt „Wehret den Anfängen“ mit Urkunde und Geldprämie.

Christine Kinder und Frank Albrecht freuen sich über den mit 2000 Euro dotierten 3. Preis bei der Aktion "Starke Netze gegen Gewalt" für das PSV-Projekt "Wehret den Anfängen: Gewalt nicht mit uns!".

Christine Kinder und Frank Albrecht freuen sich über den mit 2000 Euro dotierten 3. Preis bei der Aktion "Starke Netze gegen Gewalt" für das PSV-Projekt "Wehret den Anfängen: Gewalt nicht mit uns!".

Foto: Klaus Fink

Zum nunmehr fünften Male hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ ausgeschrieben und teilgenommen haben viele Vereine aus dem gesamten Bundesgebiet. Am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurden vom DOSB aus der Vielzahl der Bewerber drei in der Gewaltprävention vorbildlich engagierte Sportvereine besonders geehrt, darunter auch der Polizeisportverein (PSV) Eisenach, der sich den dritten Preis verdiente.

Als Vertreter des PSV Eisenach waren Frank Albrecht und Christine Kinder von der Abteilung „Aikido“ vor dem PC-Monitor und der Leinwand in der Geschäftsstelle des Kreissportbundes (KSB) Eisenach vor Ort, um die etwa eineinhalbstündige Online-Zeremonie gespannt zu verfolgen und schließlich ihren Preis auf „virtuelle“ Art, die der Covid-19-Pandemie-Situation geschuldet ist, entgegen zu nehmen. Und die Freude war groß, als sie nach der Laudatio von Jurymitglied und Vertreterin des „Weißen Ring“ Celine Sturm den „analogen“ Umschlag öffnen durften. Er enthielt eine Urkunde und einen Scheck in Höhe von 2000 Euro. Auf der von Petra Tzschoppe (Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung im DOSB) unterzeichneten Urkunde ist zu lesen: „Das Projekt ‘Wehret den Anfängen – Gewalt nicht mit uns!’ des PSV Eisenach gewinnt den 3. Preis des Wettbewerbs ‘Starke Netze gegen Gewalt’ für eine herausragende Zusammenarbeit im Rahmen der DOSB-Aktion ‘Starke Netze gegen Gewalt: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen!“ Zum Inhalt des PSV-Projektes gehören u.a. Selbstverteidigungskurse – auch für Seniorinnen, einfache, aber wirksame Abwehrtechniken und wie „frau“ mit gewalttätigen Angreifern verbal umgeht. Es hilft mitunter auch, wenn Angreifer laut mit „Stopp!“ angebrüllt werden, so Aikido-Meister Frank Albrecht. Und natürlich sind auch gegen Gewalt engagierte Männer in seinem Verein in die Gewaltprävention involviert. Gefördert wird die DOSB-Aktion vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit Ministerin Franziska Giffey (SPD) an der Spitze und beteiligt sind mehrere Deutsche Sportverbände und Organisationen, darunter auch der Deutsche Aikido-Bund.

Zu Wort kamen bei der Online-Ehrung, die vom DOSB-Sitz Frankfurt/Main aus organisiert wurde, auch weitere hochrangige Sportfunktionäre und Jury-Mitglieder sowie die Geehrten selbst in Wort und Bild. Den zweiten Preis erhielt der Sportclub Sigmaringendorf/Lauchenthal (Baden-Württemberg), der für sein Präventions- und Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche geehrt wurde; die Laudatio hierzu sprach Michael Leyendecker, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend. Und der 1. Preis ging an das Projekt „Prävention – Sexualisierte Gewalt im Sport, Schweigen schützt die Falschen“; die Familie Hübscher (ETB „Schwarz-Weiß Essen“) stellte das Projekt vor. Unter anderem sind auch der Kinderschutzbund und der Westdeutsche Hockey-Verband in das 2013 ins Leben gerufene Projekt eingebunden. Laudatorin Petra Tzschoppe lobte besonders die vorbildliche Zusammenarbeit mit UNICEF und dem „Weißen Ring“ bei der Aktion „Starke Netze gegen Gewalt“.

Ein besonderer Dank des PSV Eisenach gebührt Anne Romanowski, die in der KSB-Geschäftsstelle die Online-Schaltung perfekt einrichtete. Unbedingt hingewiesen sei auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, Ruf 08000 116 016, www.hilfetelefon.de – eine Initiative des BMFSFJ.

Die Trainingsprogramm für Erwachsene müssen derzeit auch beim PSV ruhen. Frank Albrecht zur Pandemie-Situation, in der leider nichts stattfinden könne: „Wir werden es sofort publik machen, wenn das Training bei uns wieder möglich ist.“