Seit 24 Jahren im Teistunger Trikot

Teistungen.  Auf ihn war und ist stets Verlass – Kapitän Pierre Schulze ist schon seit Jahrzehnten eine wichtige Stütze beim FC Wacker Teistungen.

Immer eng am Mann: Teistungens Kapitän und Abwehrchef Pierre Schulze (r.), hier im Spiel gegen den SV Eintracht Eisenberg.

Immer eng am Mann: Teistungens Kapitän und Abwehrchef Pierre Schulze (r.), hier im Spiel gegen den SV Eintracht Eisenberg.

Foto: Eckhard Jüngel

Er spielt bereits seit 21 Jahren in der ersten Mannschaft des aktuellen Fußball-Verbandsligisten FC Wacker Teistungen und ist immer noch wertvoll wie eh und je. Auf Kapitän Pierre Schulze kann sich sein Trainer Volker Reinhardt stets verlassen, auch wenn der Defensivspezialist mit 38 Jahren mittlerweile ein Alter erreicht hat, das er selber augenzwinkernd als weit fortgeschritten bezeichnet.

„Es ist schon ungewöhnlich, dann noch immer in der Verbandsliga aufzulaufen. Eigentlich spielt man in diesem Alter eher bei den Alten Herren“, sagt Schulze und lacht.

Elementarer Eckpfeiler

Dass der gebürtige Wehnder das nicht macht, darüber dürfte sich sein Coach freuen. Denn Schulze ist mit seiner Erfahrung, Zweikampfstärke und Antizipation nicht nur auf dem Spielfeld ein elementarer Eckpfeiler im Wacker-Gebilde, sondern auch dank seiner Führungsstärke abseits des Rasens ungemein wichtig.

„Als Kapitän sehe ich es als meine Hauptaufgaben an, die Mannschaft zusammenzuhalten, selber voranzugehen, viel mit den Mitspielern zu sprechen und sie aufzubauen, wenn es nötig ist“, skizziert Schulze, der bereits seit der B-Jugend das Teistunger Trikot trägt und im Herrenbereich nie für einen anderen Verein aufgelaufen ist.

Auch als den Verantwortlichen Anfragen für den Kapitän, der bereits seit neun Jahren die Spielführerbinde trägt, ins Haus flatterten, war ein Abschied für den Routinier nie ein Thema. „Ich habe mich nie damit beschäftigt, weil ich hier meinen Freundeskreis habe und ich mich in diesem Umfeld einfach wohl fühle“, verrät der 1,86-Meter-Mann, der dank seiner Körpergröße auf dem Platz keinen Zweikampf zu scheuen braucht und auch im Kopfballduell meistens die Oberhand behält.

Fit ist Schulze, der im kommenden Juli 39 Jahre jung wird, noch immer. „Allerdings merke ich, dass es zunehmend schwieriger wird, sich selber fit zu halten und nach einer längeren Pause schnell wieder fit zu werden“, erklärt der Eichsfelder, der mit neun Jahren dem SV Blau-Weiß Brehme beitrat und nach einem einjährigen Gastspiel beim niedersächsischen VfL Olympia Duderstadt 1996 in der B-Jugend nach Teistungen, damals noch Teil der Spielgemeinschaft in dieser Altersstufe, wechselte.

Den Wechsel in die A-Jugend übersprang Bayern-München-Fan Schulze, der die fußballerischen Dienste von Jerome Boateng und Mats Hummels („Als der noch bei Bayern spielte“) schätzt. Mit 17 Jahren ging es für den Abwehrspieler, der in der Jugend als rechter Verteidiger anfing, inzwischen aber in der Zentrale als Innenverteidiger oder aushilfsweise auch mal im defensiven Mittelfeld zu Hause ist, bereits in den Kader der ersten Mannschaft, die damals noch in der Kreisklasse kickte.

„Menschlich und sportlich ein würdiger Mannschaftskapitän“

Der Großhandelskaufmann, der in Göttingen arbeitet, akklimatisierte sich schnell. „Vom Tempo her war es kein großes Problem, aber das Körperliche hat zunächst gefehlt. Das hat schon ein paar Monate gedauert“, erinnert sich Schulze. Doch ab der Rückrunde lief es besser und der damalige Youngster, der inzwischen zum Teistunger Urgestein avanciert ist, kam auf immer mehr Einsatzminuten.

„Pierre ist für mich menschlich sowie sportlich ein würdiger Mannschaftskapitän. Er ist trainingsfleißig, auf dem Platz ein Teamplayer und Anführer und mit seiner Erfahrung besonders für die jüngeren Spieler ein Vorbild“, lobt ihn sein Trainer Volker Reinhardt. „Wir beide haben eine sehr gute Kommunikation auf und neben dem Platz, auch wenn ich ihn immer von dem, was wir tun, überzeugen muss, um erfolgreich zu sein“, sagt Reinhardt augenzwinkernd.

Die Saison 2014/15 war die erfolgreichste für den Dauerbrenner. Mit seinen Teistunger Teamkollegen schaffte Schulze als Meister nicht nur den Aufstieg in die Landesklasse, sondern holte auch noch sowohl den Kreis- sowie den Regionspokal. Ein Jahr später gelang der Durchmarsch in die Verbandsliga, in der Schulze und Co. seitdem ununterbrochen vertreten sind.

Wie lange der Kapitän seine Knochen noch für seinen Club hinhalten wird, ist offen. „Da schaue ich von Saison zu Saison. Ich habe da für mich kein genaues Datum festgelegt“, erklärt er. Von schweren Verletzungen ist der Eichsfelder bisher verschont geblieben, musste lediglich wegen eines Bänderrisses oder einer Schambeinentzündung pausieren.

Da es viele Absteiger geben kann, empfiehlt Schulze, noch üppig zu punkten, um erst gar nicht zittern zu müssen, falls nur die Hinrunde gespielt wird. Schließlich möchte Teistungens Kapitän – gesetzt den Fall, er macht weiter – auch in der nächsten Saison in der Verbandsliga auflaufen. Und als Spielführer und Leistungsträger für den FC Wacker wichtig wie eh und je sein.