Reserve des ThSV Eisenach bricht nach der Pause ein

Eisenach.  Das Handball-Thüringenligateam der Wartburgstädter kassiert nach 18:14-Führung noch eine derbe 25:33-Heimniederlage gegen den VfB TM Mühlhauasen.

Beeindruckend: Rechtshänder Jonas Hennig markierte von Rechtsaußen. bei sieben  Würfen sieben Treffer. Die Punkte nahm allerdings der VfB Mühlhausen mit.

Beeindruckend: Rechtshänder Jonas Hennig markierte von Rechtsaußen. bei sieben Würfen sieben Treffer. Die Punkte nahm allerdings der VfB Mühlhausen mit.

Foto: SPORTFOTOSEISENACH

Was es im Handball so alles gibt! Der ThSV Eisenach II bestimmte den Nachbarschaftsvergleich gegen den VfB Mühlhausen, führte 18:14 (34.) und 19:16 (36.), um dann völlig das Zepter aus der Hand zu geben und mit einer überaus deutlichen 25:33 (15:13)-Niederlage das Parkett der heimischen Werner-Aßmann-Halle zu verlassen. Das Team und der mitgereiste Anhang des VfB Mühlhausen jubelten ausgelassen. Schier sprachlos verließen die Anhänger des Gastgebers die Sportstätte.

Was war geschehen? „Eine ganz starke erste Halbzeit, in der bei uns fast alles stimmte“, konstatierte ThSV-Keeper Andreas Fehr. Er kaufte den Mühlhäusern etliche Bälle ab, blieb auch gegen den freien Björn Harder Sieger (26.). ThSV-Kapitän Qendrim Alaj traf nach Belieben: acht Versuche, acht Treffer. Die VfB-Schlussleute Adrian Winkler und Jan Randhage blickten verdutzt hinterdrein.

Gäste bleiben dank individueller Qualitäten dran

„Das waren aber auch Super-Würfe von nahezu allen Eisenachern“, gestand Karsten Knöfler, der Coach des VfB Mühlhausen. „Wir haben unsere Spielzüge bis zum Ende durchgespielt und konsequent abgeschlossen“, bilanzierte ThSV-Coach Dejan Leskovcek. Sehenswert der Kempa-Treffer von Bastian Kemmler auf Vorlage von Qendrim Alaj zum 6:3 (9.). Eine Fackel vom 17-jährigen Ole Gastrock-Mey zischte zum 7:4 (10.) ins Netz. Dank der individuellen Qualitäten ihres Daniel Strache blieben die Gäste aber dran, trafen sogar zum zwischenzeitlichen 12:12-Ausgleich (27.).

Rechtshänder Jonas Hennig beeindruckte mit einer 100-Prozent-Wurfquote von Rechtsaußen. Alle sieben Würfe des kleinen 18-Jährigen zappelten im Mühlhäuser Kasten, wie beim 11:8 (21.) und 19:16 (36.). Die Gäste um Regisseur Daniel Strache („Selten war er so torgefährlich wie heute“, so sein Trainer Karsten Knöfler) wurden aber nicht unruhig. Sie vertrauten zudem auf ihre quantitativ und qualitativ gut besetzte Wechselbank.

Eisenachs Coach holte mit Qendrim Alaj dann seinen mit 28 Jahren ältesten Feldspieler, Kopf der Mannschaft und an diesem Tag auch Goalgetter, vom Parkett. „Wir müssen den jungen Spielern Einsatzzeiten einräumen, damit sie sich weiterentwickeln“, erklärte Leskovcek. Sein Kollege auf der Gegenseite schickte mit Neuzugang Johannes Hölzer, Marko Pervan und dem wuchtigen Ivica Lazarovski eine neue Rückraumreihe auf die Spielfläche. Die wohl entscheidenden personellen Veränderungen auf beiden Seiten.

Der Weg in die Tiefe war zugestellt

Mühlhausen gewann zunehmend an Sicherheit, das Gegenteil war beim ThSV II der Fall. Der VfB Mühlhausen traf nun auch per Gegenstoß. Die ThSV-Keeper Andreas Fehr und John Martin hatten das Nachsehen. Aus dem 19:16 (36.) wurde binnen neun Minuten ein 20:24 (45.). Eisenachs Jugendbrigade, mit Tizian Reum, Julius Brenner und Bastian Kemmler im Rückraum, mühte sich. Der Weg in die Tiefe war zugestellt.

Dann kam auch noch Pech hinzu, Bälle landeten am Holz wie der von Ardit Ukaj (48.). Ivica Lazarowski brauste heran und markierte das 21:27 (50.) und 22:29 (54.). Erst jetzt schickte ThSV-Coach Dejan Leskovcek seinen „Capitano“ zurück auf das Parkett. Das ThSV-Schiff blubberte bereits dem Untergang entgegen. Beim Stand von 25:33 endete die überaus faire Partie (insgesamt nur drei Zeitstrafen!) vor mehr als 200 Zuschauern.

ThSV Eisenach II: Fehr, Martin; Gastrock-Mey (4), Brenner (1), Bourtal (1), Cuturic, Meyer, Reum (1), Kemmler (3), Schlotzhauer, Ukaj, Hennig (7), Warlich, Q. Alaj (8/1).