RWE-Trainer Krüger: „Regionalliga hätte ich als Spieler nicht geschafft“

Mit Robin Krüger geht Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt in die Rückrunde. Wir sprachen mit dem 30-jährigen Trainer.

Robin Krüger sitzt seit November als verantwortlicher Trainer auf der Erfurter Bank.

Robin Krüger sitzt seit November als verantwortlicher Trainer auf der Erfurter Bank.

Foto: Frank Steinhorst

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Wenn am 1. Februar die Saison mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer FC Energie Cottbus fortgesetzt wird, sitzt Robin Krüger als Cheftrainer auf der Bank des Fußball-Regionalligisten. Wir sprachen mit dem 30-Jährigen über seine neue Rolle auf der Bank, sein Verhältnis zur Mannschaft und die Ziele für die Rückrunde.

Herr Krüger, haben Sie im November zur ersten Trainingseinheit als Interimstrainer überhaupt daran gedacht, auch in der Rückrunde auf der Bank zu sitzen?

Nein, ich habe mich damit überhaupt nicht beschäftigt. Damals ging es einfach darum, die Mannschaft übergangsweise auf das nächste Landespokalspiel vorzubereiten und erfolgreich zu sein.

Wann war klar, dass es für Sie in Erfurt eine längere Mission werden könnte?

Es ist gut angelaufen, wir haben nach dem Sieg im Landespokal auch in der Meisterschaft nicht nur vom Ergebnis her gute Auftritte gezeigt. Da reifte dann auch die Vorstellung, dass ich länger bei Rot-Weiß auf der Bank sitzen könnte.

Dabei sind Sie erst 30 und zum Beispiel zwei Jahre jünger als Angreifer Velimir Jovanovic. Wie klappt die Zusammenarbeit mit der Mannschaft?

Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht das Alter, sondern die Frage, wie man menschlich miteinander umgeht, sich gegenseitig respektiert und ob man fachlich überzeugen kann. Ich bin zwar erst 30, aber es ist trotzdem schon meine 14. Saison als Trainer.

Als welche Art von Trainer würden Sie sich beschreiben?

Mir ist es wichtig, die Spieler mit einzubeziehen und nicht nur etwas von oben zu aufzudiktieren. Klar bin ich der Trainer und muss die Linie vorgeben. Das tue ich auch. Ich will aber gleichzeitig die Spieler mitnehmen. Und das funktioniert bisher glaube ich ganz gut.

Warum sind Sie eigentlich nie selbst Profi geworden?

Als ich als Trainer angefangen habe, stand ich gleichzeitig auch noch als Spieler auf dem Platz. Aber ich bin ehrlich genug zu sagen, dass mein Talent da eher limitiert war. Deshalb habe ich mich irgendwann auf die Arbeit als Trainer konzentriert. Als Spieler hätte ich es nie in die Regionalliga geschafft.

Wenn man wie Sie aus dem Ruhrpott kommt, stellt sich da in Sachen Fußball einzig die Frage Dortmund oder Schalke?

Nein. Ich war ja schon früh Trainer, da identifiziert man sich in erster Linie mit seinem eigenen Verein. Ich hatte das Glück, für zwei solche Traditionsvereine wie Rot-Weiss Essen und jetzt Rot-Weiß Erfurt zu arbeiten. Da fällt das auch leicht.

Wie bewerten Sie selbst die ersten Spiele unter Ihrer Regie?

Wichtig ist mir auf dem Platz, dass wir ein ekliger, unangenehmer Gegner sind. Dazu gehört neben Aggressivität und Leidenschaft in der Defensive auch, dass man bei eigenem Ballbesitz dem Gegner wehtut. Das haben wir schon ganz gut hinbekommen.

Trotzdem gehört der FC Rot-Weiß im Angriff zu den schwächsten Mannschaften der Liga. Wie wollen Sie das ändern?

In den Spielen unter meiner Regie ist es ja schon gelungen, mehr Offensivaktionen in der gefährlichen Zone zu kreieren. Da können wir uns aber noch steigern. Außerdem müssen wir beim Torabschluss effektiver werden. Ich bin aber überzeugt, dass unsere Spieler die Qualität dafür haben.

Was erwarten Sie von der Mannschaft?

Dass wir Leidenschaft auf den Platz bringen. Das ergibt sich ja aus unserer Situation automatisch. Wer das bei einem Tabellen-14. der Regionalliga nicht schafft, ist hier fehl am Platze.

Gibt es in der Winterpause noch Verstärkungen?

Klar schauen wir uns immer um. Aber ich gehe davon aus, dass wir am 1. Februar mit dem gleichen Aufgebot in die Punktspiele zurückkehren. Eine Verpflichtung würde nur Sinn machen, wenn dieser Spieler uns definitiv weiterbringt. Aktuell gehe ich nicht davon aus, dass wir zum Beispiel aus Nordhausen oder einem anderen Verein jemand holen. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen vor der Pause gezeigt, dass sie in der Besetzung stark genug ist, um unsere Ziele zu erreichen.

Was sind denn die Ziele?

Auf eine Platzierung will ich mich nicht festlegen. Aber wir wollen in der Rückrunde mehr Punkte holen als in der ersten Halbserie.

Und im Landespokal?

Auch der Landespokal ist uns wichtig. Es geht ums Prestige, ist mit der Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal lukrativ und lebt von Emotionen. Wer im Halbfinale steht, will auch den Pokal gewinnen. Aber erst einmal warten wir zur Auslosung am 2. Februar auf unseren Gegner.

Am Tag zuvor kommt Spitzenreiter Energie Cottbus zum ersten Punktspiel des Jahres nach Erfurt. Welchen Gegner erwarten Sie?

Cottbus hat sich schon verstärkt und sucht wie man hört weiter auf dem Spielermarkt. Da wird eine noch stärkere Mannschaft als im Dezember zu uns kommen. Aber wir haben unter meiner Führung gegen drei Spitzenteams gespielt und gepunktet. Deshalb haben wir keine Angst und wollen auch gegen Cottbus etwas erreichen.

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