Rot-Weiß und Kranichfeld: Hilfe unter Freunden

Kranichfeld.  Der Nachwuchs von Rot-Weiß Erfurt absolvierte am Samstag ein Training in Kranichfeld, vielleicht nicht zum letzten Mal.

Die B-Junioren des FC Rot-Weiß Erfurt waren am Samstag im Sportpark der Freundschaft in Kranichfeld zu Gast.

Die B-Junioren des FC Rot-Weiß Erfurt waren am Samstag im Sportpark der Freundschaft in Kranichfeld zu Gast.

Foto: Jürgen Scheere

In diesen Zeiten müsse man eben zusammenhalten. Sagt André Bergmann. Er ist Abteilungsleiter der Fußballer bei der SpVgg. Kranichfeld, die gerade in der Corona-Zwangspause der Winterpause entgegenschlummern. Was aber möglich ist: Der Nachwuchs darf zumindest trainieren. Ein Vorteil, den man gern mit anderen teilt. So am vergangenen Samstag. Da übten die U-12 und die U-17 des FC Rot-Weiß Erfurt auf dem Gelände des Kranichfelder Sportparks.

Über die Eltern der U-12 sei diese Anregung gekommen, wie Bergmann erzählt. Sein Sohnemann spielt selbst bei den A-Junioren der Blumenstädter, der Kontakt zum Nachwuchsleistungszentrum ist also von Haus aus vorhanden. In Erfurt selbst ist inzwischen auch das Training für den Nachwuchs untersagt, weshalb man dort die Offerte aus dem Umland gern annahm und am Samstag mit diesen zwei Teams anreiste. Das ganze natürlich unter strengen Hygieneauflagen. Die Masken waren bei der Anreise und auf dem Gelände sowie in der Kabine zu tragen. Beim Training selbst freilich nicht. Zuschauer waren obendrein nicht zugelassen, vereinzelt waren Elternteile dabei, die in ausreichendem Abstand zueinander hinter den Zäunen kiebitzten.

Noch immer sucht er einenTrainer für die erste Mannschaft

Für die Kinder und Jugendlichen selbst war es eine sichtliche Freude, dem Leder nachzujagen. Etwas, das auch in diesen Zeiten der zweiten Welle der Pandemie möglich sein sollte. Als „Hilfe unter Freunden“ apostrophiert Bergmann die Aktion seines Vereins, die natürlich nur in Absprache mit dem Platzeigentümer, der Kommune, und dem Vereinsvorstand möglich war. Alle mit ins Boot zu holen, das sei wichtig gewesen, betont Bergmann. Die Talente von Rot-Weiß Erfurt hätten es gedankt – mit enormer Disziplin in Sachen Hygiene und mit viel Spielfreude auf dem Rasen.

Gern möchten die Kranichfelder auch weiterhin ihre Anlage dem FC Rot-Weiß zur Verfügung stellen. Hierbei achte man aber immer auf die Entwicklung der Infektionszahlen. Vorsicht sei eben in diesen Monaten die Mutter der Porzellankiste. Schon am kommenden Wochenende könnten dann weitere Teams aus der Blumenstadt anreisen. Der Platz selbst würde derzeit von der SpVgg. gar nicht genutzt, weil bei allen Mannschaften der Trainingsbetrieb ruhe. Für die Kinder des Vereins stünde derzeit eigentlich die Hallensaison an – die Hallenkreismeisterschaften wurden bereits abgesagt. Und für die Männer dürfte das Kalenderjahr gelaufen sein. Platz elf steht derzeit in der Kreisliga Nord zu Buche – in einem Spieljahr, für das Interimstrainer Bergmann den Ligaerhalt als Zielstellung ausgegeben hat. Von vornherein sei klar gewesen, dass es um mehr nicht gehen kann – und die Realität hat ihm am Ende recht gegeben. Was er aber noch immer sucht, ist ein Cheftrainer für dieses Team. „Wir haben da schon einige gute Gespräche geführt und sind guter Dinge, dass wir im Winter jemanden präsentieren können“, erklärt er. Wann seine Herren wieder trainieren und spielen dürfen? Hoffentlich bald, sagt Bergmann.