„Meckern hilft überhaupt nicht“: Verspäteter Start für Science City Jena

Jena.  Science City Jena startet mit Neuzugang Zamal Nixon in die finale Vorbereitung. Warum sich der Basketball-Zweitligist trotz aller Widrigkeiten auf die am 24. Oktober beginnende Saison freut.

Es geht wieder los: Trainer Frank Menz (Mitte vorn) schwört seine Mannschaft auf das Training ein.

Es geht wieder los: Trainer Frank Menz (Mitte vorn) schwört seine Mannschaft auf das Training ein.

Foto: Christoph Worsch

Die Basketbälle sausen nur so durch die Luft, landen im Korb, die Turnschuhe quietschen übers Parkett: Science City Jena kann endlich wieder trainieren. „Es war einfach Zeit“, sagt Frank Menz, Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion beim Zweitligisten von der Saale.

Mit fünf Wochen Verspätung begann für seine Korbjäger die Vorbereitung. Aus finanziellen Gründen durch die Corona-Krise wollten die Jenaer erst drei Wochen nach den anderen Mannschaften ins Training einsteigen, dann kamen auch noch zwei Wochen Quarantäne hinzu, weil es positive Corona-Fälle im eigenen Nachwuchs gab. Mittlerweile ist eine Woche seit dem verspäteten Start vergangenen und die Mannschaft, die insgesamt fünf neue Spieler integrieren muss, wirkt schon richtig fit.

„Wir sind gut aus der Quarantäne gekommen“, erzählt Menz. „Meckern hilft überhaupt nicht“, sagt er angesichts der widrigen Umstände. Die Spieler hatten alle einen Ergometer zuhause, das Trainerteam konnte die Fortschritte auf dem Computer verfolgen. Hinzu kam ein tägliches Video-Workout, so dass sich die Konditionsdefizite beim Trainingsstart in Grenzen hielten. Trotzdem dauert es natürlich noch, bis die volle Spritzigkeit wieder da ist. Kein Wunder, bei nur einem statt wie üblich acht bis zehn Testspielen bis zum Saisonauftakt.

Zahlreiche Dreier von Zugang Nixon

Einer, der zum Medientraining am Dienstag mit zahlreichen Dreiern seine gute Form schon unter Beweis stellte, ist Zamal Nixon. Der 31-jährige Aufbauspieler war erst am Montag nach Jena gekommen, nachdem die Thüringer kurzfristig Ersatz für Zavier Simpson suchten, der trotz bestehenden Vertrages einfach in die USA abgereist war. „Ich bin gut aufgenommen worden, habe sofort die Unterstützung von allen gespürt“, erzählt der gebürtige New Yorker.

Eigentlich wollte er bei Promitheas Patras durchstarten, hat das Griechenland-Abenteuer aber schnell beendet. Die Familie, die in München lebt, hat er kaum gesehen. „Jetzt spiele ich für ein sehr gutes Basketball-Team und kann sie öfter besuchen“, erklärt der Aufbauspieler, warum das Angebot von Science City gerade Recht kam.

Noch keine Tipps von Knight bekommen

Tipps vom Ex-Jenaer Marcos Knight hat er noch keine bezüglich seines neuen Vereins bekommen. Gemeinsam spielten die beiden US-Amerikaner im Sommer mit den Riesen Ludwigsburg das Finalturnier der deutschen Eliteliga, wurden sensationell Vizemeister. „Eine einzigartige Erfahrung“, sagt Nixon, der erst für die Endrunde von Ludwigsburg verpflichtet wurde. Abgeschottet in einem Hotel mit allen anderen Teams erlebte er die Finalserie. „Ich kannte die Jungs erst anderthalb Monate, habe aber eine Verbundenheit empfunden, als würden wir uns schon jahrelang kennen.“ Gern wäre er in Ludwigsburg geblieben. Aber den zweiten Platz, den kann ihm keiner nehmen.

Mit Jena will er jetzt so viele Spiele wie möglich gewinnen, so weit, wie es geht, kommen. Angesichts der fehlenden Vergleiche in der Vorbereitung und der Unkenntnis über die Zweitliga-Kontrahenten hält sich sein Trainer Frank Menz mit Zielvorgaben für die am 24. Oktober mit den Spiel bei den Kirchheim Knights beginnende Saison zurück.

Trotzdem ist er sehr guter Dinge, auch wenn noch ein Center gesucht wird. Der ehemalige Bundestrainer hatte mehr Zeit, sich die richtigen Typen herauszusuchen. „Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft haben.“ Besser jedenfalls, als in der vergangenen Saison. Und da war Jena als Dritter ja auch schon nicht so schlecht.

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