Schöndorfs Kicker, vor allem Coach Haubold, stapeln tief

Weimar.  Auf Abstiegskampf war man eingerichtet beim Schöndorfer SV. Nach der Hinrunde ist man aber mittendrin im Titelkampf der Kreisoberliga.

Markus Haubold, Trainer des Schöndorfer SV, ist von seinem Tram positiv überrascht.

Markus Haubold, Trainer des Schöndorfer SV, ist von seinem Tram positiv überrascht.

Foto: Jürgen Scheere

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit Abstiegskampf haben sie gerechnet beim Schöndorfer SV. Doch der Fußball-Kreisoberligist mauserte sich in der Hinrunde zu einem Kandidaten für die Meisterschaft. Wir sprachen mit Markus Haubold, dem Trainer.

Spielt das Wort mit ‘A’ eine Rolle?

(Lacht.) Ich hoffe, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, ja.

Und der Aufstieg?

Wir sind vor der Saison mit dem Ziel gestartet, so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Alles andere wäre auch vermessen gewesen, wenn man die vergangenen Jahre betrachtet. Und ich denke, dass uns das recht gut gelungen ist. Die jetzige Tabellensituation, nun: Man verliert zwei Spiele und man ist unter Umständen Elfter. Deswegen ist das für mich nicht von Interesse. Uns geht es vor allem – es klingt banal – darum, die junge Leute zu entwickeln und etwas aufzubauen.

Was ist das Geheimnis dieser Hinrunde? Warum lief es so gut?

Das ist eine gute Frage. Unsere mannschaftliche Geschlossenheit ist wohl die Antwort. Wir haben in einer Phase sieben Spiele am Stück gewonnen. Darunter waren auch einige sehr, sehr schwierige Spiele. Ich erinnere mich an eine Woche, in der wir Sonntag daheim gegen Schwarza gespielt haben, dann ein vorgezogenes Spiel am Donnerstag gegen den SC Weimar II, der ordentlich Verstärkung von der Ersten erhielt, und dann am Sonntag gegen den VfB Apolda, was ein riesiger Kraftakt war. Das zu meistern, hat uns ausgezeichnet. Oder das Spiel in Ilmenau, was wir spät 3:2 gewannen. Das war ein Spiel, was du nur verlieren kannst, weil die Ilmenauer bis dahin noch kein Spiel gewonnen hatten. In den vergangenen Jahren waren das genau die Aufgaben, die wir nicht richtig angenommen hatten. Und das haben wir besser gemacht.

Auch die Torausbeute hat sich verbessert?

Stimmt, wir sind torgefährlicher geworden. Das erleichtert natürlich einiges. In den Jahren davor wussten wir, dass wir nicht mehr als ein Gegentor fressen durften, um zu punkten. Dieses Jahr können wir uns erlauben, auch mal ein zweites zu bekommen, weil wir in der Lage sind, immer eins mehr zu schießen.

Haben Sie das Training dafür umgestellt, neue Leute geholt oder ist einfach der Knoten geplatzt?

Es ist eine Mischung aus allem. Wir haben mit Philipp Neunemann und Dasmir Mahmudovski zwei dazu bekommen, die zusammen 17 Tore geschossen haben. Aber auch die wurden denen ja aufgelegt. Es wurde insgesamt zielstrebiger Richtung Tor gespielt, was wir im Training auch versucht haben, zu simulieren. Hinzu kamen Stefan Kretzer und Oliver Römer, die beide verletzungsbedingt ein Jahr ausfielen. Damit kamen zwei wichtige Leute für die Offensive wieder.

Was sind Dinge, die noch nicht funktioniert haben, die sie im Winter ausmerzen wollen?

Standardsituationen sind immer ein Thema. Man kann damit sowohl defensiv als auch offensiv viel machen. Das gleiche gilt fürs Umschaltspiel. Das sind unsere Schwerpunkte für die Vorbereitung.

Was kann das Team in der Rückrunde erreichen?

Alles bis gar nichts. Irgendwas dazwischen. Wir haben gezeigt, dass wir jeden schlagen können, haben auch Spiele verloren, die man nicht verlieren darf. Wir sind im Pokalviertelfinale und wollen auch gewinnen. In der Kreisoberliga traue ich meiner Mannschaft alles zu. Man darf aber nicht vergessen, dass wir viele sehr junge Spieler haben, die noch Junioren spielen könnten, bei uns schon in der Stammformation stehen. Ich weiß, dass da Formschwankungen dazugehören. Das wird kommen. Und dann ist die Frage, wie wir das in der Breite auffangen können. Es bekommt bei uns niemand Geld fürs Fußballspielen, das ist nicht in jedem Verein in der Liga so. Vieles geht über die Eigenmotivation, es kommt auf die Jungs selbst an.

Würde man sich gegen einen Aufstieg wehren?

Wenn es so sein sollte, dass man sich darüber unterhalten muss, dann wird man das tun. Ich kenne die Landesklasse aus meiner Zeit bei Empor Weimar, ich weiß, was das finanziell bedeutet, wie viel Zeit notwendig ist. Die Spieler sind es, die diesen Weg gehen wollen müssen. Wenn die es wollen, dann werden wir uns dem nicht entgegen stellen.

Und der Gesamtverein? Würde der den Landesmaßstab packen?

Grundsätzlich haben wir viel in die Wege geleitet, um uns in der Kreisoberliga zu etablieren. Bis vor der Wende haben wir höherklassig gespielt, danach bis auf eine kurze Ausnahme immer auf Kreisebene. Man darf nicht vergessen, dass wir ein Mehrspartenverein sind, in der alle Abteilungen bedient werden wollen. Ein Aufstieg wäre natürlich auch mit finanziellem Aufwand für den Verein verbunden. Das gilt es zu berücksichtigen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren