Steigende Corona-Zahlen: Saalfeld-Rudolstadt schließt Hallen für Freizeitsport

Saalfeld.  Die Regelung gilt wegen der gestiegenen Corona-Zahlen zunächst bis Ende des Jahres

Der Ball ruht ab kommenden Montag in den Sporthallen des Landkreises Saalfeld/Rudolstadt, die in Trägerschaft des Landkreises sind. 

Der Ball ruht ab kommenden Montag in den Sporthallen des Landkreises Saalfeld/Rudolstadt, die in Trägerschaft des Landkreises sind. 

Foto: Symbolfoto: Christoph Keil

Der Pandemie-Stab des Landkreises Saalfeld hat gestern beschlossen, ab kommenden Montag bis zum Ende des Jahres wieder alle Sporthallen in Trägerschaft des Landkreises für sämtlichen Vereins- und Freizeitsport zu schließen. Grund sind die sprunghaft angestiegenen Corona-Fälle in der Region, die aus der Sicht der Verantwortlichen auch einen Trainingsbetrieb im Nachwuchsbereich nicht mehr möglich machen. Corona-Blog: Mehr als 3,5 Millionen Euro Corona-Hilfen für Personennahverkehr - Altenburger Land startet Videopodcast

„Wir sind an einem sehr kritischen Punkt inmitten der Pandemie, die uns zu entsprechenden Entscheidungen zwingen. Die zusätzliche Durchmischung von Gruppen beim Vereinssport in geschlossenen Räumen erhöht das Ausbreitungsrisiko und erschwert die Nachverfolgung von Kontaktpersonen“, so Landrat Marko Wolfram.

Folgende Schulsportstätten sind von der Schließung betroffen: Die Sporthallen der Grundschulen in Gräfenthal, Leutenberg, Meuselbach und Uhlstädt-Kirchhasel, der Regelschulen in Gräfenthal, Neusitz, Oberweißbach sowie Unterwellenborn und die kleine Halle am Saalfelder „Heinrich-Böll“-Gymnasium, die Zweifelderhalle am Gymnasium „Fridericanium“, die Zweifeldhalle am „Erasmus Reinhold“-Gymnasium in Gorndorf, die Dreifeldhalle „Am Schiefer“ des „Dr. Max Näder“ Gymnasium in Königsee sowie die Saalfelder Dreifelderhalle „Grüne Mitte“. Gleiches trifft auf die Sportstätten an der Gorndorfer Jettina-Schule und dem Saalfelder “Heinrich Pestalozzi“-Förderzentrum zu. Geschlossen werden zudem die Dreifelderhalle am SBZ in Rudolstadt sowie Unterwellenborn und der Medizinischen Fachschule in Saalfeld.

Beim Kreissportbund (KSB) Saale-Schwarza bedauert man die gesamte Situation, hält die Entscheidung aber für nachvollziehbar. „Auch wenn ich es gern gesehen hätte, dass neben Schul- auch weiterhin Vereinssport stattfinden kann“, sagt Frank Persike unserer Zeitung. Der KSB-Vorsitzende war ebenso wie der Vorsitzende des Kreissportjugend, Karl-Heinz Barth, zu der gestrigen Sitzung eingeladen.

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„Die Einschläge kommen immer näher“, sagt Barth, dem die Entscheidung „in der Seele weh tut“. Bereits in den vergangenen Tagen haben einige Übungsleiter die Trainingsgruppen verkleinert und damit versucht, den Grad der Durchmischung zu reduzieren. „Mit der Entscheidung will der Landkreis eben diesen Kontakt noch stärker entgegen treten“, sagt Persike, der die Schließung der Sporthallen allerdings nicht als alternativlos bezeichnete: „Man hätte es vielleicht zunächst ähnlich wie beim Schulsport mit solchen kleineren Gruppen auch in Zukunft versuchen können“, so der KSB-Chef.

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch die beiden Städte Saalfeld und Rudolstadt eine ähnliche Entscheidung treffen und die Schließung der kommunalen Sporthallen anordnen, ist recht groß. Zumindest wolle Wolfram entsprechende Gespräche mit den Bürgermeistern Steffen Kania und Jörg Reichl führen.