Sportliches Treiben in Notzeiten

Schlotheim.  Das Fußball-Internat in Schlotheim muss seine Ausbildung der internationalen Schüler erheblich einschränken.

Im Schlotheimer Jugendfußball-Leistungszentrum trainieren Fußballer aus 21 Ländern wie den USA, Kolumbien, Südkorea, Namibia und Australien, zudem kommen viele Schüler aus dem gesamten deutschen Raum.

Im Schlotheimer Jugendfußball-Leistungszentrum trainieren Fußballer aus 21 Ländern wie den USA, Kolumbien, Südkorea, Namibia und Australien, zudem kommen viele Schüler aus dem gesamten deutschen Raum.

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

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Die Schließung von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Sportstätten aufgrund der Corona-Epidemie hat auch vor dem Jugendfußball-Leistungszentrum Schlotheim keinen Halt gemacht. Seit 16. März ruht in die sportliche Ausbildung des Nachwuchses weitgehend.

Allerdings erhielt nach zahlreichen Gesprächen mit den zuständigen Ministerien die Internatsleitung um Sascha Reuter die Genehmigung, den minimalen Betrieb aufrechterhalten zu können. Die Einrichtung besitzt aufgrund ihrer Nationalität den gleichen Sonderstatus wie Kinderheime und Waisenhäuser, die auch weiter ihrer Fürsorgepflicht in Krisenzeiten nachkommen müssen. „Uns wurde in diesem besonderen Fall gestattet, den Betrieb fortzuführen, da es ein unvertretbar hohes Risiko gewesen wäre, die zahlreichen Jugendlichen in ihre Herkunftsländer auf der ganzen Welt zurückzuschicken“, erläutert der stellvertretende Geschäftsführer Johannes Zachar vom Jugendfußball-Leistungszentrum.

Normalerweise wohnen 55 Kinder und Jugendliche im Schlotheimer Internat. Daneben werden noch 40 externe Schüler aus der Region betreut. Die Jugendlichen kommen aus insgesamt 21 Ländern wie den USA, Kolumbien, Südkorea, Namibia und Australien, zudem viele Schüler aus dem gesamten deutschen Raum.

Mit der Einstellung des landesweiten Spielbetriebes durch den Thüringer Fußball-Verband sowie der Schließung aller Schulen im Freistaat wurde auch der überwiegende Teil der Internatsschüler nach Hause geschickt. „Momentan sind noch 22 Kinder und Jugendliche bei uns. Das Risiko wäre zu hoch gewesen, sie durch die ganze Welt nach Hause zurück reisen zu lassen“, betont Zachar und spricht weiterhin von verordneten Auflagen besonders zur Hygiene, die seine Einrichtung umsetzen muss.

„Wir unternehmen alles Menschenmögliche zum Wohle unserer Kinder“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer. Bis zum 16. März war noch die fußballerische Ausbildung auf den Kunst- und Naturrasenplätzen möglich, da die Stadt Schlotheim noch keine Sperrung der Sportstätten verordnet hatte. Dies änderte sich mit der Allgemeinen Verfügung des Unstrut-Hainich-Kreises mit dem Verbot und der Beschränkung von zwischenmenschlichen Kontakten in besonderen öffentlichen Bereichen.

Darunter fallen auch Zusammenkünfte in Vereinen sowie in Sport- und Freizeiteinrichtungen und Aktivitäten in Sportstätten. Dadurch war die Leitung des Sportinternats zum Improvisieren gezwungen. Bezüglich ihrer Ausbildung haben die verbliebenen Internatsschüler von der Schule Aufgaben erhalten, die sie individuell in Lernzeiten zu erfüllen haben, außerdem sollen die ausländischen Schüler ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache weiter verbessern. Auf der sportlichen Ebene wurde ein Trainings- und Fitnessplan als Hausaufgabe erstellt, den die Kinder und Jugendlichen befolgen und ausführen sollen.

Dazu zählen Übungen zur Koordination sowie Ausdauerläufe auf Wald- und Wiesenwegen. „Eben alles, was man in einem Individualtraining leisten kann“, sagt Zachar, dass es kein Üben in der Gruppe mit Körperkontakten mehr geben darf und spricht von einer Notsituation, die von jedem Einzelnen ein verantwortungsvolles Handeln verlangt.

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