Sieben Jahrzehnte dem Boxsport gewidmet

Erfurt.  Am Samstag wird Lothar Stöckchen 80 Jahre alt. Bis zuletzt mit mehreren Funktionen, tritt er nun kürzer.

Engagiert: Der Jubilar Lothar Stöckchen steht besonders Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite.

Engagiert: Der Jubilar Lothar Stöckchen steht besonders Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite.

Foto: Volker Brix

Es gab im Boxsport keine Funktion, die er in seinem Leben nicht ausgeübt hat: Boxer, Organisator, Kraftfahrer, Vereinschef, Cheftrainer. Am Samstag wird Lothar Stöckchen 80 Jahre alt. Seit sieben Jahrzehnten prägt der Sport sein Dasein, das Boxen kann man mit Fug und Recht als seinen Lebensinhalt bezeichnen.

Gründer der Thüringer Löwen

In dieser langen Zeit wurde die Erfurter Boxikone zum Zeitzeugen aller Höhen und Tiefen des Erfurter Boxsports und hat viele Generationen von Sportlern zu seinem Boxtraining kommen und gehen sehen.

Als Zehnjähriger lernte Stöckchen, damals bei KWU Erfurt unter Trainerlegende Karli Altstedt, die ersten Kapitel des Faustkampfes in der Domturnhalle. Durch einen schweren Verkehrsunfall 1963 wurde seine hoffnungsvolle Laufbahn für zwei Jahre unterbrochen. Trotzdem kann der Jubilar auf mehr als 100 Duelle zurückblicken und beendete 31-jährig seine erfolgreiche Laufbahn. Dabei gehörte der mehrfache Bezirksmeister der damaligen erfolgreichen Oberligastaffel des SC Turbine Erfurt an.

Später arbeitete er ehrenamtlich als Trainer beim Thüringer Sportverein Erfurt (TSV) und aktuell dem BC Thüringer Löwen Erfurt, den er selbst aus der Taufe hob. Seitdem war Stöckchen der „Motor“ im Vereinsleben der Löwen und als solcher bis ins hohe Alter unverzichtbar für den Verein.

Einsatz für junge Migranten

Neben seinen Veranstaltungen in der Thüringenhalle oder beim Freiluftboxen zum Krämerbrückenfest auf dem Domplatz und war er ständig unterwegs. Vor allem setzt sich das Box-Urgestein in seinem Club als Cheftrainer für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ein und hat dabei schon einige Boxer in verschiedenen Altersklassen zu Meistertiteln geführt. Nun hat der Jubilar etwas Abstand zu seinem Boxclub genommen und wird jetzt als Ehrenmitglied geführt.